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Bahnhofspark Grimma wird komplett umgestaltet – das ist geplant

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Grimma. Der Bahnhofspark in Grimma steht vor einer umfassenden Neugestaltung. Seit dem 1. Oktober ist das rund 9.000 Quadratmeter große Areal mit Bauzäunen gesichert. Während der Bauarbeiten bleibt der parkseitige Fußweg an der Leipziger Straße gesperrt, Fußgänger werden über den Bahnhofsvorplatz umgeleitet.

Mit dem Projekt verfolgt die Stadt das Ziel, den Park sowohl ökologisch als auch gestalterisch zukunftsfähig zu machen. Neben neuen Wegen, Sitzmöglichkeiten und einer modernen Beleuchtung steht dabei insbesondere die Entwicklung eines klimaangepassten Baumbestandes im Mittelpunkt.

31 Gehölze müssen entfernt werden
Im Vorfeld der Arbeiten wurde der gesamte Gehölzbestand des Parks von Fachleuten untersucht. Das Ergebnis: Zahlreiche Bäume haben unter den trockenen und heißen Sommern der vergangenen Jahre erheblich gelitten. Nach Angaben der Stadt weisen 31 Gehölze starke Vitalitätsverluste, Trockenschäden sowie teils umfangreiche Totholzbildung auf und müssen deshalb entfernt werden.

Bauhofleiter und Forstfachwirt Stefan Schuricht betont, dass jeder Baum einzeln bewertet worden sei. Wo ein Erhalt möglich sei, würden die Gehölze weiterhin gepflegt. Bei einigen Bäumen könne die langfristige Standsicherheit jedoch nicht mehr gewährleistet werden. Auch Oberbürgermeister Tino Kießig verweist auf die Verantwortung der Stadt, Gefahren durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume zu vermeiden. Bereits in den vergangenen Jahren seien regelmäßig Pflegemaßnahmen durchgeführt und Totholz entfernt worden. Die aktuellen Untersuchungen hätten jedoch gezeigt, dass bei einem Teil des Bestandes weitergehende Maßnahmen notwendig seien.

Stadt setzt auf klimaresistente Neupflanzungen
Den 31 Fällungen stehen künftig 90 neue Bäume und Gehölze gegenüber. Hinzu kommen rund 30 weitere Sträucher und Kletterpflanzen. Damit wird nahezu das Dreifache der entfernten Gehölze neu gepflanzt.

Bei der Auswahl setzt die Stadt auf robuste und klimaangepasste Arten. Vorgesehen sind unter anderem Wild-Flieder, Schnurbäume, Hopfenbuchen, Trauben-Eichen, Amberbäume und Krim-Linden. Ziel ist es, langfristig einen widerstandsfähigen Baumbestand aufzubauen, der den Herausforderungen des Klimawandels besser standhalten kann.

Artenschutz wird berücksichtigt
Die Arbeiten erfolgen unter Berücksichtigung artenschutzrechtlicher Vorgaben. Vor jeder Fällung werden die betroffenen Bäume erneut kontrolliert. Wo erforderlich, kommt ein spezieller Fällkran zum Einsatz, um die Eingriffe möglichst schonend durchzuführen. Die Maßnahmen finden außerhalb der gesetzlichen Brut- und Setzzeit statt. Zudem liegt eine entsprechende Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig vor.

Neue Wege, Bänke und Beleuchtung
Die Umgestaltung des Bahnhofsparks geht weit über die Erneuerung des Baumbestandes hinaus. Vor allem im südlichen und westlichen Bereich sollen künftig offenere Freiräume entstehen. Neue Wege werden durch die Baumreihen geführt, während die bisherigen Betonplatten durch eine moderne Gestaltung ersetzt werden. Für mehr Aufenthaltsqualität sorgen künftig 14 neue Sitzbänke sowie zusätzliche Sitzgelegenheiten auf dem Bahnhofsvorplatz. Eine neue Beleuchtungsanlage soll die Orientierung verbessern. Darüber hinaus sind kleinere Spielelemente vorgesehen. Auch die technische Infrastruktur wird erweitert. Im Zuge der Arbeiten entstehen neue Strom- und Wasseranschlüsse.

