Kunstwerk „Die jungen Frauen“ übergeben

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Foto: Detlef Rohde

Schaddel/Mügeln. Am Samstag dem 15. September übergab der Riesaer Glaskünstler Andreas Hartzsch zusammen mit dem Leiter des Kunstfördervereins Schaddelmühle Frank Brinkmann sein Kunstwerk „Die jungen Frauen“ dem Mügelner Bürgermeister Johannes Ecke.

Die Glasskulptur „Die jungen Frauen“ entstand im Rahmen einer Leaderprojektes in Zusammenarbeit mit der Stadt Mügeln, dem Landkreis Leipzig, dem Tourismusverband sächsisches Burgen und Heideland, sowie der Lutherweggesellschaft. Die Übergabe der Schenkungsurkunde an Bürgermeister Ecke bildete den Abschluss eines langjährig geplanten Projektes anlässlich des Lutherjahres. Wie Frank Brinkmann betonte, war es teilweise ein beschwerlicher Weg das Projekt zu realisieren, da erst eine Kooperation zwischen verschiedenen Landkreisen für diese Arbeit geschaffen werden musste, deren Umsetzung auch von den Verantwortlichen in den Behörden alles abverlangt hatte, da teilweise Satzungen Landkreis übergreifend geändert werden mussten.

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Johannes Ecke, zeigte sich von der Arbeit des Andreas Hartzsch begeistert und betonte, dass das Kunstwerk am Portal des Klosters ein weiterer Blickfang für die Besucher des Klosters Sornzig sein werde.  Er betonte, dass noch das Umfeld hergerichtet werden müsse, die Bevölkerung des Dorfes aber mit in die Pflege des Kunstwerkes mit einbezogen sei, wie zuvor schon bei der Entstehung.

Als am 28. November 2017 von einer Jury die Entscheidung für den Glaskünstler Hartzsch getroffen wurde, hatte sicher auch die Herangehensweise des Riesaers damit zu tun. Schon im Vorfeld hatte Andreas Hartzsch sich mit dem Thema Nonnenflucht auseinandergesetzt. So recherchierte er, dass aus dem Kloster Sornzig 28.04. 1523 die sechs Zisterzienserinnen Katharina von Kitscher, Hedwig von Leutsch, Margharetha von Heinitz, Mechthild von Heinitz und Christine von Hausberg (Hauspergk) das Kloster Marien Thron verließen. Das Leben der meist unverheirateten adeligen Ordensschwestern war eher einer Inhaftierung gleichzusetzen. Zwar waren die unverheirateten Frauen bestens versorgt, durften jedoch am Tag nur eine Stunde unter Aufsicht miteinander sprechen. Die Lebensumstände hatten sie offenbar dazu bewogen, neben der Erfüllung ihres Glaubens auch ein erfülltes irdisches Leben führen zu wollen.

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Die Nonnenflucht war in der damaligen Zeit nicht nur eine schwere Sünde, sie war auch strafrechtlich nicht zu verachten. . Gegen den Fluchthelfer konnte sogar die Todesstrafe verhängt werden. Es war allerdings weniger die Flucht aus dem kirchlichen Rahmen, die sie vogelfrei machte, vielmehr standen handfeste wirtschaftliche Interessen ihrer Familien dahinter. Sobald die Frauen ein bürgerliches Leben begonnen hätten, wären die Familien zur Zahlung einer nicht geringen Mitgift verpflichtet gewesen. Ein solcher Umstand führte auch schon einmal dazu, dass die Eine oder Andere ein leicht verkürztes Leben hatte. Allerdings hatte die geflüchteten Nonnen gerade bei der einfachen Bevölkerung einen guten Stand. Gerade Handwerker profitierten von den Kenntnissen der gebildeten Ordensfrauen. Die Schicksale der sechs Frauen sind ansatzweise bekannt.

Diese Geschichte und Geschichten waren es, die Andreas Hartzsch dazu inspirierten die alten und neuen Lebensbereiche der Frauen schemenhaft ins Bild zu setzen. In einem großen Glasblock, der sich aus mehreren farbigen Glasplatten, in die die Silhouetten von Ordensschwestern eingearbeitet sind, besteht – die dann zu einem Kubus zusammengeführt wurden – ist Andreas Hartzsch ein Meisterwerk der Glaskunst gelungen, das wohl noch sehr lange dem Besucher die Geschichte der Frauen erzählen wird.

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Unterstützung bekam der Künstler bei der Umsetzung seiner Arbeit nicht nur von seiner Frau Cornelia. So arbeiteten unter Leitung der Lehrerin Rosi Rochner Schüler des Thomas-Mann-Gymnasiums in Oschatz an dem Werk mit, Ute Hartwig-Schulz vom Künstlergut Prösitz ist hier ebenso zu benennen wie das Team des Künstlerhauses Schaddelmühle in Grimma. Ebenso wurde das Projekt von Dr. Ludolph Colditz, dem Vorsitzenden der Stiftung Kloster Marienthal und Johannes Ecke Bürgermeister der Stadt Mügeln getragen und betreut, sowie auch künftig gepflegt.

Für weitere Informationen gibt es eine kleine Tafel vor dem Kunstwerk, auf der alle Eckdaten zu dem Kunstwerk und dem Projekt stichpunktartig vermerkt sind, nähere Informationen kann man sich auf der Homepage des Projektes unter der Internetadresse: https://reformation-und-kunst.de/ oder man hält auf der Tafel vor Ort mit dem Handy auf den QR-Code und ruft sich die Infos mobil ab.

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