Lautes Dröhnen am Himmel: Warum Eurofighter über dem Landkreis Leipzig flogen

0
47
Symbolbild/pixabay

Landkreis Leipzig. Ein lautes Dröhnen am Montagnachmittag sorgte bei vielen Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Leipzig für Aufmerksamkeit.

Hintergrund waren militärische Übungsflüge der Bundeswehr im Luftraum über Sachsen. Wie ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr mitteilte, flogen am heutigen Montag, dem 2. Februar 2026, zwischen 14:40 Uhr und 15:35 Uhr Ortszeit insgesamt vier Kampfflugzeuge des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg. Zum Einsatz kamen Eurofighter-Jets, die im sogenannten Temporary Reserved Airspace (TRA) Sachsen unterwegs waren. Unter diesem zeitweise reservierten Luftraum befindet sich unter anderem die Stadt Grimma.

Die Flughöhen der Maschinen lagen demzufolge zwischen etwa 3.048 Metern und 7.468 Metern über Normalnull. Die Geschwindigkeit variierte stark und betrug im Durchschnitt rund 450 Knoten, was etwa 833 Kilometern pro Stunde entspricht. Der Flugbetrieb erfolgte im Rahmen des regulären Trainingsflugbetriebs und unter Einhaltung aller flugbetrieblichen Bestimmungen.

Für bestimmte Übungsvorhaben, insbesondere für Abfangjäger, ist es laut Bundeswehr zwingend erforderlich, große Lufträume zeitweise vollständig von zivilem Luftverkehr freizuhalten. Nur so könnten diese Übungen effektiv und vor allem sicher durchgeführt werden. Zu diesem Zweck sind in Deutschland spezielle Lufträume eingerichtet, die bei Bedarf aktiviert und für den militärischen Flugbetrieb reserviert werden – die sogenannten Temporary Reserved Airspace (TRA). Während der Aktivierungszeit dürfen sich ausschließlich freigegebene Luftfahrzeuge in diesem Bereich aufhalten. Die Überwachung der Einhaltung der Bestimmungen obliegt in dieser Zeit dem zuständigen Fluglotsen. Nach Abschluss der Übung wird der Luftraum wieder deaktiviert oder einem anderen Nutzer zugewiesen.

Die Streitkräfte seien verpflichtet, sowohl die Vorbereitung auf Einsätze zur Krisenbewältigung als auch einen angemessenen Beitrag zur Verteidigungsvorsorge sicherzustellen, so der Sprecher weiter. Zwar werde bereits ein großer Teil der fliegerischen Ausbildung ressourcen- und umweltschonend mithilfe von Simulatoren durchgeführt, dennoch blieben Ausbildungs- und Übungseinsätze in einem realen Umfeld unverzichtbar. Das Bemühen, die Auswirkungen des militärischen Flugbetriebs für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten, finde dort seine Grenze, wo die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte beeinträchtigt würde.

Die Bundeswehr stellt allgemeine Informationen zum militärischen Flugbetrieb online zur Verfügung. Darüber hinaus wurde ein Bürgertelefon eingerichtet, über das sich Anwohnerinnen und Anwohner mit Beobachtungen oder Fragen direkt an die zuständigen Stellen wenden können.