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Mit Schneeschiebern im Klärbecken

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Foto: Veolia/Hannes Schmidt

Grimma. Sie ist rund um die Uhr gefordert. Jetzt bekam die Kläranlage in Grimma nach vier Jahren eine kleine Verschnaufpause:

„Wir haben alle vier Becken nacheinander geleert, gereinigt und die Belüfterelemente erneuert“, informiert Hannes Schmidt, Gruppenleiter Kläranlagen bei Veolia in Grimma. Die Aktion war lange geplant, denn normalerweise sind alle vier Reaktoren, wie die Experten zu den Klärbecken sagen, im Einsatz. Doch jetzt mussten die fest am Beckenboden verbauten Belüfterelemente ausgetauscht werden, weil sie verschlissen waren.

Wenn die Becken mit Abwasser gefüllt sind, sieht man nicht, was in sechs Metern Tiefe passiert.“ Deshalb sei es wichtig, das Blasenbild an der Wasseroberfläche im Auge zu behalten, weiß Hannes Schmidt. „Entscheidend ist, dass die Luftbläschen sich gut verteilen, sodass alle Bakterien etwas davon haben.“ Außerdem sei der Anteil an gelöstem Sauerstoff ein wichtiges Indiz, wie gut das Abwasser gereinigt wird. Dieser Wert wird über Messsonden permanent ermittelt. Aufgabe der Bakterien ist es, die organische Substanz im Abwasser abzubauen – und dafür benötigen sie Luft. Der Sauerstoff wird über Gebläse und schließlich die Rohrverbindungen am Beckenboden bis zu den Belüfterelementen geschickt. Hannes Schmidt: „Nicht nur die Bakterien haben ihre Freude an den neuen Belüfterelementen; wir werden das auch deutlich am geringeren Energieverbrauch merken.“ Wegen des enormen Aufwandes werden Aktionen wie diese nur alle paar Jahre eingeplant. Seit Anfang August sind alle vier Reaktoren heruntergefahren und das Abwasser herausgepumpt worden – und dann war Handarbeit gefragt: Mit Schneeschiebern sind die letzten Ablagerungen am Beckenboden entfernt, abschließend alles mit Hochdruck gereinigt worden. „Das ist körperlich sehr anstrengend, vor allem bei Temperaturen von teilweise über 30 Grad. Aber so eine Maßnahme kann man nicht einfach wetterabhängig verschieben„, weiß Kerstin Härtel, die Geschäftsführerin des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain.

Sie ist froh, dass die Aktion reibungslos verlaufen ist und dankbar für das Engagement der Mitarbeiter aus dem Team von Hannes Schmidt. Auf der Kläranlage Grimma wird das Abwasser in vier sogenannten Reaktoren gereinigt. Das sind rechteckige Becken, in denen die einzelnen Phasen der Abwasserbehandlung nacheinander ablaufen. Jeder Reaktor fasst 2 900 Kubikmeter und ist mit 155 Belüfterkerzen bestückt. Die Kläranlage am Bahndamm in Dorna ist mit 25 000 Einwohnerwerten die größte im Verbandsgebiet. Die Putzaktion hatte keine Auswirkungen auf die Abwasserentsorgung im Gebiet des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain.