
Grimma. Zum 30-jährigen Dienstjubiläum überbrachten Oberbürgermeister Tino Kießig und Altstadtkoordinatorin Lisa Krause die besten Glückwünsche.
„Unser Kino ist ein wichtiges Kulturgut“, sagte das Stadtoberhaupt. „Wir sind wirklich stolz darauf, dass es nach allen Hürden seit über 100 Jahren ein Kino in Grimma gibt“.
„Ich bedanke mich bei allen, die uns jahrelang die Treue gehalten haben und unser Kino besuchen. Es waren schöne Jahre, manchmal schwer, manchmal leicht. Und ich hoffe auf weitere schöne Jahre“, so Thomas Hildebrand. Thomas Hildebrand übernahm im Januar 1996 das Kino Grimma. Der erste Film, der lief, war Disneys „Pocahontas“.
Das Grimmaer Lichtspielhaus ist eines der ältesten Kinos in Sachsen. Es wurde am 2. Oktober 1913 eröffnet. In den letzten Jahren stattete Thomas Hildebrand das Kino mit moderner Digitaltechnik aus.
Grimmas Kino-Geschichte
Nur 15 Jahre nach der ersten nachgewiesenen öffentlichen Filmvorführung in Deutschland vor zahlendem Publikum am 1. November 1895 im Berliner „Wintergarten“ hielt das Kino auch in Grimma Einzug. Bereits 1910 wurde die ausgebaute Scheune am Leipziger Platz, heute bekannt als das „Goldene Schiff“, als Vorführraum für Kinofilme genutzt.
Am 4. Oktober 1913 eröffnete nur wenige hundert Meter entfernt ein zweites, vollständig modern eingerichtetes Lichtspielhaus in der Nicolaistraße 2. Beide Kinos wurden von W. Sesselberg betrieben. Zu den großen Publikumsmagneten der Anfangsjahre zählten Filme wie „Zwischen zwei Lokomotiven“, „Schwarze Natter“ oder „Punkt 12 Uhr nachts“. Das Obere Kino am Leipziger Platz bestand noch bis in die 1950er Jahre.
Auch der spätere Schauspieler Ulrich Mühe war in seiner Jugend ein regelmäßiger Besucher des Grimmaer „Central Theaters“. Seine Leidenschaft für den Film, so verriet er später in mehreren Interviews, wurde hier geweckt. Auch in Nerchau existierte Mitte des 20. Jahrhunderts ein Kino. Nach umfangreicher Rekonstruktion des alten Lichtspieltheaters wurde dort 1985 das erste Kino-Café des Bezirks Leipzig eröffnet.










