Berger lädt Dulig nach Grimma ein! „Eine Zugfahrt, die ist lustig, eine Zugfahrt, die ist schön“ – aber nicht in Grimma

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Grimma. Oberbürgermeister Matthias Berger holt den Sächsischen Staatsminister, Martin Dulig, gern persönlich vom Bahnhof in Grimma ab. Er lädt den Minister nach Grimma ein, damit sich dieser vor Ort das Problem der Bahnanbindung anschauen kann – am besten mit einer Zugfahrt.

Unzählige Anfragen gingen in den vergangenen Jahren bereits bei den Verantwortlichen ein, doch die Situation für die Stadt Grimma verschlechtert sich zusehends. In einem Offenen Brief an den Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr beklagt Matthias Berger die Missstände der Bahnanbindung für Grimma. Er schlägt dem Minister vor, die Bahnstrecke von Grimma zum Flughafen Leipzig/Halle doch persönlich zu testen. „In diesem Fall dürfte Ihre Bahnfahrt von Grimma nach Leipzig zeitlich Ihrer Flugzeit Frankfurt/Main – Seoul nahe kommen“, erklärt der Oberbürgermeister.Die Stadt Grimma hat sich in den letzten 15 Jahren enorm entwickelt – trotz zweier Naturkatastrophen. Mit 28.500 Einwohnern zählt Grimma nach Leipzig die meisten Einwohner in Westsachsen. Und mit einer Fläche von 217 km² hat sie sich zur größten kreisangehörigen Flächenkommune Sachsens entwickelt. Doch die infrastrukturelle Anbindung läuft entgegen des Trends. Für die Stadt, ihre Bevölkerung und ihre Wirtschaft, bedeutet dies eine enorme Belastung. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

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Seit dem Fahrplanwechsel für Busse und Bahnen der regionalen verkehrsunternehmen Mitte Dezember, müssen Reisende in Grimma länger auf Anschlüsse warten. Was hoch kundenfreundlich angepriesen wurde bringt manchem Fahrgast jetzt Wartezeiten von bi zu einer halben Stunde und darüber hinaus ein. Berger machte jetzt seinem Unmut mit einem offenen Brief Luft.  „Wie in vielen Schreiben an Ihre Vorgänger und mit Schreiben vom 10. 03. 2015 an Sie dargestellt, wird dieser positiven Entwicklung bei infrastrukturellen Planungen und Umsetzungen jedoch in keiner Weise durch die Sächsische Staatsregierung beziehungsweise die Deutsche Bahn Rechnung getragen.“ Außerdem zählte er in seinem Text die aus seiner Sicht einzig nennenswerten Investition der Rekonstruktion eines unbenutzten Bahnsteiges am Bahnhof Grimma auf. Berger beklagt den damit verbundenen Imageverlust für seine Stadt. Ganz Deutschland hatte über diesen Geniestreich gelacht. Mit dieser Posse sei die Stadt Grimma erheblich in ihrem Ruf beschädigt wurden, fügte das Stadtoberhaupt an. „Entgegen allen Zusagen und Beteuerungen von den in Sachsen für die verkehrstechnische Infrastruktur zuständigen Stellen, ist es durch den Fahrplanwechsel zu einer weiteren erheblichen Verschlechterung der Anbindung unserer Stadt an den Bahnverkehr gekommen.“ Außerdem wird der fehlende S-Bahnanschluss kritisiert und die Teilstilllegung der Bahnstrecke Leipzig-Grimma-Döbeln-Meißen sowie „unterlassene Investitionen, vergammelte Bahnhöfe und unangepasste Abfahrtszeiten. Abschließend vollendete Berger seinen Brief mit der Einladung und dem Angebot des Abholens auf dem Grimmaer Bahnhof.

UPDATE 27.01.2016: Bis heute wartet Oberbürgermeister Matthias Berger auf eine Antwort aus Dresden. Auch unsere Presseanfragen wurden bisher ignoriert.

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