Sachsen. Bei Bauarbeiten im Innenhof des Schlosses Hinterglauchau haben Archäologen einen bedeutenden Fund gemacht. Seit Anfang September 2026 begleitet das Landesamt für Archäologie Sachsen die Umgestaltung des renaissancezeitlichen Schlossareals sowie die Verlegung neuer Medientrassen. Dabei kamen bislang unbekannte Überreste einer älteren Bebauung ans Licht.
Parallel zum Nordflügel des Schlosses stießen die Fachleute auf eine rund acht Meter lange und etwa 80 Zentimeter breite, gut erhaltene Ziegelmauer. Zudem wurde eine östlich anschließende Quermauer freigelegt. Auffällig ist die aufwendige Bauweise: Die Außenseite der Mauer war mit einer dicken Lehmpackung gegen Feuchtigkeit abgedichtet. Zusätzlich verfügte das Bauwerk über eine horizontale Sperrschicht aus dünnen Schieferplatten, die das Aufsteigen von Feuchtigkeit verhindern sollte.
Nach Einschätzung der Archäologen handelt es sich bei dem Befund vermutlich um einen verfüllten Keller, der zu einem Vorgängerbau des heutigen Nordflügels gehörte. Da der Nordflügel des Schlosses ab etwa 1470 errichtet wurde, dürfte die entdeckte Struktur deutlich älter sein und möglicherweise bereits vor dem Jahr 1400 entstanden sein.
Ob eine Verbindung zwischen dem nun freigelegten Keller und den noch im Inneren des Nordflügels erhaltenen Resten der ehemaligen Burganlage besteht, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Hinweise auf das Alter des Befundes liefern Keramikfragmente aus der Verfüllung. Diese werden in das späte 14. beziehungsweise frühe 15. Jahrhundert datiert.
Während der gesamten Baumaßnahme ist ein Archäologe des Landesamtes für Archäologie Sachsen vor Ort, um die Arbeiten fachlich zu begleiten. Unterstützung erhält er zeitweise von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter. Die Untersuchungen sollen weitere Erkenntnisse zur frühen Baugeschichte des Schlosses Hinterglauchau und seiner Vorgängeranlagen liefern.












