Elektronische Schutzengel – Expertentipp zu Fahrsicherheitssystemen: Tausende Unfälle lassen sich verhindern

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Mehr als 3.000 Menschen verlieren jeden Tag weltweit im Straßenverkehr ihr Leben, das berichtet die Verbrauchervereinigung Global NCAP. Die Initiative „Stop the Crash“ will das Ziel der UN, bis 2020 die Zahl der Verkehrstoten zu halbieren, unterstützen. Wie dies gelingen kann, erläutert Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control.

Was sind die Gründe für die immer noch hohe Zahl an Verkehrstoten?

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– Die Hauptursache für Unfälle im Straßenverkehr ist und bleibt der Mensch. Hinzu kommen gerade in Schwellenländern technisch oft nur unzureichend ausgerüstete Fahrzeuge, die Passagiere und Passanten schlecht schützen. Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Daher will die Initiative „Stop the Crash“ die Bekanntheit von Sicherheitssystemen wie dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) oder Notbremssystemen weiter steigern.

Welche Bedeutung hat ESP?

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55010etbild2Foto djdRobert BoschNotbremsung: Reagiert der Fahrer nicht und erkennt das Notbremssystem, dass ein Unfall unvermeidbar ist, leitet es eine Vollbremsung ein. Foto: djd/Robert Bosch– ESP ist nach dem Sicherheitsgurt und vor dem Airbag das wichtigste Sicherheitssystem im Fahrzeug. Allein in Europa hat es laut einer Studie der Bosch-Unfallforschung seit der Markteinführung im Jahr 1995 260.000 Unfälle verhindert und rund 8.500 Leben gerettet. Bis zu 80 Prozent aller Schleuderunfälle könnten verhindert werden, wenn alle Fahrzeuge das Antischleudersystem an Bord hätten. Global NCAP ruft daher alle UN-Mitgliedsstaaten auf, ESP bis 2020 für Neuwagen vorzuschreiben. In der EU gilt die ESP-Pflicht für Neuwagen bereits seit November 2014.

Wie können Notbremssysteme Unfälle verhindern?

55010etbild3Foto djdRobert BoschAusweichmanöver führen häufig zu schweren Verkehrsunfällen. ESP vergleicht 25-mal pro Sekunde, ob das Auto auch dahin fährt, wo der Fahrer hinlenkt. Weichen die Werte voneinander ab, greift das Schleuderschutzsystem unterstützend ein. Foto: djd/Robert Bosch– Vorausschauende Notbremssysteme unterstützen Autofahrer in kritischen Situationen beim Bremsen vor einem Hindernis. Auffahrunfälle zählen zu den schlimmsten Kollisionen, insbesondere wenn Passanten oder Radfahrer beteiligt sind. Automatische Notbremssysteme können derartige Unfälle ganz verhindern oder zumindest die Folgen abmildern. Erkennt ein Radar- oder Videosensor ein potenzielles Hindernis vor dem Auto, wird das Bremssystem auf eine Vollbremsung vorbereitet und der Fahrer gewarnt. Reagiert dieser nicht und das System erkennt, dass ein Unfall unvermeidbar ist, leitet es eine Vollbremsung ein.

UN-Ziel: 50 Prozent weniger Unfalltote bis 2020

55010etbild4Foto djdRobert BoschErkennt die Kamera in der Fahrspur ein Hindernis, bereitet das Notbremssystem eine Bremsung vor. Viele Unfälle lassen sich so vermeiden. Foto: djd/Robert BoschDie Vereinten Nationen haben ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: Bis 2020 soll sich die Zahl der weltweit 1,25 Millionen Unfalltoten pro Jahr halbieren. Ein Schritt auf diesem Weg ist, schon heute nutzbare Sicherheitssysteme und deren Wirkung bekannter zu machen – neben den Industriestaaten insbesondere auch in den Schwellenländern. Dieser Aufgabe widmet sich die weltweite Initiative „Stop the Crash“. Zahlreiche Partner aus der Industrie wie etwa Bosch sind beteiligt, unter www.stopthecrash.org gibt es mehr Informationen.

 

 

Quelle: djd

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