Polizeibilanz zur Silvesternacht

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Foto: EHL Media

Leipzig/Landkreis Leipzig/Nordsachsen. Die Polizeidirektion Leipzig führte zur Silvesternacht mit einem hohem Kräfteansatz in den Revieren, unterstützt durch die Aufrufhundertschaft der Reviere, der Einsatzhundertschaft der Inspektion Zentrale Dienste sowie drei unterstützenden Hundertschaften der sächsischen Bereitschaftspolizei einen Einsatz zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch.

Insgesamt sei laut Polizei eine Tendenz erkennbar, dass größere Auseinandersetzungen, bei denen die Polizei einschreiten muss, rückläufig sind und die bisherigen Brennpunkte wie der Leipziger Süden um das Connewitzer Kreuz, der Augustusplatz und der Osten mit der Eisenbahnstraße dahingehend aus dem Fokus rücken.

In den zwölf Nachtstunden rückten Streifenbeamte zu über 320 Einsätzen aus. Dazu kamen die Ereignisse, die durch den Führungsstab der Polizeidirektion Leipzig mit den Polizeihundertschaften bewältigt wurden. Einige davon werden im Folgenden dargestellt:

Im Leipziger Zentrum wurden vor Mitternacht mehrfach Personen kontrolliert, darunter auch Kinder und Jugendliche, die Feuerwerk der Kategorie F4 mit sich führten. Dazu wurden Strafanzeigen erstattet. Gegen 23:30 Uhr stellten Einsatzkräfte auf dem Augustusplatz eine männliche Person fest, die mit Pyrotechnik in die Menschenmenge feuerte. Bei der Feststellung der Person leistete diese Person Widerstand. Ebenso konnte kurz nach Mitternacht ein Mann festgenommen werden, der mit einer Schreckschusswaffe in die Luft schoss. Gegen beide Tatverdächtige wird nun ermittelt.

Im Leipziger Süden wurden vor Mitternacht und im Verlauf der Neujahrsnacht immer wieder Gegenstände durch Störer in Brand gesetzt. Im Bereich der Kochstraße sicherten Polizeikräfte den Rettungsdienst gegen 00:17 Uhr bei Erste-Hilfe-Maßnahmen ab und wurden dabei mit Pyrotechnik durch Unbekannte beworfen. Hierbei wurden zwei Dienstfahrzeuge beschädigt.

Gegen 00:22 Uhr wurden im Bereich des Polizeipostens in der Wiedebachstraße aus einer Gruppe von 30 bis 40 Personen heraus Steine, Pyrotechnik und Farbgläser in Richtung der Einsatzfahrzeuge und der eingesetzten Bereitschaftspolizisten geworfen. Eine Polizistin (25) wurde mutmaßlich durch Pyrotechnik dabei leicht verletzt, blieb aber dienstfähig. Drei Dienstfahrzeuge wurde dabei beschädigt. Die Ermittlungen werden hier wegen des Anfangsverdachts eines Landfriedensbruchs geführt.

Gegen 00:40 Uhr wurden im Rahmen von Löscharbeiten einer Barrikade auf der Bornaischen Straße die Einsatzkräfte der Branddirektion und der Polizei mit Flaschen und Pyrotechnik angegriffen. Dabei wurde ein Feuerwehrmann durch ein Knalltrauma verletzt. Ein Dienstfahrzeug wurde hier durch Bewurf beschädigt. Eine Strafanzeige wegen Landfriedensbruchs wurde aufgenommen.

Gegen 2:30 Uhr erfolgte der Einsatz eines Wasserwerfers zur Brandbekämpfung im Bereich des Connewitzer Kreuzes.

Die Branddirektion ersuchte die Polizei noch vor Mitternacht im Leipziger Stadtteil Grünau um Unterstützung, da im Bereich der Stuttgarter Allee Einsatzkräfte unter anderem mit Pyrotechnik attackiert wurden. Der Angriff war so massiv, dass sich Feuerwehr und die Aufrufhundertschaft zurückziehen mussten. Mit Zuführung einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit erfolgte dann ein Zugriff und die Umschließung von circa 20 Personen, deren Identitäten in der Folge festgestellt und die erkennungsdienstlich behandelt wurden. Gegen 23 Tatverdächtigen laufen nun die Ermittlungen wegen eines Landfriedensbruchs.

