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Nächtliche Unwetterlage durch Luftmassengrenze wahrscheinlich

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Gewitter
Gewitter/Symbolbild/KI generiert

Sachsen. Heute Abend und in der Nacht ist aufgrund einer markanten Luftmassengrenze mit Gewittern und Starkregen zu rechnen. In der Mitte, vor allem von Hessen über Thüringen bis Nordbayern und Sachsen hin besteht am Abend und in der Nacht sogar die Gefahr durch schwere Gewitter (Superzellen) und nachfolgendem Starkregen. In den nächsten Tagen dann weiterhin unbeständiges und feuchtwarmes Wetter.

Zur aktuellen Wetterlage: Am heutigen Mittwoch liegt Deutschland im Bereich einer für die Jahreszeit recht kräftigen westlichen Höhenströmung, wobei nochmals feuchtwarme Luftmasse nach Sachsen geführt wird, während es weiter nördlich kühler bleibt. An dieser Linie baut sich in den kommenden Stunden eine markante Luftmassengrenze auf, an der von Westen her ein kleines Tief (Kurzwellentrog) entlang ziehen wird. Südlich dieser Kurzwelle werden die Bedingungen für markante Gewitter äußerst günstig, da die Windscherung in unterschiedlichen Luftschichten äußerst hoch sein wird und sich mit Bereichen von vorhandener Gewitterenergie gut überlappt.

Die angesprochene Windscherung sorgt dafür, dass die Gewitter sich besser organisieren können, langlebiger werden und zudem auch stärker ausfallen werden. In den Gewittern wird der Aufwindbereich aufgrund der bereits angesprochenen Parameter schlussendlich gut vom Abwindbereich getrennt und in Rotation versetzt. Gewitter dieser Art nennt man in Fachkreisen auch „Superzellen“. Hinzu kommt, dass auch in unteren Luftschichten eine hohe Windscherung anliegt und die durch den Nachtgang so schon absinkende Wolkenbasis auch ein gewisses Tornadopotenzial gegeben ist.

Quelle: www.fg-wetter.de

Heute Abend und in der Nacht ist bei etwaigen Durchgängen von Superzellen neben Starkregen mit Mengen von 25 l/m², Hagel um 3-4 cm und Sturmböen bis 100 km/h kann auch ein lokales Tornadoereignis nicht ausgeschlossen werden. Ein Tornado ist eine Begleiterscheinung einer Superzelle und neben starken Gewitterfallböen ein kleinräumiges und schadensträchtiges rotierendes Sturmereignis, welches im Aufwindbereich entstehen kann, aber NICHT muss – die Parameter sind jedoch gegeben, deshalb wird das Ereignis angesprochen.

Quelle: www.fg-wetter.de

Auf der Rückseite des eben bereits erwähnten Kurzwellentroges, welcher an der Luftmassengrenze von W nach O durchzieht, entsteht dann ein wieder südwärts vorankommendes Starkregengebiet an dessen Kaltfront, welches sich in der Nacht von Hessen über Thüringen hinweg bis nach Sachsen ostwärts verlagert. Dieses kann auch zeitweise blitzdurchsetzt sein. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es in dem Streifen zu flächigerem Starkregen mit Mengen zwischen 20 und 30 l/qm in wenigen Stunden kommt. Es gibt auch Signale dafür, dass 25 l/qm in kurzer Zeit, oder auch bis zu 40 l/qm in wenigen Stunden realistisch erscheinen.

Sören Klippstein 
Synoptiker

Nach einer regional unruhigen Nacht werden bis zum Morgen die Regenfälle an der Front von West nach Ost hin zusehends nachlassen. Es sind aufgrund der angesprochenen Gegebenheiten die Radare im Auge zu behalten. Dennoch gilt auch hier wieder, dass nicht jeder getroffen werden wird. Das Potenzial der Wetterlage wurde ausführlich beschrieben. Eins noch: Begrifflichkeiten wie „Windhosen“ oder Ähnliches sind fachlicher Unsinn und gibt es nicht. Sören Klippstein/Synoptiker