Grimma. Was 1996 auf gerade einmal 84 Quadratmetern begann, hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten zu einer festen Größe in der Grimmaer Altstadt entwickelt. Der Bastelladen in der Langen Straße feiert in diesem September sein 30-jähriges Bestehen – und blickt dabei auf eine bewegte Geschichte voller Kreativität, Begegnungen und Herausforderungen zurück.
Am 21. September 1996 öffnete „Der Bastelladen“ erstmals seine Türen in der Langen Straße 42. Die Anfänge waren bescheiden, doch die Idee dahinter fand schnell Anklang. Schon kurz nach der Eröffnung entwickelte sich das Geschäft zu einem Treffpunkt für kreative Menschen. Mehrmals wöchentlich fanden Kurse statt, eine Malschule etablierte sich und Angebote wie Seidenmalerei, Kerzengestaltung oder die Herstellung von Porzellanpuppen lockten zahlreiche Interessierte in die Grimmaer Innenstadt.
Dass das Konzept funktionieren würde, ahnte bereits Georg Dornig senior bei seinem ersten Besuch. Sein Urteil fiel damals typisch direkt aus: „Wenn die Grimmaer Sie nicht annehmen, könnse machen, was Se wolln. Aber bei Ihnen könnte es klappen.“ Eine Einschätzung, die sich bewahrheiten sollte.
Wachstum und neue Möglichkeiten
Mit der steigenden Nachfrage wuchs auch das Sortiment. Bald wurde der ursprüngliche Standort zu klein. Bereits im Jahr 2000 zog der Bastelladen in größere Räume in der Langen Straße 50 um. Statt 84 standen nun 180 Quadratmeter Verkaufs- und Arbeitsfläche zur Verfügung.
Doch nur zwei Jahre später wurde die Erfolgsgeschichte jäh unterbrochen. Das verheerende Hochwasser von 2002 traf die Grimmaer Altstadt schwer – auch der Bastelladen blieb von den Folgen nicht verschont. Aufgeben kam für die Betreiber jedoch nicht infrage. Mit Unterstützung vieler Helfer konnte das Geschäft bereits ein halbes Jahr später wieder eröffnet werden.
Ein weiterer Meilenstein folgte 2004, als die Familie Ziegler das gesamte Gebäude erwarb. Seitdem wurde kontinuierlich investiert und erweitert. Heute umfasst der Bastelladen mehr als 400 Quadratmeter und bietet kreative Materialien, individuelle Rahmungen sowie zahlreiche Dienstleistungen rund um das Basteln, Malen und Gestalten. „Wir rahmen seit dreißig Jahren Bilder, brennen in unserem Brennofen die getöpferten Schönheiten unserer Kunden und machen alles, was möglich ist, in der Regel auch möglich“, sagt Uschi Ziegler.
Mehr als nur ein Geschäft
Für viele Grimmaer ist der Bastelladen weit mehr als ein Fachgeschäft. Über die Jahre entstanden zahlreiche Erinnerungen und Geschichten, die den Ort prägen. Dazu gehören große Ereignisse ebenso wie kleine Begegnungen des Alltags. Selbst eine vom Hochwasser 2013 schwer gezeichnete Katze, die bis 2024 zum Team gehörte, ist Teil dieser besonderen Geschichte geworden.
Jubiläumswoche mit Mitmachprogramm
Anlässlich des 30-jährigen Bestehens lädt der Bastelladen vom 21. bis 27. September 2026 zu einer Jubiläumswoche ein. Besucher können sich auf ein kleines Mitmachprogramm freuen, gemeinsam kreativ werden und Erinnerungen an vergangene Zeiten austauschen. Drei Jahrzehnte nach der Eröffnung zeigt sich: Der Bastelladen hat nicht nur Trends überdauert und Hochwasser überstanden, sondern sich als fester Bestandteil des Grimmaer Stadtlebens etabliert. Ein Ort, an dem Ideen Gestalt annehmen – und an dem immer wieder neue Geschichten entstehen.











