Sachsens Krankenhäuser erneut vor Überlastung durch Covid-Patienten

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Symbolbild/pixabay

Sachsen. Die Zahl der Covid-19-Patienten in Sachsens Krankenhäusern steigt. Die Kliniken nähern sich wieder dem kritischen Wert, ab dem die Kapazitäten ausgeschöpft sind, erklärt am Freitag sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Aktuell liegen demnach 961 Covid-Patienten auf Normalstationen und 270 Patienten auf Intensivstationen. Das entspreche einer Auslastung der Normalstationen von 67 Prozent und der Intensivstationen von 83 Prozent. Die Belegung stieg laut Ministerium in den letzten Tagen stetig an. Nach Modellierungen der Zentralen Krankenhausleitstelle Sachsen am Universitätsklinikum Dresden könnte nach einer pessimistischen Annahme bereits am 2. April der kritische Belastungswert von 1300 Covid-Patienten auf Normalstationen überschritten sein. Eine moderate Modellierung sage diese Überlastung für den 9. April voraus. Die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung schreibe für den Fall, dass mehr als 1300 Betten auf Normalstationen mit Covid-Patienten belegt sind, eine Rückkehr zum Lockdown vor.

Gesundheitsministerin Petra Köpping betont: „Die Beanspruchung der Krankenhäuser durch Covid-Patienten ist ein enorm wichtiger Gradmesser des Ausmaßes der Pandemie. Dieser zeigt, die Lage ist ernst in Sachsen. Die Zahl von Covid-Patienten bringt die Krankenhäuser wieder an ihre Belastungsgrenzen. Ich rufe deshalb noch mal eindringlich auf, auch über Ostern Kontakte gering zu halten und jegliches Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Die Krankenhäuser erhöhen ihre Kapazitäten stetig und können auch mehr als 1300 Patienten aufnehmen. Aber dies führt einerseits wieder zu einer enormen Überlastung der Mediziner und Pflegekräfte, die eine enorm anstrengende Aufgabe erfüllen, in dem sie täglich versuchen, Leben zu retten. Und andererseits verringert die hohe Zahl von Covid-Patienten die Kapazität für andere auch dringend nötige medizinische Behandlungen.“

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Im Krankenhauscluster Dresden/Ostsachsen sind derzeit 299 Covid-Betten auf Normalstationen und 111 Intensivbetten belegt. Das entspreche einer Auslastung von 61 bzw. 79 Prozent. Im Cluster Leipzig/Nordsachsen liegen 165 Patienten auf Covid-Normal- und 38 Patienten auf Intensivstationen. Das entspreche einer Auslastungen von 64 bzw. 78 Prozent. Im Krankenhausverbund Chemnitz/Westsachsen werden 497 Covid-Patienten auf Normalstationen und 121 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt. Damit sind diese Stationen zu 73 und zu 90 Prozent ausgelastet.

Das Sozialministerium hat für die Verteilung von Covid-Patienten drei Cluster gebildet und Krankenhausleitstellen am Klinikum Chemnitz, am Uniklinikum Leipzig und am Uniklinikum Dresden eingerichtet. Diese überwachen die Kapazitäten der Krankenhäuser ihrer Regionen. Bei drohender Überlastung der Kapazitäten stockt das betreffende Krankenhaus zunächst selbst die Kapazitäten auf. Danach werden neue Patienten durch die Krankenhausleitstellen auf andere, aufnahmebereite Krankenhäuser des jeweiligen Clusters verteilt. Zum Cluster Dresden/Ostsachsen zählen 36 Kliniken. Zum Cluster Leipzig/Nordsachsen gehören 18 Kliniken. Das Cluster Chemnitz/Westsachsen koordiniert 29 Krankenhäuser.

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