Borna. Nach mehrjähriger Planung und Bauzeit hat das neue Polizeirevier in Borna offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Am Montag wurde der Neubau in der Stauffenbergstraße 4a feierlich an die Polizei übergeben. Der Freistaat Sachsen investierte rund 23 Millionen Euro in das moderne Gebäude, das künftig als zentrale Dienststelle für die Polizeiarbeit im südlichen Landkreis Leipzig dient.
Die Übergabe erfolgte durch Sachsens Finanzminister Christian Piwarz an Innenminister Armin Schuster, den Präsidenten der Polizeidirektion Leipzig René Demmler sowie den Leiter des Polizeireviers Borna Frank Winkler.
Polizei arbeitet künftig unter einem Dach
Mit dem Neubau werden der bislang auf die Standorte Borna und Geithain verteilte Streifen- und Kriminaldienst an einem gemeinsamen Standort zusammengeführt. Die Bürgerpolizistinnen und Bürgerpolizisten bleiben weiterhin in Geithain präsent.
Künftig werden rund 140 Bedienstete im neuen Polizeirevier tätig sein. Dazu gehören 90 Beschäftigte im Streifendienst, darunter 13 Bürgerpolizistinnen und Bürgerpolizisten. Das Revier betreut ein Gebiet mit mehr als 98.000 Einwohnern, das von Geithain über Frohburg, Regis-Breitingen und Borna bis nach Zwenkau und Großpösna reicht. Die Einsatzkräfte bewältigen dort jährlich mehr als 11.000 Einsätze.
Innenminister Armin Schuster betonte die Bedeutung des Neubaus für die Polizeiarbeit in der Region. Die Beamtinnen und Beamten erhielten moderne Technik und zeitgemäße Arbeitsbedingungen, die sie bei ihren täglichen Aufgaben unterstützen würden.
Auch Revierleiter Frank Winkler sieht deutliche Vorteile durch den Umzug. Die Zusammenlegung von Streifen- und Kriminaldienst ermögliche effizientere Abläufe. Gleichzeitig profitierten Bürgerinnen und Bürger von mehr Platz, diskreten Gesprächsräumen und einer vollständig barrierefreien Erreichbarkeit.
Moderne Ausstattung auf 2.400 Quadratmetern
Das neue Polizeirevier besteht aus einem dreigeschossigen Hauptgebäude mit rund 2.400 Quadratmetern Nutzfläche, mehreren Nebengebäuden sowie einem geschützten Polizeihof. Untergebracht sind dort unter anderem die Wache, Bereiche für Streifen- und Kriminaldienst, die Anzeigenaufnahme, Vernehmungsräume, ein Gewahrsam, Besprechungs- und Schulungsräume sowie Umkleiden, Technik- und Lagerräume. Für die Einsatzkräfte steht zudem ein Sportraum zur Verfügung.
Die Raumaufteilung wurde gezielt auf kurze Wege und effiziente Arbeitsabläufe ausgelegt. Die Wache befindet sich unmittelbar am Haupteingang. Wartebereich und Anzeigenaufnahme sind ebenfalls im öffentlich zugänglichen Bereich untergebracht, während interne Dienstbereiche klar getrennt sind.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Barrierefreiheit gelegt. Ein Aufzug verbindet alle Etagen. Zusätzlich führt ein taktiles und kontrastreiches Leitsystem sehbeeinträchtigte Menschen vom Gehweg bis ins Gebäude.
Nachhaltigkeit und Kunst am Bau
Auch ökologische Aspekte spielten bei der Planung eine wichtige Rolle. Das Gebäude verfügt über begrünte Dachflächen und eine Photovoltaikanlage. Die Dachbegrünung soll das Mikroklima verbessern und den Regenwasserabfluss verzögern. Im Innenhof entstand zudem ein begrünter Aufenthaltsbereich für die Beschäftigten.
Vor dem Haupteingang wurde ein kleiner Platz mit Sitzgelegenheiten und Pflanzflächen gestaltet, der einen offenen und einladenden Zugang zum Polizeirevier schaffen soll.
Ein besonderes gestalterisches Element ist die Skulptur „Faltung, Gezinkt“ des Dresdner Künstlers Jan Großmann. Das Kunstwerk aus weiß beschichtetem Aluminium greift sogenannte Gaunerzinken auf – geheime Zeichen, die früher von Kriminellen verwendet wurden. Im Kontext des Polizeireviers steht die Skulptur symbolisch für Aufklärung und Strafverfolgung.
Mit dem Neubau setzt der Freistaat Sachsen seine Investitionen in die Modernisierung der Polizeiliegenschaften fort. Finanziert wurde das Projekt vollständig aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.











