Waldbrandsaison 2026 gestartet: Behörden warnen vor steigender Gefahr

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Archiv Waldbrand im Klosterholz 2022

Sachsen. Seit dem 1. März läuft in Sachsen wieder offiziell die Waldbrandsaison. Sachsenforst und der Deutsche Wetterdienst informieren seither täglich über die aktuelle Waldbrandgefahr in den Regionen des Freistaates. Grundlage ist ein weiterentwickelter Waldbrandgefahrenindex, mit dem die Gefahrenstufen erstmals ganzjährig bis zum 31. Dezember berechnet und veröffentlicht werden.

Der neue Index unterteilt die Waldbrandgefahr in fünf Stufen – von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr). Für insgesamt 31 Vorhersageregionen in Sachsen wird die Gefährdung täglich neu bewertet. Besonders im sächsischen Tiefland beginnt parallel zur Saison wieder die kamera-gestützte Waldbrandüberwachung. Aufgrund sandiger Böden und geringerer Niederschläge gelten diese Gebiete als besonders brandgefährdet.

Rückblick auf ein extremes Jahr

Der Start der diesjährigen Saison erfolgt vor dem Hintergrund eines außergewöhnlich schweren Waldbrandjahres 2025. Während 2024 mit insgesamt rund zehn Hektar verbrannter Fläche vergleichsweise glimpflich verlief, standen im vergangenen Jahr mehr als 2.000 Hektar Wald in Flammen.

Den größten Anteil daran hatte ein verheerender Brand in der Gohrischheide im Landkreis Meißen. Das Feuer brach dort am 1. Juli auf einem kampfmittelbelasteten Gelände aus und entwickelte sich rasch zu einem Großeinsatz. Über mehrere Tage kämpften hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen. Zeitweise rief der Landkreis den Katastrophenfall aus, zudem mussten Ortschaften evakuiert werden. Der Brandgeruch war zeitweise in weiten Teilen Sachsens wahrnehmbar.

Mensch bleibt Hauptursache

Angesichts solcher Ereignisse appellieren die Behörden an die Bevölkerung, sich verantwortungsvoll im Wald zu verhalten. Sachsenforst-Präsident Utz Hempfling betont, dass die meisten Waldbrände vom Menschen verursacht werden.

Riskantes oder fahrlässiges Verhalten, in manchen Fällen auch vorsätzliche Brandstiftung, zerstöre wertvolle Ökosysteme, setze Treibhausgase frei und gefährde Menschenleben. Besonders die Einsatzkräfte der Feuerwehren seien bei Waldbränden oft über viele Stunden oder Tage hinweg enormen Belastungen ausgesetzt, häufig bei großer Sommerhitze. Natürliche Ursachen spielten dagegen nur eine sehr geringe Rolle.

Vorbeugung durch Waldumbau und Infrastruktur

Auch Waldbesitzer sind aufgerufen, zur Vorbeugung beizutragen. Revierleiterinnen und Revierleiter beraten Privat- und Körperschaftswaldbesitzer kostenlos zu möglichen Schutzmaßnahmen.

Im Staatswald setzt Sachsenforst vor allem auf langfristige Strategien wie den Waldumbau. Dabei wird der Anteil von Laubbäumen erhöht, um die Brandlast von reinen Nadelbaumbeständen zu verringern. Zusätzlich sorgen Löschwasserzisternen, Brandschneisen sowie ein Netz aus Einsatz- und Rettungswegen für bessere Bedingungen bei möglichen Brandeinsätzen – insbesondere in schwer zugänglichen Gebieten oder auf kampfmittelbelasteten Flächen.

Klare Regeln für Waldbesucher

Um Waldbrände zu verhindern, gelten in Sachsen strenge Verhaltensregeln. Offenes Feuer im Wald und in einem Umkreis von 100 Metern ist ganzjährig verboten. Dazu gehören auch Rauchen, Lagerfeuer oder Grillen.

Gefahren gehen zudem von abgestellten Fahrzeugen aus, wenn heiße Katalysatoren auf trockene Vegetation treffen. Außerdem müssen Zufahrtswege zu Waldgebieten für Rettungsfahrzeuge freigehalten werden.

Wer einen Waldbrand entdeckt, ist verpflichtet, sofort den Notruf 112 zu wählen. Schnelles Handeln kann entscheidend sein, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Bei den Waldbrandgefahrenstufen 4 und 5 wird zudem empfohlen, auf Waldbesuche möglichst zu verzichten. In solchen Fällen können Landkreise und kreisfreie Städte den Zugang zu Waldgebieten einschränken oder vollständig sperren.

Informationen auch per App

Aktuelle Informationen zur Waldbrandgefahr stellt Sachsenforst auch über die kostenlose Smartphone-App „Waldbrandgefahr Sachsen“ bereit. Neben den aktuellen Gefahrenstufen bietet sie eine Notruf- und Standortfunktion. Mithilfe der GPS-Ortung lassen sich der genaue Standort eines Brandes und der nächstgelegene Rettungspunkt im Wald schnell ermitteln.

Zusätzliche Informationen zur Waldbrandgefährdung und zum Waldbrandschutz sind auch online über die Internetseiten von Sachsenforst und das Waldportal Sachsen abrufbar.