Grimma. Im Frühjahr 2023 hatten wir zuletzt über die Planungen zur Weiterführung der Grimmaer Umgehungsstraße berichtet. Nun haben wir erneut nachgehakt.
Bereits im Juli 2008 wurde die Umgehungsstraße in zwei Bauabschnitten feierlich eröffnet. Doch bis heute weist sie einen entscheidenden Makel auf: Sie ist nicht fertiggestellt und endet bislang auf freiem Feld bei Großbardau. Die geplante Trasse soll künftig westlich an Waldbardau entlang der Bahnlinie verlaufen und zwischen Großbothen und dem Abzweig nach Schaddel wieder in die B107 einmünden.
Seit 2015 – also seit über einem Jahrzehnt – erkundigen wir uns regelmäßig beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASUV) nach dem Stand des Projekts. 2023 war nach diversen Verzögerungen die Erstellung der umfangreichen Planfeststellungsunterlagen noch nicht abgeschlossen. Ziel war es, diese bis Ende 2024 bei der Landesdirektion einzureichen.
Pressesprecherin Corinna Saring informiert nun über den aktuellen Stand: Zwar wurde der Vorentwurf bereits 2020 genehmigt, allerdings unter Auflagen. Diese betreffen insbesondere die Umplanung der Großbrücke über die Bahngleise. Ursprünglich als ein zusammenhängendes Bauwerk vorgesehen, wird die Brücke nun im Wesentlichen in zwei Bauwerke aufgeteilt, wodurch sich die Spannweiten entsprechend verringern. Geplant sind zudem ein Wildwechselkorridor sowie eine Wirtschaftswegeverbindung unter den Brücken, die künftig durch einen kurzen Zwischendamm voneinander getrennt werden.
Die Bauwerksvorplanung wurde auf dieser Grundlage überarbeitet und ist mittlerweile abgeschlossen. Aktuell wird die Entwässerungslösung an die geänderte Bauwerkskonzeption angepasst. „Der nächste Schritt ist die weitere Fortschreibung der Entwurfsplanung für das Gesamtvorhaben – einschließlich der Anpassung an aktualisierte technische Regelwerke und der Berücksichtigung der allgemeinen Baupreisentwicklung“, so Saring. Erst auf Basis dieses überarbeiteten Entwurfs könne anschließend die Planfeststellungsunterlage erstellt werden. Ob – und welche – Generation die fertiggestellte Umgehungsstraße letztlich nutzen wird, bleibt damit weiterhin offen. Wir bleiben dran.










