Bahnprojekt Dresden–Prag: Milliardenprojekt soll Verkehr in Europa beschleunigen

0
5
Symbolbild/pixabay

Dresden/Prag. Das geplante Bahn-Großprojekt zwischen Sachsen und Tschechien erhält neue Unterstützung aus Brüssel.

Bei einem Treffen in Dresden tauschten sich die sächsische Infrastrukturministerin Regina Kraushaar und die europäische Korridorkoordinatorin Margarida Marques über den Stand der geplanten Neubaustrecke zwischen Dresden und Prag aus. Die Strecke gilt als eines der wichtigsten grenzüberschreitenden Bahnprojekte Europas.

Sachsen treibt das Vorhaben seit Jahren politisch und fachlich voran. Auch die Europäische Union unterstützt die Planungen von Beginn an finanziell und organisatorisch. Nach Angaben des Freistaats wurden die bisherigen Arbeiten auf deutscher und tschechischer Seite jeweils mit zweistelligen Millionenbeträgen aus EU-Mitteln gefördert.

Nach Ansicht von Infrastrukturministerin Kraushaar ist die Verbindung ein zentraler Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Die neue Strecke könne den Wirtschaftsstandort stärken, Reisezeiten deutlich verkürzen und zugleich Umwelt sowie Anwohner durch modernen Schienenverkehr entlasten. Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende des Eisernen Vorhangs brauche Deutschland leistungsfähige Bahnverbindungen nach Tschechien, Polen und weiter nach Südosteuropa.

Ein wichtiger Planungsschritt wurde bereits erreicht: Die Deutsche Bahn und die tschechische Infrastrukturgesellschaft Správa železnic haben 2024 die Vorplanung für den grenzüberschreitenden Erzgebirgstunnel abgeschlossen. Zudem liegt ein deutsch-tschechischer Staatsvertrag unterschriftsreif vor. Kraushaar fordert nun, dass der Bund die nächsten Planungsschritte finanziell absichert.

Auch aus Brüssel kommt Rückenwind. EU-Korridorkoordinatorin Marques bezeichnete die Hochgeschwindigkeitsstrecke als strategisch wichtigen Lückenschluss im europäischen Verkehrsnetz. Sie werde Deutschland und Tschechien enger verbinden, klimafreundlichen Personenverkehr stärken und zugleich den Güterverkehr auf einer der meistbefahrenen Bahnachsen Europas entlasten.

Die Verbindung ist Teil des europäischen Kernnetzkorridors Rhein–Donau innerhalb des transeuropäischen Verkehrsnetzes TEN-V. Die Vorplanung für den grenzüberschreitenden Abschnitt wurde in einem längeren Abstimmungsprozess mit betroffenen Kommunen, Landkreisen und Fachbehörden entwickelt.

Politisch ist das Projekt inzwischen auf Bundesebene angekommen. Das Vorhaben wurde im Oktober 2025 dem Bundesministerium für Verkehr vorgelegt und Ende Februar 2026 an den Bundestag zur parlamentarischen Befassung weitergeleitet. Als Ziel für den Baubeginn wird derzeit das Jahr 2032 genannt.

Entscheidend für den weiteren Fortschritt ist nach Angaben des sächsischen Ministeriums nun eine schnelle Finanzierungsentscheidung des Bundes. Nur wenn die nächsten Planungsphasen gesichert werden, kann das Projekt rechtzeitig für eine mögliche EU-Mitfinanzierung in der Förderperiode 2028 bis 2034 berücksichtigt werden.