Ehrenmal wird neu gestaltet
Bestandteil des Parks bleibt weiterhin das Sowjetische Ehrenmal. Der bisherige Panzer-Sockel wird jedoch entfernt. Metallstern und Gedenkplatten sollen künftig in einem zentralen Blumenbeet neu angeordnet werden. „Der Bahnhofspark soll künftig ein attraktives Entrée zur Stadt und gleichzeitig ein Ort der Begegnung und des Verweilens sein“, erklärt Oberbürgermeister Tino Kießig. Mit der Neugestaltung wolle die Stadt den Park dauerhaft ökologisch und gestalterisch aufwerten.

Bauhofleiter: Entscheidung fiel nicht leicht
Die Entscheidung zur Entnahme mehrerer Bäume sei der Stadt nicht leichtgefallen, betont Bauhofleiter Stefan Schuricht. Die betroffenen Gehölze seien über Jahre hinweg regelmäßig kontrolliert und gepflegt worden. Dazu gehörten unter anderem Rückschnittmaßnahmen und die Entfernung von Totholz. Dennoch hätten die vergangenen Trockenjahre viele Bäume nachhaltig geschädigt. Einige Gehölze befänden sich inzwischen in einem fortgeschrittenen Absterbeprozess, der auch durch weitere Pflegemaßnahmen nicht mehr aufgehalten werden könne. Besonders bei Rotbuchen könnten zusätzliche Schäden entstehen, wenn durch den Verlust von Kronenteilen bislang geschützte Bereiche plötzlich starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt würden. Ziel sei es deshalb, die Sicherheit der Parkbesucher zu gewährleisten und gleichzeitig schrittweise einen widerstandsfähigen Baumbestand für kommende Generationen aufzubauen.

Rote Markierungen stammen von früheren Kontrollen
Wer derzeit durch den Bahnhofspark geht, entdeckt an mehreren Bäumen rote Farbmarkierungen. Diese stehen nach Angaben der Stadt jedoch nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Umgestaltungsarbeiten. Die Markierungen stammen überwiegend aus früheren Baumkontrollen. Bereits 2019 wurde der Bestand umfassend untersucht. Damals stellten Fachleute unter anderem Vitalitätsschäden und Totholz fest. In der Folge wurden verschiedene Pflegemaßnahmen umgesetzt und einzelne Äste entfernt. Auch bei einer weiteren Kontrolle im Jahr 2022 wurden Bäume oder einzelne Kronenbereiche markiert, wenn ein erhöhtes Risiko für Astbruch bestand. „Die roten Markierungen an den Eichen und älteren Bäumen stehen nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Umgestaltungsarbeiten im Bahnhofspark“, stellt Oberbürgermeister Tino Kießig klar. Inzwischen setzt die Stadt auf ein digitales Baumkataster und dauerhafte Baumplaketten zur Dokumentation des kommunalen Baumbestandes. Farbmarkierungen werden daher nur noch selten langfristig verwendet.

Fördermittel finanzieren Großteil der Kosten
Für die Umgestaltung des Bahnhofsparks sind Gesamtkosten von rund 570.000 Euro veranschlagt. Davon stammen 427.500 Euro aus Fördermitteln des Programms „Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung EFRE 2021–2027“. Der Eigenanteil der Stadt Grimma liegt bei 142.500 Euro. Nach Abschluss der Arbeiten sollen Bürgerinnen und Bürger zudem die Möglichkeit erhalten, symbolische Baumpatenschaften zu übernehmen. Mit dem geplanten Konzept „Herzensbaum“ können Vereine, Unternehmen und Privatpersonen künftig neue Bäume mit persönlichen Erinnerungen, Jubiläen oder besonderen Anlässen verbinden.