
Bad Lausick/Lauterbach. In der Nacht zum Donnerstag kam es im Bad Lausicker Ortsteil Lauterbach zu einem schweren Verkehrsunfall nach einer polizeilichen Verfolgungsfahrt. Ein Audi stürzte dabei mehrere Meter tief in das Gleisbett der Bahnstrecke Leipzig–Bad Lausick. Drei Personen wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht.
Nach ersten Informationen war der Audi einer Streifenwagenbesatzung bei Kitzscher aufgefallen, da die angebrachten Kennzeichen offenbar nicht zu dem Fahrzeug passten. Als die Beamten das Fahrzeug kontrollieren wollten, missachtete der Fahrer die Anhaltesignale und entzog sich der Kontrolle.

Die Flucht führte schließlich nach Lauterbach. Dort bog der Audi auf eine Wiese ab, die zu einer ehemaligen Brückenüberführung über die Bahnstrecke Leipzig–Bad Lausick führt. Trotz eines Absperrgeländers versuchte der Fahrer offenbar, seitlich an der Absperrung vorbeizufahren. Dabei durchbrach das Fahrzeug einen Zaun und stürzte rund fünf Meter in die Tiefe. Der Audi überschlug sich und blieb schließlich auf dem Dach im Gleisbett liegen.
Gegen 2:45 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bad Lausick zur technischen Hilfeleistung alarmiert. Als die Einsatzkräfte an der Unfallstelle eintrafen und sich einen Überblick verschafften, hatten die drei Insassen das Fahrzeug bereits verlassen. Alle drei wurden vom Rettungsdienst versorgt und zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Für die Unfallaufnahme und Spurensicherung leuchteten die Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden die Einsatzstelle großflächig aus. Im Zuge der Ermittlungen stellte die Polizei zudem eine Softairwaffe sowie verschiedene Werkzeuge sicher, die sich im Fahrzeug befanden.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach bisherigen Erkenntnissen wird wegen mehrerer Straftatbestände ermittelt. Für die Bergung des erheblich beschädigten Fahrzeugs wurde ein Kranfahrzeug der Deutschen Bahn angefordert. Die Bahnstrecke zwischen Lauterbach und Bad Lausick ist aufgrund des Unfalls und der Bergungsarbeiten derzeit voll gesperrt. Wie lange die Sperrung andauern wird, war zunächst unklar.
Update 09:30 Uhr: Der Fahrer und zwei Beifahrer (31, deutsch und 48, kroatisch) wurden von den Beamten und Rettungskräften befreit. Der 31-jährige Beifahrer erlitt schwere, der andere Beifahrer und der Fahrer leichte Verletzungen. Alle Männer wurden zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Ein vorab durchgeführter Drogenschnelltest reagierte bei zwei der Männer positiv auf Amphetamine. Ob der Fahrer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand, wird die – nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft angeordnete – Blutentnahme der drei Männer zeigen. Während der Bergungsarbeiten des Audis durch einen Abschleppzug der Deutschen Bahn ist die Zugstrecke vorläufig gesperrt. Die Deutsche Bahn hat einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Der Sachschaden beträgt ersten Schätzungen zufolge 16.000 Euro. Die Polizei ermittelt wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall, Kennzeichenmissbrauchs, Fahren ohne Fahrerlaubnis und verbotenen Kraftfahrzeugrennens










