Grimma. Der Stadtrat der Stadt Grimma hat am Donnerstag die Installation stationärer Geschwindigkeitsmessanlagen an mehreren besonders belasteten Straßenabschnitten mehrheitlich beschlossen.
Vorgesehen sind wie berichtet feste Anlagen in Nimbschen auf Höhe der Forststraße, in der Grimmaer Wiesenstraße, im Bereich der Grundschule Zschoppach sowie in der Wurzener Straße gegenüber der Einmündung Schillerstraße. Hintergrund der Entscheidung sind anhaltend hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen zu nahezu allen Tageszeiten. Nach Einschätzung der Verwaltung entfalten stationäre Messgeräte eine präventive Wirkung, da sie das Fahrverhalten dauerhaft beeinflussen.
Verdeckte Messungen mit deutlichen Ergebnissen
Bereits im Sommer 2025 hatte das Ordnungsamt über mehrere Wochen hinweg verdeckte Geschwindigkeitskontrollen an elf Unfallschwerpunkten im Stadtgebiet durchgeführt. Zum Einsatz kam Messtechnik der Jenoptik Robot GmbH. Die Ergebnisse fielen eindeutig aus: Geschwindigkeitsverstöße gehören vielerorts zum Alltag.
Besonders alarmierend ist die Lage an der Grundschule in Zschoppach. Obwohl dort Tempo 50 gilt, überschritt rund ein Drittel der gemessenen Verkehrsteilnehmer die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Der Bereich gilt als sensibel, da zwischen Grundschule, Bushaltestelle und Parkplatz regelmäßig Kinder die Straße queren. Während der Testmessungen wurde hier eine Spitzengeschwindigkeit von 172 Kilometern pro Stunde registriert.
Hohe Verstoßquoten auch in Nimbschen und auf Hauptachsen
Auch in Nimbschen zeigen die Zahlen deutlichen Handlungsbedarf. Innerhalb einer Woche wurden rund 42.000 Fahrzeuge erfasst, etwa ein Drittel davon war zu schnell unterwegs. An einem Nachmittag gegen 17 Uhr wurde ein Fahrzeug mit 137 Kilometern pro Stunde gemessen.
In der Grimmaer Wiesenstraße, wo Tempo 30 gilt, ist der Anteil der Überschreitungen besonders hoch. Die Wurzener Straße zählt zudem zu den meistbefahrenen Verkehrsadern der Stadt: Rund 85.000 Fahrzeuge passieren sie pro Woche. Hier kam es bereits mehrfach zu Unfällen mit Personenschaden. Ein Wohnhaus wurde wiederholt beschädigt, weil Fahrzeuge aufgrund überhöhter Geschwindigkeit aus der Kurve getragen wurden. Geschwindigkeiten von mehr als 70 Kilometern pro Stunde sind nach Angaben der Verwaltung keine Seltenheit.
„Es geht um Sicherheit, nicht um Einnahmen“
Tino Kießig betont die Verantwortung der Kommune. „Es geht nicht um Einnahmen oder Abzocke, sondern um Verkehrssicherheit. Wer sich an die Regeln hält, hat nichts zu befürchten“, sagte er. Ziel sei es, besonders gefährdete Bereiche nachhaltig zu sichern.
Nach Berechnungen der Verwaltung könnten bei einer angenommenen Verstoßquote von einem Prozent jährliche Einnahmen von rund 800.000 Euro anfallen. Grundlage ist eine durchschnittliche Überschreitung von zehn Kilometern pro Stunde, die mit 30 Euro Bußgeld geahndet wird. Ein vertraglich festgelegter Anteil nach Fallpauschale geht an den Anbieter Jenoptik. Das Unternehmen übernimmt Aufstellung, Beschaffung, Reparatur und Wartung der Anlagen. Für die Stadt fallen damit keine Eigenmittel für Betrieb und Installation an; die Ausgaben belaufen sich auf rund 300.000 Euro pro Jahr. Unabhängig von der möglichen Installation stationärer Messanlagen sollen mobile Geschwindigkeitskontrollen auch künftig weiterhin stattfinden.











