Gewerbeamt warnt: Falsches Handelsregistergericht versendet Fake-Rechnungen

0
1558
Archivbild

Grimma. Im Gewerbeamt der Stadt Grimma gingen Nachfragen zu dubiosen Rechnungen ein.

Der Absender „Amtsgericht/Zentrale Zahlstelle Berlin“ gab als Betreff „Handelsregisterbekanntmachung“ an, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Die Anschreiben, die auf dem ersten Blick täuschend echt wirken, wurden demzufolge per E-Mail versandt. Bundesadler, Bundesflagge, Wappen oder Europäische Sterne zieren oft die Zahlungsaufforderungen. Vorwiegend versenden Betrüger kurz nach der Gewerbeanameldung diese ominösen Schreiben. Denn nach §14 der Gewerbeordnung sind Name, betriebliche Anschrift und die Rechtsform allgemein für jedermann zugänglich. „Die Blender setzen auf den Überraschungseffekt“, so Ordnungsamtsleiter Andy Seydel. „Das Registergericht veröffentlicht die Handelsregisterbekanntmachung ganz offiziell im Internet.“ Der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität (DSW) gab eine Warnung heraus.

Das Gewerbeamt bittet daher, amtlich wirkende Schreiben, Rechnungen oder Offerten von einem vermeintlichen Bundesanzeiger oder einem Registergericht, die per E-Mail verschickt werden ganz genau zu prüfen. Ist das Signet, Logo oder Wappen wirklich echt? Zielt die Bankverbindung ins Ausland? Beginnt die IBAN-Nummer mit LT befindet sich das Konto in Litauen. Zahlaufforderungen über 500 Euro sind utopisch. Sind Begriffe wie Ident-Nr., Geschäftszeichen, Offerte auf dem Schreiben zu finden, sollte man misstrauisch werden. Auch ein vorausgefüllter Überweisungsträger sei unüblich.

Anzeige