Erste Einschätzung: Tauprozess läuft in Sachsen langsam an

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Archivbild/Sören Müller

Sachsen. Die winterliche Frostperiode wird in den nächsten Tagen durch eine sehr milde und wechselhafte Wetterlage abgelöst und es setzt Tauwetter ein. Das Landeshochwasserzentrum gibt nun eine erste Einschätzung zur Entwicklung in den Flussgebieten ab.

Nach Einschätzung des Landeshochwasserzentrums im Landesumweltamt Sachsen (LfULG) wird mit einem eher moderaten Tauprozess gerechnet, da sich die Temperaturen bis Donnerstag im einstelligen Bereich bewegen und keine größeren Niederschlagsmengen erwartet werden. Aktuell geht das Landeshochwasserzentrum nicht von einem flächendeckenden Hochwasser in Sachsen aus.

In den Flüssen und Bächen, die in den tiefen und mittleren Höhenlagen entspringen, werden die Wasserstände zuerst auf die Schneeschmelze reagieren. Das betrifft unter anderem die Nebenflüsse der Mittleren Elbe, die Schwarze Elster, die Große Röder, die Spree, die Chemnitz, die Striegis sowie die Pleiße und die Parthe. Hier kann es vor allem in kleineren Flüssen zu Ausuferungen und geringen Überflutungen kommen. Vereinzelt kann die unterste Alarmstufe 1 überschritten werden.

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In der zweiten Wochenhälfte folgen die Flüsse und Bäche in den Mittelgebirgen wie die Zwickauer Mulde, die Freiberger Mulde, die Vereinigte Mulde sowie die Nebenflüsse der Oberen Elbe, die Obere Weiße Elster und die Lausitzer Neiße im Bergland.

Aufgrund der aktuellen Wettervorhersagen ist davon auszugehen, dass der Schnee langsam abtauen wird, teilweise im Boden versickert und teilweise verdunstet. Zudem wird der Tauprozess nachts bei Temperaturen um den Gefrierprunkt immer wieder ausgesetzt oder verlangsamt.

Wie sich die Wasserstände an den sächsischen Elbepegeln entwickeln werden, kann frühestens am Wochenende eingeschätzt werden. Im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe liegt zwar viel Schnee, aber der Wasservorrat in der Schneedecke ist aktuell deutlich geringer als zum Beispiel im schneereichen März 2006, als die Elbe infolge einer rasanten Schneeschmelze am 4. April 2006 am Pegel Dresden auf einen Wasserstand von 749 Zentimetern anstieg. Zur Einordnung: Im Einzugsgebiet der Elbe waren bis Mitte März 2006 circa 90 Millimeter Wasservorrat in der Schneedecke gespeichert. Heute liegt der Wassergehalt im Schnee bei 25 Millimetern.

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Die Lage wird vom Landeshochwasserzentrum Sachsen überwacht. Sollte sich eine Hochwassersituation anbahnen, werden entsprechende Warnungen herausgegeben.

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