Tierschutz-Einsatz in Grimma: Dutzende Hunde aus Wohnhaus sichergestellt

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In Grimma kam es am Dienstag zu einem Tierschutz-Einsatz
In Grimma kam es am Dienstag zu einem Tierschutz-Einsatz Fotos: Sören Müller

Grimma. In den frühen Morgenstunden des Dienstags ist es in Grimma zu einem größeren Einsatz von Behörden gekommen.

Mitarbeiter des Veterinäramtes des Landkreises Leipzig rückten gemeinsam mit Polizei-Hundeführern sowie weiteren Beamten der Polizeidirektion Leipzig zu einem Wohnhaus in der Nicolaistraße aus.

Wie der Landkreis Leipzig mitteilte, erfolgte der Einsatz auf Grundlage eines richterlichen Durchsuchungsbeschlusses. Anlass dafür waren neue, gravierende Hinweise zur tatsächlichen Anzahl der gehaltenen Tiere sowie zu unzureichenden hygienischen Verhältnissen auf dem Gelände.

Im Ergebnis der Durchsuchung wurden aus dem Gebäude rund 60 Hunde unterschiedlichster Rassen und Altersgruppen sowie vier Katzen und zwei Kanarienvögel fortgenommen. Die Tiere wurden vor Ort durch Amtstierärzte untersucht und dokumentiert. Anschließend stellte man sie sicher, um ihr Wohlergehen zu gewährleisten. Sie werden nun vorübergehend in verschiedenen Tierheimen untergebracht und dort versorgt.

Der Fall hat eine längere Vorgeschichte: Aufgrund wiederkehrender Anzeigen, die sich vor allem auf Lärm- und Geruchsbelästigungen bezogen, stand die Tierhaltung in der Nicolaistraße bereits seit geraumer Zeit im Fokus des Veterinäramtes.

Bei mehreren angemeldeten Kontrollen in der Vergangenheit konnten jedoch nur wenige Räume betreten werden. Dabei seien jeweils zwischen fünf und zehn Hunde vor Ort gewesen – sowohl eigene Tiere als auch Pflege- und Besuchshunde. Gravierende Mängel wurden zu diesem Zeitpunkt nicht festgestellt.“

Da solche Kontrollen rechtlich nur nach Vorankündigung erfolgen dürfen und der Besitzer nicht verpflichtet ist, alle Räume zugänglich zu machen, konnten sich die Behörden bislang kein vollständiges Bild der Situation verschaffen. Die damals bekannten Umstände reichten laut Angabe der Behörde zudem nicht aus, um eine richterliche Anordnung zur Hausdurchsuchung zu erwirken.

Erst neue, belastbare Hinweise vor einigen Wochen deuteten darauf hin, dass die tatsächliche Anzahl der gehaltenen Hunde deutlich höher lag als bislang angenommen. Zudem wurde von erheblichen Verschmutzungen im Gebäude und auf dem Hof berichtet. Auf dieser Grundlage konnte schließlich ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt werden, der den Einsatz am Dienstagmorgen ermöglichte.

Laut Anwohnern soll es bereits über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt Beschwerden gegeben haben. Insbesondere anhaltendes Hundegebell – sowohl tagsüber als auch in den Nachtstunden – habe für Unmut gesorgt. Auch Besucher eines unmittelbar angrenzenden Kinos berichteten demnach immer wieder von der Lärmbelästigung.

Während des Einsatzes verfolgten zahlreiche Passanten das Geschehen vor Ort. Viele äußerten dabei Zustimmung zu den Maßnahmen der Behörden. „Endlich passiert etwas“, war mehrfach zu hören.