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Brandiser Keglerin Beate Heinrich als Deutsche Meisterin geehrt

Auszeichnung vor Ligaspiel würdigt außergewöhnliche Karriere und nationalen Titelgewinn

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Foto: TSV Rot-Weiß 90 Brandis

Brandis. Große Ehre für eine der erfolgreichsten Keglerinnen Sachsens: Vor dem Ligaspiel der Frauenmannschaft des TSV Rot-Weiß 90 Brandis gegen den KSV Pockau-Lengefeld in der 1. Verbandsliga ist am Sonntagmorgen die Deutsche Meisterin Beate Heinrich offiziell ausgezeichnet worden.

Die Ehrung fand am 27. September 2026 um 9 Uhr in Brandis statt. Überreicht wurde die Auszeichnung durch den Vorsitzenden des TSV Rot-Weiß 90 Brandis, Chris Kießling, Brandis‘ Bürgermeister Arno Jesse sowie den Präsidenten des Keglerverbandes Sachsen, Silvio Jabusch.

Seit rund 50 Jahren dem Kegelsport verbunden

Die heute 58-jährige Beate Heinrich begann bereits als Kind mit dem Kegelsport und blickt inzwischen auf eine rund fünf Jahrzehnte lange Karriere zurück. Viele Jahre spielte sie in Graditz, einem Ortsteil von Torgau, sowie später beim KSV 2010 Torgau. Dort war sie mit der Frauenmannschaft in der Kreisliga aktiv und sammelte über die Jahre zahlreiche Erfolge bei Bezirks-, Landes- und Deutschen Einzelmeisterschaften. Bereits 2016 durfte sie sich über den Titel der Deutschen Einzelmeisterin freuen. Damals gewann sie in der Disziplin Classic über 100 Wurf.

Erfolgreicher Wechsel nach Brandis

Im Sommer 2023 wechselte Heinrich zum TSV Rot-Weiß 90 Brandis und wurde schnell zu einer wichtigen Stütze der ersten Frauenmannschaft. Seit ihrem Wechsel feierte das Team zwei Aufstiege in Folge: In der Saison 2024/25 gelang der Sprung von der 1. Bezirksliga in die 2. Verbandsliga, ein Jahr später folgte der Aufstieg in die 1. Verbandsliga.

Auch im Pokalwettbewerb sorgte die Mannschaft für Aufsehen. Die Brandiserinnen wurden in den Spielzeiten 2023/24, 2024/25 und 2025/26 jeweils Vize-Sachsenpokalsiegerinnen und qualifizierten sich damit dreimal hintereinander für den Deutschen Pokal. In der Saison 2024/25 erreichte das Team sogar das Achtelfinale des bundesweiten Wettbewerbs.

Einen besonderen Höhepunkt setzte Heinrich am 10. Mai 2026 beim Finale des Sachsenpokals in Markranstädt. Mit 644 Kegeln erzielte sie dort ihre persönliche Bestleistung und trug maßgeblich zum erfolgreichen Abschneiden ihrer Mannschaft bei.

Dominanter Auftritt bei den Landesmeisterschaften

In der Saison 2025/26 war Heinrich mit einem Ligadurchschnitt von 571,73 Kegeln die beste Spielerin ihrer Liga und qualifizierte sich damit für die Landeseinzelmeisterschaften der Seniorinnen A in Mittweida.

Bereits im Vorlauf am 6. Juni zeigte sie ihre Klasse. Nach einem furiosen Start mit 180 Kegeln auf der ersten Bahn setzte sie ihre starke Leistung konsequent fort und gewann den Vorlauf mit 643 Kegeln. Dabei erzielte sie einen neuen Bahnrekord der Seniorinnen A und leistete sich lediglich einen Fehlwurf.

Auch im Finale einen Tag später ließ sie der Konkurrenz keine Chance. Mit weiteren 613 Kegeln sicherte sie sich mit insgesamt 1.256 Kegeln den Titel der Landeseinzelmeisterin. Der Vorsprung auf die Zweitplatzierte betrug beeindruckende 88 Kegel. Zudem war ihr Gesamtergebnis das beste aller Altersklassen bei den Seniorinnen und Senioren.

Deutscher Meistertitel in Lorsch

Als Sachsenmeisterin qualifizierte sich Heinrich für die Deutschen Einzelmeisterschaften am 27. und 28. Juni 2026 im hessischen Lorsch. Bei Temperaturen von bis zu 35 Grad auf der Kegelanlage wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern körperlich anspruchsvolle Bedingungen abverlangt.

In jeder Altersklasse gingen 20 Sportlerinnen an den Start, von denen sich nach dem Vorlauf lediglich die besten acht für das Finale qualifizierten. Heinrich legte bereits am ersten Wettkampftag den Grundstein für ihren Erfolg. Mit 608 Kegeln und starken 230 Abräumern belegte sie Platz zwei und lag nur acht Kegel hinter der Führenden. Gleichzeitig verschaffte sie sich einen komfortablen Vorsprung von 26 Kegeln auf Rang drei.

Im Finale bestätigte sie ihre herausragende Form eindrucksvoll. Mit 612 Kegeln und einer fehlerfreien Vorstellung ohne Fehlwurf setzte sie sich souverän an die Spitze und sicherte sich mit insgesamt 1.220 Kegeln den Titel der Deutschen Einzelmeisterin der Seniorinnen A. Der Vorsprung auf die Konkurrenz betrug am Ende 40 Kegel.

Besonders bemerkenswert: Mit ihren 1.220 Kegeln erzielte Heinrich das drittbeste Gesamtergebnis aller Seniorinnen- und Seniorenklassen. Zudem war sie die einzige Frau des gesamten Wettbewerbs, die an beiden Wettkampftagen jeweils mehr als 600 Kegel spielte. Selbst bei den Männern gelang dieses Kunststück lediglich zwei Teilnehmern.

Mit dem Gewinn ihres zweiten Deutschen Meistertitels nach 2016 setzte die Brandiser Keglerin einen weiteren Meilenstein in ihrer außergewöhnlichen Laufbahn – und sorgte zugleich für einen der größten sportlichen Erfolge in der jüngeren Vereinsgeschichte des TSV Rot-Weiß 90 Brandis.