Drei Menschenleben sind genug! Mahnwache an Todeskreuzung in Grimma

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Alina starb bei einem schweren Unfall 2018, seit dem wird ein Kreisverkehr gefordert Fotos: Sören Müller

Grimma. Drei Tote hat die Kreuzung westlich von Grimma bereits gefordert, Anwohner und Angehörige haben am Samstag eine Mahnwache an der Kreuzung abgehalten.

Insgesamt starben mittlerweile drei Menschen bei schweren Unfällen 2012, 2018 und nun Ende 2023 erneut, dazwischen gab es ebenfalls immer wieder Unfälle mit Verletzten oder auch „nur“ Blechschäden. Die Unfallursache liegt laut Behörden in der Regel aufgrund Unachtsamkeit nahezu immer im menschlichen Bereich.

Doch wenn es immer die eine Kreuzung ist, muss doch ein Umdenken stattfinden!“ fordert  Anwohner Matthias Constantin, welcher direkt an der S38 im Parthensteiner Ortsteil Grethen wohnt und die stille Mahnwache am Samstagvormittag organisiert hatte. Drei Kreuze erinnern an drei Menschenleben, die ausgelöscht wurden. „Ein Kreisverkehr hätte dies vermutlich verhindert.„, ist sich der 68- jährige sicher. Diese Einschätzung teilt auch Oberbürgermeister Matthias Berger, der es sich auch nicht nehmen ließ, der Mahnwache beizuwohnen und mit den Angehörigen dieser drei Menschenleben, Michael, Alina und Anika, ins Gespräch zu kommen.

Matthias Constantin organisierte die Mahnwache

Er erinnerte auch an die anderen Kreuzungen, auf denen es immer mal wieder zu Unfällen kam, beispielsweise 2022 als zwei Rentner ein paar Kilometer weiter nördlich an der Ampelkreuzung ihr Leben ließen. Für das Landesamt für Straßenbau und Verkehr ist die Kreuzung der Kraftfahrstraße B107n und Staatsstraße 38 aktuell kein Unfallschwerpunkt und ohne diese Erkenntnis werden solche Kreuzungen eben auch nicht so schnell entschärft.

Hier gibt es bundeseinheitliche Regeln, welche genau besagen, ab wann eine Kreuzung als Unfallschwerpunkte gilt. Festgestellt werden diese Schwerpunkte dann durch die Polizei, welche wiederum die Unfallkommission einschaltet.

Die etwa fünf Kilometer lange Ortsumfahrung wird allerdings nur allzu gern als „Rennstrecke“ genutzt.  Zwar ist die Geschwindigkeit in den Kreuzungsbereichen auf 70 begrenzt, aber es werde „so gut wie gar nicht kontrolliert“, sagen Anwohner. Nach dem zweiten Unfall wurden nachträglich noch einmal Stoppschilder auf der S38 angebracht und die Ampelschaltungen wurden ebenfalls angepasst. Genützt hat das auf Dauer wohl nichts, denn eben 2023 kam es zum nächsten tödlichen Unfall, bei dem ein LKW mit einem PKW kollidierte. Solange sich an dieser Kreuzung nicht baulich etwas verändert, so werde es „wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis das vierte Kreuz steht“.