Dichter Rauch im Treppenhaus: Dramatische Rettung in Grimma-Süd

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Großeinsatz der Feuerwehr: Brand in Grimma-Süd fordert viele Kräfte Fotos: Sören Müller

Grimma. Ein nächtlicher Kellerbrand hat am späten Samstagabend in Grimma-Süd einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausgelöst.

Gegen 23:15 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Grimma zu dem Brand in einem Mehrfamilienhaus „An der Holzecke“ alarmiert. Bereits während der Anfahrt bestätigte die Rettungsleitstelle die Lage, woraufhin zusätzliche Kräfte aus Großbardau und Hohnstädt sowie mehrere Rettungswagen nachalarmiert wurden.

Vor Ort bestätigte sich die dramatische Situation: Im Keller eines Hauseingangs des fünfgeschossigen Wohnblocks war ein Feuer ausgebrochen. Das Treppenhaus war zu diesem Zeitpunkt bereits massiv verraucht, zudem drang dichter Rauch aus einer Wohnung. Einsatzkräfte schickten umgehend mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz in das Gebäude, um Menschen zu retten.

In höchster Eile konnten drei Bewohner, darunter ein Kind, unter anderem aus dem stark verrauchten Treppenhaus gerettet werden. Parallel dazu wurde die Brandbekämpfung im Keller eingeleitet. Nachdem das Feuer unter Kontrolle gebracht war, belüfteten die Einsatzkräfte das Gebäude, sodass das Treppenhaus wieder rauchfrei wurde. Anschließend konnten weitere Bewohner unter Begleitung der Feuerwehr das Haus verlassen.

Insgesamt waren rund 51 Feuerwehrkameraden mit acht Fahrzeugen im Einsatz. Nach ersten Angaben von Einsatzleiter Michael Hennig wurden mindestens drei Personen verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Eine abschließende Zahl stand am Abend noch nicht fest, da insbesondere Rauchgasvergiftungen auch zeitverzögert auftreten können. Von den insgesamt 28 gemeldeten Bewohnern mussten 18 Personen durch Feuerwehr und Rettungsdienst betreut werden.

Der betroffene Hauseingang wurde gesperrt und ist derzeit nicht bewohnbar. Grimmas Oberbürgermeister Tino Kießig verschaffte sich persönlich einen Überblick über die Lage und unterstützte die Einsatzleitung vor Ort. Für Bewohner, die nicht bei Angehörigen oder Freunden unterkommen konnten, wurde kurzfristig eine Notunterkunft eingerichtet: In Abstimmung mit der Stadt wurde die Muldentalhalle als Nachtquartier vorbereitet.

Kießig zeigte sich vor Ort dankbar für die schnelle Hilfe: „Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und dem DRK für ihr schnelles und professionelles Handeln. Das engagierte Zusammenspiel aller Beteiligten hat dazu beigetragen, dass Schlimmeres verhindert werden konnte.“ Zugleich würdigte er die Unterstützung aus der Stadtgesellschaft und dankte insbesondere dem Betreiber der Muldentalhalle Stefan Tröger für die unkomplizierte Bereitstellung der Unterkunft.

Die Betreuung der Betroffenen übernahm die Schnelle Einsatzgruppe des DRK Muldental, die mit rund 20 ehrenamtlichen Helfern im Einsatz war. Die Bewohner sollen zunächst bis Sonntag dort untergebracht werden, über das weitere Vorgehen soll im Laufe des Tages entschieden werden.

Die Hausverwaltung des Gebäudes war am Abend für Einsatzkräfte und Bewohner zunächst nicht erreichbar. Die Ursache des Brandes ist derzeit noch unklar. Brandstiftung kann nach ersten Einschätzungen nicht ausgeschlossen werden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.