Döben: Dorf-Tourismus ist eine große Chance

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Foto: Stadt Grimma

Döben. Das Bergdorf Döben hat touristisches Potenzial.

Die Lage oberhalb des Mulderadweges, die sehenswerte Schlossanlage mit der Aussicht auf die Muldenlandschaft und die schönen Wanderwege erschließen Möglichkeiten, einen sanften Tourismus zu fördern und zu begleiten. Gäste kommen gern. Jetzt gilt es diese zu lenken und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Eine Chance für Döben.

Seit gut einem Jahr möchten aktive Bürgerinnen und Bürger aus Döben die touristische Entwicklung vorantreiben und sich für ein lebendiges Dorf stark machen. Die Initiative wird gesteuert vom „Freundeskreis Dorf und Schloss Döben e.V.“. Der Verein schob eine professionelle Prozessbegleitung durch das Planungsbüro „Quartier vier“ aus Leipzig an. Die Regionalplanungsprofis betreuten bereits das Gartennetzwerk Muldental, die Wanderwegekonzeptionen in der Region und die Landtourismusanalyse für das Leipziger Umland. In Döben stellte Claudia Siebeck von „Quartier vier“ Ideen vor, wie sich der Ort kleinteilig und vor allem identitätsbewahrend entwickeln kann.

Der Wunsch der Döbener ist es, dass das Dorf in der touristischen Vermarktung sichtbarer wird, aber ein Kleinod zum Entdecken bleibt. So könnten kleine Maßnahmen wie ein Verweis am Mulderadweg, verstärktes Marketing und die digitale kartografische Einbindung der Wegebeziehung zwischen Grimma und Döben schon große Ergebnisse bewirken. Langfristigere Ziele sind Picknickplätze im öffentlichen Raum, die Aktivierung eines Besucherparkplatzes und eine verbesserte Zugänglichkeit der Sehenswürdigkeiten. Unter anderem könnte man in der Kirche einen gläsernen Windfang einbauen, um die Sicht in das Kirchenschiff zu ermöglichen, auch wenn niemand vor Ort ist. Durch die Inszenierung von Erlebnissen sollen Angebote mit Mehrwert für das Dorf geschaffen werden. Eine Idee ist es, die zahlreichen Stützmauern mit kleinen Zeichnungen zu versehen, sodass diese zum Entdecken einladen. Neue Angebote, wie zum Beispiel die Etablierung von Dorfführungen, könnten neue Reiseanlässe generieren.

Der nächste Schritt ist es, die Wegebeziehungen zu analysieren und daraus attraktive Wanderrouten zu schaffen. Im Fokus stehen der Rundwanderweg Grimma-Döben, eine Dorfrunde und ein spezieller Weg rund um den Zetten, den größten sächsischen Wall aus der Bronzezeit. Ein weiteres Ziel ist es, die Wertschöpfungsketten im Ort zu verlängern und die Netzwerke auszubauen. Die einzelnen Vorhaben sollen in Projektgruppen besprochen und umgesetzt werden. Der Schloss- und Dorfverein hält die Fäden in der Hand und bittet um Mitwirkung. Wer mitmachen möchte, kann sich an Dorothea von Below vom Verein unter der Telefonnummer 03437 9484789 wenden oder sich persönlich in der Schloßstraße 1a in Döben melden.