Grimma. Beim Ersatzneubau der Muldebrücke der A14 bei Grimma steht ein spektakulärer Bauabschnitt bevor. Am Sonntag, 15. November 2026, soll der westliche, rund 223 Meter lange Abschnitt der alten Autobahnbrücke kontrolliert gesprengt werden. Rund um die Sprengstelle gelten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und Straßensperrungen.
Der Rückbau der alten Brücke läuft bereits seit Anfang September. Asphalt, Geländer und Fahrbahnplatten werden schrittweise entfernt. Der Überbau unmittelbar über der Mulde wurde bereits getrennt und ausgehoben.
Für die bevorstehende Sprengung werden die Brückenpfeiler westlich der Mulde gezielt geschwächt. Der rund 223 Meter lange Brückenabschnitt soll anschließend möglichst senkrecht auf ein vorbereitetes Fallbett aus Mineralgemisch stürzen. Dieses soll gleichzeitig die darunter verlaufende Ortsverbindungsstraße zwischen Bahren und Trebsen schützen.

Sicherheitsbereich von 300 Metern
Rund um die Brücke wird für die Sprengung ein Sicherheitsbereich mit einem Radius von 300 Metern eingerichtet. Während der Maßnahme dürfen sich dort keine Personen aufhalten. Auch Drohnenflüge über dem Bereich sowie die Befahrung der Mulde sind untersagt. Einen öffentlichen Aussichtspunkt für Schaulustige soll es nicht geben. Wer die Sprengung dennoch verfolgen möchte, soll dies über einen geplanten Livestream tun können.
A14 wird vollständig gesperrt
Auch Autofahrer müssen sich am 15. November auf Einschränkungen einstellen. Die A14 soll im Bereich der Muldebrücke voraussichtlich für rund drei Stunden vollständig gesperrt werden. Die Sperrung soll etwa eine Stunde vor der eigentlichen Sprengung beginnen. Zusätzlich werden die Ortsverbindungsstraße zwischen Bahren und Trebsen sowie die S11 zwischen dem Abzweig Golzern und Schmorditz gesperrt. Nach der Sprengung wird die verbliebene Brückenkonstruktion zunächst kontrolliert. Erst wenn die Strecke wieder sicher befahrbar ist, kann die Autobahn freigegeben werden.

Alte Brücke wird vollständig zurückgebaut
Nach dem Einsturz werden die Brückenteile vor Ort zerkleinert, nach Materialien getrennt und anschließend abtransportiert. Stahl und Beton sollen dabei weitgehend wiederverwertet werden. Die alte Gründung der Autobahnbrücke soll nach derzeitiger Planung bis März 2027 zurückgebaut werden. Verbleibende Bauwerksteile sollen bis April 2027 auf konventionellem Weg abgebrochen werden. Parallel dazu läuft bereits die Vorbereitung für den Neubau. Ab Februar 2027 sollen neue Pfeiler und Widerlager entstehen. Der erste Verschub des neuen Stahlüberbaus ist nach aktuellem Zeitplan für den Sommer 2027 vorgesehen.











