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7.000 Jahre altes Grab in Leipzig-Möckern entdeckt

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Drohnenaufnahme der Ausgrabungsfläche Foto: Landesamt für Archäologie Sachsen

Leipzig-Möckern. Bei archäologischen Untersuchungen in Leipzig-Möckern ist eine rund 7.000 Jahre alte Siedlung entdeckt worden. Besonders bemerkenswert ist ein jungsteinzeitliches Grab: Es handelt sich nach Angaben des Landesamtes für Archäologie Sachsen um die bislang älteste bekannte Bestattung im Leipziger Stadtgebiet.

Auf dem mehr als 5.000 Quadratmeter großen Gelände soll ein neuer Grundschulkomplex entstehen. Seit Juli untersucht ein fünfköpfiges Archäologen-Team unter der Leitung von Thomas Lukas die Fläche. Die Grabungen sollen bis Mitte Oktober dauern.

Spuren eines 7.000 Jahre alten Dorfes

Das Gelände gilt als archäologisch relevant, weil es in der Nähe einer bekannten bronzezeitlichen Fundstelle liegt. Zudem befindet es sich in hochwasserfreier Lage nahe der Weißen Elster – in einer Region, die bereits in der Vorgeschichte intensiv besiedelt wurde.

Trotz einer Bebauung mit einem inzwischen abgerissenen Gebäudekomplex aus den 1960er Jahren stießen die Archäologen auf zahlreiche gut erhaltene Spuren menschlicher Besiedlung. Dazu gehören Gruben und Pfostenlöcher früherer Gebäude.

Die Funde stammen aus der Jungsteinzeit und werden der linienbandkeramischen Kultur zugeordnet, die etwa von 5500 bis 4500 vor Christus existierte. Die Menschen wurden damals sesshaft, betrieben Ackerbau und Viehzucht und lebten in Dörfern.

In Möckern fanden die Archäologen charakteristisch verzierte Keramikscherben sowie die Überreste mehrerer Häuser. Ein vollständig erfasster Grundriss ist rund 30 Meter lang. Mindestens zwei weitere Häuser konnten teilweise nachgewiesen werden.

Ältestes bekanntes Grab Leipzigs

Für eine besondere Überraschung sorgte eine Bestattung mitten in der Siedlung. Der Tote lag auf der linken Seite mit angezogenen Beinen in einer Grube – eine für die Jungsteinzeit typische Form, die als Hockergrab bezeichnet wird.

Hockergrab von Leipzig Möckern Foto: Landesamt für Archäologie Sachsen

Grabbeigaben wurden nicht gefunden. Dennoch lässt sich die Bestattung aufgrund ihrer Lage und ihres unmittelbaren Zusammenhangs mit einem linienbandkeramischen Haus zeitlich einordnen. Das Grab ist rund 7.000 Jahre alt und damit die bislang älteste bekannte Bestattung im Leipziger Stadtgebiet. Für die Archäologie ist der Fund auch deshalb bedeutsam, weil menschliche Knochen in Sachsen häufig nur schlecht erhalten bleiben.

Untersuchungen dauern an

„Unsere Untersuchungen in Leipzig Möckern zeigen sehr deutlich, wie wichtig die Beteiligung der Archäologie auch im städtischen Bereich ist“, sagt Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik. Auch längst überbaute Flächen könnten noch wichtige Zeugnisse der frühen Besiedlung bewahren.

Die Grabungen laufen noch bis Mitte Oktober. Bereits untersuchte Bereiche werden schrittweise für den Bau der neuen Grundschule freigegeben. Anschließend werden die Funde und Befunde im Landesamt für Archäologie Sachsen wissenschaftlich ausgewertet.