Start Nachrichten Landkreis Nahversorgung unter Druck: Sechs Dorfmärkte werden geschlossen

Nahversorgung unter Druck: Sechs Dorfmärkte werden geschlossen

0
63
Symbolbild/KI generiert

Sachsen. Die Leipziger NFresh GmbH wird sechs ihrer insgesamt zehn nah&frisch-Märkte schließen.

Betroffen sind die Standorte in Beilrode, Riesa, Hohburg, Laußig, Hohenprießnitz und Doberschütz. Nach Angaben des Unternehmens können diese Filialen dauerhaft nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.

Hintergrund ist die Übernahme der Belieferungsvereinbarung von Bartels-Langness (Bela) durch die EDEKA Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen im vergangenen Jahr. In den vergangenen Monaten wurde das Filialnetz intensiv geprüft. Dabei habe sich gezeigt, dass eine Konsolidierung aus betriebswirtschaftlicher Sicht unumgänglich sei.

Die Märkte in Wermsdorf, Falkenhain, Torgau und Jesewitz bleiben hingegen erhalten und sollen weitergeführt werden.

„Die leider anhaltend angespannte wirtschaftliche Situation, steigende Betriebs- und Personalkosten sowie die unzureichende Rentabilität der betroffenen Standorte lassen einen Weiterbetrieb nicht mehr zu“, erklärte Patrick Lüdtke, Geschäftsführer der NFresh GmbH. Ein Festhalten an den defizitären Märkten würde nach seinen Worten sogar den Fortbestand der verbleibenden vier Filialen gefährden.

Die Verantwortlichen betonen, dass die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Gerade in ländlichen Regionen seien die Märkte wichtige Anlaufstellen für die Nahversorgung und ein fester Bestandteil des täglichen Lebens vieler Menschen.

Parallel zur wirtschaftlichen Prüfung wurden laut EDEKA und NFresh verschiedene Zukunftsperspektiven für die betroffenen Standorte untersucht. Dabei standen unter anderem hybride Verkaufsmodelle oder vollständig autonome Einkaufskonzepte im Fokus. Ob solche Lösungen künftig umgesetzt werden können, hängt jedoch von den jeweiligen örtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen ab.

Von den Schließungen betroffen sind auch die Mitarbeitenden der sechs Märkte. Ihnen werden entweder Leistungen aus einem Sozialplan angeboten oder – sofern möglich – Wechselmöglichkeiten in andere Filialen. Nach Unternehmensangaben laufen bereits persönliche Gespräche, um für die Beschäftigten möglichst sozialverträgliche Lösungen zu finden.

EDEKA und NFresh kündigten an, die Suche nach alternativen Versorgungskonzepten für die betroffenen Gemeinden fortzusetzen. Man habe die Märkte bereits länger offengehalten, als dies unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten vertretbar gewesen sei. Die aktuellen Rahmenbedingungen ließen jedoch keine andere Entscheidung zu, erklärten die Verantwortlichen.

Die EDEKA Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen betreut nach eigenen Angaben rund 840 Märkte in Franken, der Oberpfalz, Sachsen, Thüringen und Teilen Baden-Württembergs. Gemeinsam mit den selbstständigen Kaufleuten beschäftigt der Verbund rund 47.500 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2024 einen Einzelhandelsumsatz von rund 5,35 Milliarden Euro.