Neue Drehleiter in Grimma eingetroffen

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Am Dienstagabend rollte die neue Drehleiter in Grimma ein, die Mannschaft wird in den nächsten Tagen auf dem neuen Fahrzeug fit gemacht. Foto: Sören Müller

Grimma/Borna/Wurzen/Groitzsch. Sehnsüchtig wurde sie erwartet, nun ist sie da! Offiziell wird Sie am 17.05.2018 übergeben.

Kurz nach 21:30 Uhr machte sich Aufregung unter den Kameraden der Grimmaer Feuerwehr breit. „Naunhof“ schallte es durch die Nacht. Emsig aber akurat wurden die Fahrzeuge auf dem Feuerwehrhof in Stellung gebracht um den Kameraden die am Sonntag nach Karlsruhe gefahren sind um das neuste Fahrzeug im Grimmaer Fuhrpark in Empfang zunehmen, einen herzlichen Empfang zu bereiten. „Abfahrt Grimma!“, nun war die Spannung fast am Höhepunkt, gut zwei Jahre waren vom ersten Anstoss bis zu diesem Tag vergangen.

Für die Kameraden ist das wie Weihnachten, Silvester und Jahrtausendwende an einem Tag, so sagen sie selbst. Immerhin wird das wichtigste Fahrzeug im Löschzug nach 23 Jahren ausgetauscht. Da wurde der Ein oder Andere doch schon etwas wehmütig. Die Ein oder Andere Geschichte war zu hören wenn man nur lauschte, „Weißt du noch, damals bei dem Großbrand in Golzern oder am Husarenhof?“. Trotzdem, die neue Leiter ist für alle Kameraden ein Segen, die Meinung war einstimmig zuhören. Und rein optisch, soll sie ja trotz silberfarbenden Drehleiterpark, der farblich mittlerweile eigentlich aus der Mode gekommen ist (Standart Anthrazit ohne Mehrkosten, laut Hersteller), richtig etwas her machen, schließlich ist sie ja auch das Aushängeschild und oft auch auf Festen in der Öffentlichkeit gefragt. Aber schön aussehen kann jedes Fahrzeug, Leistung muss sie bringen, schließlich soll das Fahrzeug mindestens 25 Jahre im Dienst bleiben und Brandbekämpfung und Rettung optimieren.

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„Höhe Goethestraße, Blaulicht an!“, Gesagt getan, überall flackerten jetzt neben Blaulicht Handydisplays auf und es dauerte auch gar nicht lange, da bog die neue Leiter auf den Feuerwehrhof ein, die Spannung legte sich und machte der Neugier Platz, die nun bis in die Nacht hinein bleiben sollte.

Die Städte Grimma, Groitzsch, Borna und Wurzen erhalten dann offiziell am Donnerstag, 17. Mai, jeweils ihr neues Feuerwehr-Drehleiter-Fahrzeug.  Die feierliche Übergabe durch Sachsens Innenminister Roland Wöller erfolgt 14.30 Uhr auf dem Grimmaer Markt. Die Feuerwehr-Drehleitern an den Standorten Grimma, Groitzsch, Borna und Wurzen sind in die Jahre gekommen. Es wurde höchste Zeit diese zu ersetzen. Dank des Finanzpakets „Brücken in die Zukunft“, gespeist aus Mitteln des Bundes und des Freistaats, rollen 2018 nun vier nagelneue Fahrzeuge in die Gerätehäuser der vier Städte.

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Die Neuanschaffung wurde durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Städten und dem Landkreis Leipzig möglich. Der Kreistag hatte im Vorfeld beschlossen  2,2 Mio. Euro  der ihm zustehenden Fördermittel an die Städte/Gemeinden abzutreten, um die Ersatzbeschaffung von vier Drehleiterfahrzeugen für Borna, Grimma, Groitzsch und Wurzen zu ermöglichen. “Es ist die größte feuerwehrtechnische Investition, die in den letzten 20 Jahren im Landkreis Leipzig auf den Weg gebracht wurde“, sagt Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger. „Etwa drei Millionen Euro fließen in die Sicherheit der Bevölkerung.“

Dabei sprang die Stadt Grimma maßgeblich beim aufwändigen Ausschreibungsprozess für alle vier Fahrzeuge in die Bresche. Rund 630.000 Euro kostet ein Fahrzeug. Drei Viertel der Kosten werden gefördert. Die Städte Grimma, Groitzsch, Borna und Wurzen leisten den restlichen Anteil aus Eigenmitteln. Die Grimmaer Verwaltung hat federführend für alle beteiligten Städte eine europaweite Ausschreibung durchgeführt. Dabei wurden die Anforderungen an die Fahrzeuge und deren Ausstattung durch Arbeitsgruppen der Verwaltungen und der beteiligten Feuerwehren gemeinsam festgelegt.

Unterstützt wurden die Kommunen bei diesem Projekt von der Dietze Kommunal- und Unternehmensberatung. Durch die gemeinsame Ausschreibung sind für alle Städte die erhofften Synergien eingetreten. So konnte u. a. gegenüber dem Schätzpreis eine Einsparung erreicht werden. Den Zuschlag für die vier Fahrzeuge erhielt das Unternehmen „Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co KG“.

Bis zu drei Personen haben zukünftig im Mercedes-Fahrgestell Platz. Die neue Drehleiter verfügt außerdem über einen größeren Rettungskorb, der bis zu 23 Meter ausgefahren werden kann, und eine höhere Traglast bis zu 500 Kilo. Zudem ist sie mit zwei Pressluftatemgeräten, einer Schwerlasttrage, einem Notstromaggregat, einer Motorkettensäge und einer elektrischen Kettensäge, einem Hochleistungslüfter sowie einer hochmodernen Wärmebildkamera ausgestattet.

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