Kontrolle im Vorbeifahren: Polizei Sachsen arbeitet mit neuer Auslesetechnik von digitalen Fahrtenschreibern

Archivbild/Sören Müller

Sachsen. Die sächsischen Verkehrspolizeiinspektionen, speziell die dortigen  erkehrsüberwachungsdienste, wurden Ende 2020 mit einer neuen Auslesetechnik von digitalen Lkw-Fahrtenschreibern – dem »Dedicated Short Range Communication« (DSRC) System – ausgestattet.

Somit ist Sachsen das erste Bundesland mit einer flächendeckenden Ausstattung dieser Art. Die Polizei kann via Fernauslese im Vorbeifahren feststellen, ob es Auffälligkeiten bei einem Lkw gibt, ohne ihn anhalten zu müssen. Diese Technik wird sowohl mobil als auch stationär eingesetzt. Grundlage der Kontrollen ist die EU-Verordnung Art. 9 VO (EU) Nr. 165/2014. Sie sieht die Früherkennung möglicher Manipulationen oder des Missbrauchs der Fahrtenschreiber per Fernkommunikation vor, nachdem die Ausrüstung mit Geräten der 2. Generation im Juni 2019 verpflichtend in Kraft getreten war.

Anhand von 19 fernausgelesenen Basisdaten, die Aufschluss geben, ob beispielsweise die Stromversorgung unterbrochen wurde oder die Fahrerkarte ungültig ist, findet eine Vorselektion statt. Meldet das Gerät eine Unregelmäßigkeit, kontrolliert die Polizei anschließend gezielt. Andernfalls fährt der Lkw ohne anzuhalten weiter. Die Fernauslese via DSRC-System ermöglicht der Verkehrspolizei nicht nur ein umfassendes Lagebild, sondern auch gezielte und effektive Verkehrskontrollen.

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Sachsens Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller: „Gute Polizeiarbeit erfordert eine gute Ausstattung. Mit der neuen Technik zur Auslese des digitalen Fahrtenschreibers setzen wir sachsenweit einen hohen Standard und sind das erste Bundesland mit einer flächendeckenden Ausstattung dieser Art. Es gelingt uns auf Grundlage der ausgelesenen Daten, auch Fahrzeuge zu kontrollieren, die vermeintlich optisch unauffällig sind. Somit gestalten sich die Kontrollen zukünftig nicht nur effektiver, sondern auch objektiver. Das ist ein Beitrag zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen.“

Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Görlitz Frank Wobst: „Die neue Einsatztechnik ist ein großer Beitrag zur Steigerung der Verkehrssicherheit. Dank dieser können wir als Verkehrspolizei noch zielgenauer und erfolgreicher arbeiten und beweisen einmal mehr, dass die sächsische Polizei mit der fortschreitenden Technik Schritt hält.“

Weitere Informationen: In der Praxis wird die Fernauslese bei Verkehrskontrollen überwiegend auf der Autobahn eingesetzt. Die Datenintegrität und Authentifizierung ist sicherzustellen sowie die Nutzung des DSRC-Systems ausschließlich auf die zuständigen Überwachungsbehörden beschränkt. Erhobene Daten werden nur für die Dauer der Kontrolle gespeichert.

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In den letzten Jahren ist der Schwerlastverkehr stark angestiegen. Die Anzahl der Lkw auf der Bundesautobahn im Bereich der Polizeidirektion Görlitz hat sich von 5.693 pro 24 Stunden im Jahr 2010 auf 10.820 pro 24 Stunden im Jahr 2020 fast verdoppelt.

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