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Wusstest du schon? Warum Grimma ohne die Mulde wohl nicht das Grimma von heute wäre

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Archiv/Medienportal-Grimma

Grimma. Wer heute an der Mulde entlangspaziert, die Altstadt vom gegenüberliegenden Ufer betrachtet oder die Pöppelmannbrücke überquert, nimmt den Fluss vor allem als einen Teil des typischen Grimmaer Stadtbildes wahr. Doch die Mulde ist weit mehr als eine schöne Kulisse. Ohne sie hätte sich Grimma vermutlich ganz anders entwickelt.

Die Lage am Fluss war bereits für die Entstehung der Stadt von großer Bedeutung. Schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung Grimmas im Jahr 1200 gab es im Muldental Siedlungen. Die strategisch günstige Lage an der Mulde spielte später eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der Stadt.

Wasserstraße, Energiequelle und Lebensgrundlage

Über viele Jahrhunderte erfüllte die Mulde gleich mehrere Funktionen. Sie lieferte Wasser, ermöglichte Fischfang und Holzflößerei und wurde zum Transport von Waren genutzt. Gleichzeitig lieferte ihre Strömung die Energie für zahlreiche Wassermühlen. Wie groß diese Bedeutung einmal war, zeigt ein Blick auf die Grimmaer Mühlengeschichte. Noch vor rund 100 Jahren existierten im heutigen Stadtgebiet zahlreiche Wasser- und Windmühlen. Besonders bekannt ist die Großmühle unmittelbar an der Mulde, deren Geschichte bis weit ins Mittelalter zurückreicht. Dort wurden unter anderem Getreide und Öl verarbeitet. Damit war die Mulde über Jahrhunderte gewissermaßen ein natürlicher Motor der örtlichen Wirtschaft.

Die Brücke machte Grimma zum wichtigen Verkehrspunkt

Der Fluss hatte allerdings auch einen Nachteil: Wer von einer Seite zur anderen wollte, musste ihn überqueren können. Bereits früh gab es bei Grimma Möglichkeiten zur Querung der Mulde, die mit alten Handelswegen verbunden waren. Später entstanden feste Brückenverbindungen. Eine besonders wichtige Rolle spielte schließlich die heutige Pöppelmannbrücke. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde hier eine steinerne Brücke errichtet, die unter anderem für die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Leipzig und Dresden von Bedeutung war. Grimmas Lage an der Mulde machte die Stadt damit nicht nur zu einem Handels- und Wirtschaftsstandort, sondern auch zu einem wichtigen Verkehrspunkt.

Der Fluss brachte Wohlstand – aber auch Zerstörung

Die Geschichte der Mulde hat allerdings zwei Seiten. Der Fluss, der Grimmas Entwicklung über Jahrhunderte begünstigte, wurde der Stadt immer wieder gefährlich.

Besonders die Hochwasser der Jahre 2002 und 2013 haben sich tief in das Gedächtnis vieler Grimmaer eingebrannt. Vor allem 2002 wurde die historische Altstadt schwer getroffen. Zahlreiche Gebäude standen unter Wasser, die Schäden waren enorm. Auch die historische Pöppelmannbrücke wurde damals schwer beschädigt und später wieder aufgebaut. Als Konsequenz aus den schweren Hochwassern entstand entlang der Altstadt eine umfangreiche Hochwasserschutzanlage. Mauern, Tore, unterirdische Bauwerke und Pumpanlagen gehören heute ebenso zum Stadtbild wie die Mulde selbst.

Die Mulde prägt Grimma bis heute

Heute spielt die Mulde wirtschaftlich eine andere Rolle als noch vor mehreren Jahrhunderten. Trotzdem prägt sie Grimma stärker als vermutlich jedes andere Landschaftselement. Die historische Altstadtsilhouette, die Pöppelmannbrücke, die Großmühle, die Klosterkirche und die Wege entlang des Flusses sind eng mit ihr verbunden. Auch die häufig verwendete Bezeichnung Grimmas als „Perle des Muldentals“ zeigt, wie eng Stadt und Fluss miteinander verknüpft sind. Die Mulde brachte Grimma Wasser, Energie, Handel und Verkehrswege – gleichzeitig stellte sie die Stadt immer wieder vor enorme Herausforderungen.
Wusstest du schon? Ein erheblicher Teil dessen, was Grimma heute ausmacht, wäre ohne die Mulde wohl nie in dieser Form entstanden.