Amokfahrt in Leipziger Innenstadt: Zwei Menschen getötet, Ermittlungen dauern an

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Symbolbild/Sören Müller

Leipzig. Nach der tödlichen Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt haben die Staatsanwaltschaft Leipzig und die Polizeidirektion Leipzig weitere Details zu den Opfern, Verletzten und dem Tatverdächtigen veröffentlicht.

Die Ermittlungen wegen zweifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs laufen weiterhin auf Hochtouren.

Nach bisherigen Erkenntnissen kamen zwei Menschen ums Leben: eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann. Darüber hinaus wurden sechs weitere Personen im Alter zwischen 21 und 87 Jahren verletzt. Unter ihnen befinden sich zwei Schwerverletzte – ein 75-jähriger Mann sowie eine 84-jährige Frau. Zudem mussten mehr als 80 Menschen aufgrund der psychischen Belastung durch das Erlebte betreut werden.

Der 33-jährige Tatverdächtige war bereits im Jahr 2026 polizeilich in Erscheinung getreten. Gegen ihn lagen Anzeigen wegen Bedrohung sowie ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld vor, die derzeit noch bearbeitet werden. In diesem Zusammenhang hatte es am 17. April einen Polizeieinsatz gegeben, nachdem der Mann selbst einen Notruf abgesetzt hatte. Aufgrund seines psychischen Zustandes wurde er anschließend mit seinem Einverständnis in ein Fachkrankenhaus eingewiesen und dort bis zum 29. April behandelt.

Einträge im Bundeszentralregister liegen für den Beschuldigten nicht vor, ebenso sind aktuell keine weiteren Ermittlungs- oder Strafverfahren anhängig. Der Mann wurde am gestrigen Tag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft vorläufig festgenommen. Noch heute soll ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht über die Fortdauer der Freiheitsentziehung entscheiden. Weitere Details hierzu wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

Zu den Hintergründen der Tat gibt es weiterhin keine abschließenden Erkenntnisse. Nach aktuellem Stand schließen die Ermittler ein politisches oder religiöses Motiv aus. Die kriminalpolizeilichen Maßnahmen am Tatort dauern derzeit noch an, die betroffenen Bereiche der Innenstadt bleiben vorerst gesperrt. Es wird jedoch erwartet, dass die Absperrungen im Laufe des Tages aufgehoben werden können.

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Dafür wurden ein Hinweistelefon sowie ein Online-Portal eingerichtet, über die mögliche Beobachtungen oder Informationen gemeldet werden können. Hinweistelefon: 0341 966 46666
Hinweisportal: sn.hinweisportal.de

Die Ermittlungen dauern an. Weitere Informationen sollen folgen, sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen.