Hochwasserwarnsystem in Sachsen weiter verbessert

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Sachsen. Umweltstaatssekretär Herbert Wolff hat heute (16. November 2015) das neue Hochwasserinformations- und -managementsystem (HWIMS) für den Freistaat Sachsen gestartet. Das nach der Flutkatastrophe 2002 eingeführte Warnsystem wurde dafür noch einmal erheblich verbessert und an den Stand der Technik angepasst. „Neben technischem Hochwasserschutz ist das Vorhersage- und Warnsystem ein elementarer Bestandteil der Vorsorge in Sachsen“, so Wolff. „Rechtzeitige Warnungen schaffen Zeit, um mobile Hochwasserschutzelemente aufzubauen. Dort, wo die Überschwemmungen nicht zu verhindern sind, können Menschen evakuiert und Sachwerte in Sicherheit gebracht werden. Das hilft, eintretende Schäden zu vermeiden oder wenigstens zu verringern“, so der Staatssekretär.Bereits seit 2004 werden Hochwasserprognosen für den Freistaat Sachsen zentral im Landeshochwasserzentrum (LHWZ) in Dresden-Klotzsche erstellt. Bei Hochwassergefahr erhalten die zuständigen staatlichen Behörden, Kommunen sowie weitere Empfänger sogenannte Eilbenachrichtigungen, deren Empfang durch ein Bestätigungssystem kontrolliert und so sichergestellt wird.

In dem neuen System gibt es künftig neun, statt bisher sieben Flussgebiete. Die Eilbenachrichtigung an die zuständigen Stellen erfolgt künftig nicht mehr pegelbezogen für die Flussgebiete insgesamt, sondern getrennt für 54 Warngebiete. „Diese Änderung führt dazu, dass gezielter vor Hochwasser gewarnt werden kann. Zum Beispiel dann, wenn es im Westerzgebirge lokal stark regnet. Bisher wurden dann für das gesamte System der Zwickauer, der Freiberger und der Vereinigten Mulde Eilbenachrichtigungen verschickt. Künftig warnt das System nur dort, wo tatsächlich auch Handlungsbedarf besteht“, erläutert Wolff.Weitere Änderungen betreffen die Empfangsbestätigung für die Eilbenachrichtigungen. Bisher mussten die Empfänger dazu einen mit der Eilbenachrichtigung übermittelten vierstelligen Zahlencode per Telefon oder Mail an eine ihnen bekannte Telefonnummer oder Mailadresse senden. Dieses Verfahren hatte zu vielen Fehlern geführt. Künftig stehen den Empfängern zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel die einfache Antwort auf eine Kurznachricht (SMS), Benachrichtigung und Empfangsbestätigung per Sprachdialog, Nutzung eines Links in der Benachrichtigung oder Besuch einer Webseite. Zur Einführung des neuen HWIMS und der neuen rechtlichen Regelungen wurden in den vergangenen Wochen die Teilnehmer an diesem System umfassend geschult.

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Mit der Investition in Höhe von rund fünf Millionen Euro wurde auch die Verfügbarkeit und Betriebssicherheit des Landeshochwasserzentrums verbessert. „Die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte führt bei Hochwasser zu unzähligen Zugriffen auf die Seiten des Landeshochwasserzentrums. Im Juni 2013 brachten bis zu 4,5 Millionen Zugriffe pro Stunde das System an seine Grenzen. Künftig ist die vorhandene Technik auch auf diese gewachsene Beanspruchung bestens vorbereitet“, so Wolff.

Hintergrund:

Das HWIMS ist ein Informations- und Kommunikationssystem, welches alle Prozesse des Hochwassernachrichten- und Alarmdienstes im Freistaat Sachsen integriert und unterstützt. Der Dienst dient der Warnung vor und der Information über Hochwassergefahren. Daten, die Aufschluss über die Entstehung, den zeitlichen Verlauf und die räumliche Ausdehnung eines Hochwassers geben (z. Bsp. meteorologische Daten wie Niederschlagsgeschehen sowie hydrologische Daten wie Wasserstände und Durchflüsse), werden schnell und effizient erfasst, ausgewertet und übermittelt. Teilnehmer am Hochwassernachrichten- und Alarmdienst (u.a. sächsische Gemeinden, Landratsämter), weitere Stellen (Dritte die besonders gefährdet sind bzw. von denen im Hochwasserfall Gefährdungen ausgehen können) und die Öffentlichkeit werden über Hochwassergefahren unterrichtet, damit frühzeitig und effektiv Abwehrmaßnahmen eingeleitet werden können.Die umfassende Bereitstellung der für den Hochwassernachrichten- und Alarmdienst relevanten Daten ermöglicht längere Vorhersagezeiträume. Auf diese Weise können gezielte Maßnahmen geplant und ergriffen werden, um Gefahren für Leib und Leben, Sachschäden und nachteilige Folgen für die Umwelt, das Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten zu verringern bzw. abzuwenden. Dies hat sich insbesondere bei den jüngsten Hochwasserereignissen gezeigt, in denen sich das LHWZ außerordentlich bewährt hat.

Für den Hochwassernachrichten- und Alarmdienst relevante Daten der an den Freistaat Sachsen angrenzenden Staaten Polen und Tschechien können direkt von der Publikumsplattform des LHWZ aufgerufen werden.

Quelle: PM SMUL – Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

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