Feuerwehreinsatz: Schornsteinbrand in Parthenstein

0
1960
Schornsteinbrand in Parthenstein Fotos: Sören Müller

Parthenstein. In Großsteinberg am See kam es Mittwochabend zu einem Schornsteinbrand.

Gegen 18:45 Uhr wurden am Mittwochabend die Freiwilligen Feuerwehren aus Klinga, Großsteinberg, Pomßen, Grethen und Naunhof alarmiert. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, bestätigte sich die Meldung. Aus einem Schornstein eines Einfamilienhauses schlugen bereits Flammen.

Für uns gestaltete sich anfänglich die Zuwegung schwierig„, informierte Einsatzleiter Mario Rumberger von der Klingaer Feuerwehr. „Die Straße ist sehr eng bemessen, sodass wir erst einen Zaun demontieren mussten, bevor die Drehleiter optimal platziert werden konnte. Dadurch hatten wir einen nicht unerheblichen Zeitverzug„. Auch Hecken, welche in den ohnehin beengten Verkehrsraum gewachsen sind, machten es für die großen Löschfahrzeuge nicht einfacher. Ein Schornsteinbrand kann schnell auch außer Kontrolle geraten und weitere Teile des Gebäudes in Brand stecken. Die Feuerwehrkameraden konnten den Brand schließlich unter Kontrolle bringen und löschen. Der Einsatz dauerte aufgrund der Nachkontrolle und der aufgenommenen Hitze des Schornsteins noch bis in den späten Abend hinein. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Wissenswertes zum Thema!
Wieso kann ein Schornstein brennen?
Wird in einem Kamin Holz unsachgemäß verbrannt, z.B. wenn zu große Mengen bei zu wenig Verbrennungsluft oder feuchtes Holz verwendet werden, kann sich im Schornstein Hart- oder Glanzruß bilden. Dieser brennbare Ruß lässt sich dann nicht mehr mit normalem Schornsteinfegerwerkzeug entfernen. Er kann nur durch Ausfräsen oder durch Ausbrennen beseitigt werden. Das Ausbrennen des Schornsteins kann unter Umständen gefährlich sein, da der brennende Ruß sein Volumen um bis zu das 15fache vergrößert. So kann ein Brand leicht außer Kontrolle geraten.

Wie erkenne ich einen brennenden Schornstein?Ein brennender Schornstein wird sehr selten von den Bewohnern selbst entdeckt. Vielmehr werden Nachbarn oder Passanten auf ihn aufmerksam. Einen brennenden Schornstein erkennt man an einer starken Rauchentwicklung und Funkenflug oben aus dem Schornstein, den unter Umständen aus dem Schornstein schlagenden Flammen, oder an sehr hohen Temperaturen der Schornsteinwände.

Warum ist ein Schornsteinbrand so gefährlich?
Brennt ein Schornstein, besteht die Gefahr der Brandausbreitung durch Funkenflug und Wärmestrahlung. Funken können z.B. durch Undichtigkeiten der Dachhaut den Dachstuhl gefährden. Die Wärmestrahlung kann Möbel in der Nähe des Schornsteins entzünden oder zum Einsturz des Schornsteins führen. Eine weitere Gefahr liegt in der Quellfähigkeit des Rußes. Verstopft der Schornstein können die heißen Gase und Dämpfe nicht mehr ungehindert durch den Schornstein abziehen und unter Umständen durch Reinigungsklappen oder durch die Feuerstätte austreten. Die Gefahren sind: Brandausbreitung durch Wärmestrahlung und Funkenflug, Rissbildung im Schornstein und schlimmstenfalls sein Einsturz, Einsturz durch die Wärmeausdehnung Verstopfung des Schornsteins durch Aufquellen des brennenden Rußes

Was soll ich tun wenn mein Schornstein brennt?
Rufen Sie die Feuerwehr über den Notruf 112 an. Sollten sie Dachluken haben, schließen sie diese, um zu verhindern, dass Funken auf den Dachboden fliegen. Verständigen Sie Ihren Bezirksschornsteinfeger!

Was darf ich auf gar keinen Fall tun?
Versuchen Sie nicht den Brand mit Wasser zu löschen! Bei einem Schornsteinbrand entstehen Temperaturen von über 1500 Grad. Wasser würde sofort verdampfen, und die großen Dampfmengen würden Ihren Schornstein regelrecht zerreißen (1L Wasser ergibt 1700L Wasserdampf).

Was macht die Feuerwehr wenn sie da ist?
Der Schornsteinbrand ist eines der Schadenfeuer, die in der Regel nicht gelöscht werden. Dennoch hat die Feuerwehr bei einem Schornsteinbrand einiges zu tun. Gefährdete Stockwerke müssen mit Kleinlöschgeräten beobachtet werden. Nahe am Schornstein stehende brennbare Möbel müssen in Sicherheit gebracht werden, Bilder und Dekorationen müssen abgehängt werden. Brennbare Gebäudeteile (Holzbalken) müssen evtl. mit Wasser befeuchtet und beobachtet werden. Bei sehr starkem Funkenflug sollten auch die Nachbarn aufgefordert werden ihre Dachluken zu schließen. Damit der Schornstein durch den aufquellenden Ruß nicht verstopft, wird die Feuerwehr mit dem Bezirksschornsteinfeger den Schornstein kehren und den brennenden Ruß unten im Schornstein entfernen und ablöschen. Der Schornstein wird „ausgekehrt“. Sollte es nicht möglich sein, diese langwierige Prozedur, z.B. wenn erhebliche Gefahren zu befürchten sind, durchzuziehen, kann ein brennender Schornstein durch einen Pulverlöscher gelöscht werden.