Grimma. Das Teletubbyland an der Leipziger Straße soll umfassend umgestaltet werden. Der Grimmaer Stadtrat hat das Vorhaben im Oktober 2026 beschlossen. Für rund 2,08 Millionen Euro entstehen unter anderem ein großes Multisportareal, eine Skater-Bowl, neue Spielmöglichkeiten sowie ein neu gestalteter Verkehrsübungsplatz mit Pump-Track-Trail.
Die Bauarbeiten sollen im März 2027 beginnen und nach derzeitiger Planung im November 2027 abgeschlossen werden. Ziel ist es, die rund vier Hektar große Freizeitfläche für verschiedene Altersgruppen attraktiver zu gestalten und gleichzeitig ihren bisherigen Charakter als öffentliches Freizeitareal zu erhalten.
„Das Teletubbyland soll ein Ort bleiben, an dem sich Grimmaer gern treffen. Mit neuen Spiel- und Sportangeboten, mehr Grün und besseren Aufenthaltsmöglichkeiten machen wir die Fläche fit für die Zukunft“, erklärt Oberbürgermeister Tino Kießig. Viele Wünsche aus einer Bürgerbeteiligung seien in die Planung eingeflossen.
Multisportareal wird zum Herzstück
Ein zentraler Bestandteil der Neugestaltung wird ein großes Multisportareal. Vorgesehen sind ein Basketballfeld mit fugenlosem Fallschutzbelag, eine Calisthenics-Anlage mit unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten sowie ein Streetballfeld. Unter anderem sollen Barren und ein Armbike zur Ausstattung gehören. Farblich ist für den Bereich eine Gestaltung in Blau und Pink vorgesehen.
Neue Skater-Bowl und Graffitiwände
Im westlichen Bereich des Teletubbylands soll eine etwa 15 mal 22 Meter große Skater-Bowl entstehen. Zusätzlich sind zwei jeweils rund 2,20 Meter hohe Graffitiwände geplant, an denen sich Jugendliche und andere Interessierte kreativ ausprobieren können.
Neuer Spielturm mit Röhrenrutsche
Auch der Spielplatzbereich wird deutlich erweitert. Geplant ist ein hoher Spielturm mit großer Röhrenrutsche, Klettermöglichkeiten und Netzen.
Daneben soll eine großzügige Sandspielfläche entstehen. Vorgesehen sind unter anderem ein Sandbagger, eine Kleinkindrutsche, eine Schwingnestschaukel, ein inklusiver Twister und Bergsteigerseile. Sitzblöcke ergänzen den Bereich.
Verkehrsübungsplatz bekommt Pump-Track
Der vorhandene Verkehrsübungsplatz soll neu gestaltet und vergrößert werden. Der Parcours für die Verkehrserziehung wird künftig von einem Pump-Track-Trail umgeben. Zwischen den Hügeln ist zudem ein Frisbee-Parcours mit mehreren Körben und Stationen vorgesehen.
Im Südpark soll die vorhandene Sitzstufenanlage am Hang erneuert werden. Die Anlage kann künftig auch als eine Art Tribüne für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Der bestehende Bolzplatz im südlichen Bereich wird ebenfalls ertüchtigt.
Neue Wege, Toilette und zusätzliche Parkplätze
Auch die Infrastruktur rund um die Sport- und Freizeitflächen soll erneuert werden. Dazu gehören die Eingangsbereiche an der Leipziger Straße und der Weingartener Straße sowie verschiedene Wege innerhalb des Parks.
Im nördlichen Bereich ist eine Geländeaufschüttung vorgesehen, die als Lärmschutz dienen soll. Außerdem soll eine öffentliche Toilette entstehen. Die Parkmöglichkeiten an der Westseite werden erweitert. Nach Abschluss der Arbeiten sollen dort insgesamt 18 Stellplätze zur Verfügung stehen, darunter auch Stellplätze für Menschen mit Schwerbehinderung.
Mehr als 20 neue Bäume geplant
Zur Umgestaltung gehören außerdem mehr als 20 neue Bäume sowie eine Streuobstwiese im nordwestlichen Bereich. Neue Sitzmöglichkeiten, zusätzliche Abfallbehälter sowie eine vollständig erneuerte Beleuchtung und Stromversorgung sind ebenfalls Bestandteil der Planung. Der südliche Parkbereich bleibt grundsätzlich erhalten. Die dortigen Hänge sollen auch künftig im Winter zum Rodeln genutzt werden können.
90 Prozent der Kosten werden gefördert
Die Gesamtkosten des Projektes liegen bei rund 2,08 Millionen Euro. Davon sollen 90 Prozent über das Europäische Förderprogramm „Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung EFRE 2021–2027 (NiSE)“ im Fördergebiet „Bahnhofquartier“ finanziert werden. Der Eigenanteil der Stadt Grimma liegt damit bei rund 208.000 Euro.
Bürger brachten zahlreiche Ideen ein
Bereits 2024 konnten sich die Grimmaer an der zukünftigen Gestaltung des Teletubbylands beteiligen. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger machten dabei mit.
Besonders häufig wurden ein neuer beziehungsweise verbesserter Spielplatz, zusätzliche Sitzmöglichkeiten und eine bessere Beleuchtung genannt. Auch die vorhandenen Sportflächen sollten nach Wunsch vieler Teilnehmer aufgewertet und die Grünbereiche weiterentwickelt werden. Eine Bebauung der Fläche wurde nach Angaben der Stadt lediglich von einer Person vorgeschlagen. Der überwiegende Wunsch war damit, das Gelände weiterhin als öffentliches Freizeitareal zu erhalten.
Vom Militärgelände zum Freizeitpark
Das heutige Teletubbyland entstand Ende der 1990er-Jahre auf dem Gelände der früheren „Alten Garnison“. 1998 ließ die Stadt die vormals militärisch genutzten und versiegelten Flächen sowie Hallen und Garagen zurückbauen. Abbruchmaterialien wurden recycelt, auf mögliche Verunreinigungen untersucht und bei der späteren Gestaltung des Geländes teilweise wiederverwendet. So entstanden unter anderem die charakteristischen Hügel, die dem Areal schließlich seinen heutigen Namen gaben.

Foto: Archiv/Stadt Grimma
1999 wurde die rund vier Hektar große Fläche als Freizeitgelände gestaltet und mit etwa 200 Bäumen bepflanzt. Die damaligen Gesamtkosten lagen bei rund 900.000 D-Mark. Gefördert wurde das Projekt damals über die europäische Strukturförderinitiative KONVER.












