Kössern darf sich nun Urlaubsdorf nennen

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Foto: Katharina Wilsdorf/Rittergut Kössern GbR/Stadt Grimma

Grimma/Dresden. Der Grimmaer Ortsteil Kössern wurde als „Dorf der Baumeister“ in die touristische Anbietergemeinschaft „Sachsens Dörfer“ der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) aufgenommen. Udo Delinger, TMGS-Marketingleiter, übergab am 18. März die Urkunde und Anbieterplakette „Urlaub in Sachsens Dörfern“ für den Ortsteil Kössern an Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger und die Akteure vor Ort. „Das 440-Einwohner- Dorf Kössern überzeugte vor allem durch das vielfältige Engagement der zahlreichen Macher, die touristische Entwicklung voranzutreiben und die baulichen Meisterwerke mit Leben zu füllen“, so Udo Delinger. Kössern macht sich durch die bedeutenden Baumeister, die an der Mulde gewirkt haben einen Namen. Denn der Schöpfer des Dresdners Zwingers, Matthäus Daniel Pöppelmann, und einer der Begründer des deutschen Klassizismus, Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, der hier die ersten Planungen für das Wörlitzer Gartenreich skizzierte, schufen herausragende Denkmäler. Dazu gehören das Jagdhaus, ein Kleinod barocker Baukunst mit einem herrlichen Festsaal, und das herrschaftliche Rittergut, das sich heute im Neorenaissancestil zeigt.„Wir sollten es als Dankeschön an den Verein Jagdhaus Kössern, Herrn Tobaben vom Rittergut, Familie Danz sowie den Dorfentwicklungsverein für die hervorragende Arbeit verstehen. Ich freue mich sehr, dass neben Grimma und Höfgen nun auch Kössern mit der Zertifizierung als wichtiger touristischer Ort auf der sächsischen Landkarte Einzug gefunden hat“, freut sich Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger. „Der wichtigste Grund, dass wir uns über die Zertifizierung freuen können ist, dass die touristischen Leistungsträger im Ort alle an einem Strang ziehen. Nur so können wir die Stärken bündeln und haben gemeinsam Erfolg“, sagt Jörn-Heinrich Tobaben, Initiator der Förderanfrage und Geschäftsführer des Ritterguts Kössern GbR, vom Dorfentwicklungsverein Kössern. Vor 300 Jahren brachten große Jagdgesellschaften des sächsischen Hochadels Prunk und Glanz in die fruchtbare Gegend rund um Kössern, war Wolf Dietrich von Erdmannsdorff doch Oberhofjägermeister und Ältestenminister am Hofe August des Starken. In den alten Gassen blieben Dutzende fast identischer Handwerkerhäuser erhalten, in denen die Bediensteten von Gut und Jagdhaus wohnten. Der nahe Thümmlitzwald zeugt von den Anfängen planmäßiger Forstwirtschaft am Anfang des 19. Jahrhunderts nach den Plänen des Johann Heinrich Cotta. Noch immer herrscht reges Treiben im Dorf. Täglich kommen Besucher in die historischen Stätten, um Kulturveranstaltungen zu erleben oder um die Werke der alten Baumeister zu bewundern. Herzliche Gastfreundschaft erwartet die Gäste, die auch am Strand des nahen Badesees, bei Wanderungen durch die weiten Wälder, Touren auf dem Mulderadweg oder Bootsausflügen auf dem Fluss naturnahe Entspannung finden können. Der „Weg der Steine“ gewährt geologisch interessierten Besuchern Einblicke in Eiszeitschliffe, vulkanische Aufschlüsse und inspirierende Arrangements und lenkt die Aufmerksamkeit auf den Geopark Porphyrland, dem auch die Kösserner Gegend angehört. Kössern und sein Nachbardorf Förstgen sind einen längeren Aufenthalt wert. Gasthöfe und Beherbergungsstätten freuen sich über Gäste.Alle 18 Urlaubsdörfer mussten sich für ihre Aufnahme in die Anbietergemeinschaft „Sachsens Dörfer“ der Überprüfung einer strengen Fachjury unterziehen. Die Vertreter der TMGS und des Referats für Dorfentwicklung des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) bewerteten dabei unter anderem den Dorfcharakter, die vorhandene Infrastruktur und das Tourismusmarketing. Zudem müssen sich alle Orte in unmittelbare Nähe zu Städten, Sehenswürdigkeiten und Naturerlebnissen befinden. Der Grimmaer Ortsteil Höfgen wurde im Jahr 2010 in die Anbietergemeinschaft aufgenommen.

Quelle: PM Stadt Grimma

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