Im Leipziger Osten im Bereich der Eisenbahnstraße wurden mehrere Personen kontrolliert. Hier wurde bei einer Person mehr als 70x Feuerwerk der Kategorie F4 sichergestellt. In weiteren Fällen erfolgten Sicherstellungen von kleineren Mengen von Betäubungsmittel. Am Otto-Runki-Platz wurden gegen 00:20 Uhr eine männliche Person festgestellt, die sich einen Finger durch Pyrotechnik sich weggesprengt hatte. Diese wurde an den Rettungsdienst übergeben.

Polizeipräsident René Demmler dazu: „Trotz des überwiegend friedlichen Verlaufs waren Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr stark gefordert. Der Einsatz der vielen Kräfte in der Silvesternacht war notwendig und angemessen. Die Angriffe auf Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei sind inakzeptabel und klar zu verurteilen.“

Brand eines Garagenanbaus in Leipzig
Am Silvesterabend gegen 20:50 Uhr zerstörte ein Feuer einen Garagenanbau im Leipziger Ortsteil Thekla in der Lengfelder Straße weitgehend. Die Brandursache ist noch unklar. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 10.000 Euro. Die Ermittlungen zum Geschehen wegen fahrlässiger Brandstiftung führt die Kriminalpolizeiinspektion.

Sprengung eines Stromkastens der Wasserwerke in Jesewitz
In Gotha, ein Ortsteil von Jesewitz im Landkreis Nordsachsen sprengten Unbekannte gegen 21 Uhr mutmaßlich mittels Pyrotechnik einen Stromkasten der Wasserwerke. Es entstand Sachschaden in Höhe von circa 5.000 Euro. Die Einrichtung ist für die Versorgung der Abpumptechnik des Abwassers in Gotha notwendig. Er wurde vorsorglich vom Netz genommen. Andere Anlagen übernahmen die Funktion, so dass es schlussendlich keine Auswirkungen auf die örtliche Bevölkerung hatte. Die Polizei ermittelt wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.

Wohnungsbrand im Leipziger Zentrum
Durch Einsatzkräfte der Feuerwehr, die wegen eines Brandmeldereinlaufes einer Gaststätte am Leipziger Markt im Einsatz waren, wurde gegen 21:15 Uhr ein Wohnungsbrand in der Katharinenstraße wahrgenommen. So konnte das Feuer sehr schnell gelöscht werden. Nach der Belüftung der Flure konnten die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Nur die vom Brand unmittelbar betroffene Wohnung blieb unbewohnbar. Personen wurden nicht verletzt. Ein Brandursachenermittler wird noch zum Einsatz kommen. Die Ermittlungen zum Geschehen wegen fahrlässiger Brandstiftung führt die Kriminalpolizeiinspektion.

Zigarettenautomat in Wurzen gesprengt
In Wurzen versuchten gegen 23:30 Uhr Unbekannte einen Zigarettenautomaten auf bisher nicht bekannte Art und Weise in der Theodor-Körner-Straße aufzusprengen. Der Automat wurde dabei beschädigt, bliebt aber verschlusssicher. Die Ermittlungen wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion wurden aufgenommen. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt.

Brand eines Carportes in Dreiheide
Kurz nach 1 Uhr brannte in Weidenhain im Landkreis Nordsachsen ein Carport vollständig ab, nachdem er auf bisher unbekannte Art und Weise in Brand geraten war. Ein Anwohner, welcher Hilfe leistete, zog sich eine Rauchgasintoxikation zu und wurde zur Behandlung ins Krankenhaus verbracht. Das Feuer wurde durch die umliegenden Feuerwehren gelöscht. Es entstand Sachschaden von circa 15.000 Euro. Die Ermittlungen zum Branddelikt wurden aufgenommen.

Hotelzimmerbrand in Leipziger Innenstadt
Ab 1:00 Uhr waren Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in einem Hotel in der Leipziger Innenstadt im Einsatz. Durch einen Tatverdächtigen (42, männlich, deutsch) wurde auf zwei Ebenen im Flurbereich Feuer gelegt. Die Rauchmeldeanlage und die schnelle Brandbekämpfung verhinderten größere Schäden. Ein Hotelmitarbeiter musste mit Verdacht der Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Ermittlungen wegen des Verdachtes der schweren Brandstiftung führt das Fachkommissariat für Branddelikte

Sprengung Fahrkartenautomat
Gegen 2:09 Uhr wurde durch unbekannten Täter Pyrotechnik im Ausgabeschacht eines Fahrkartenautomaten der LVB im Bereich Karl-Liebknecht-Str./Haltestelle Connewitz zur Umsetzung gebracht. Die Tür des Automaten wurde dadurch erheblich beschädigt, blieb aber verschlusssicher. Die Höhe des Sachschadens wurde mit ca. 80.000 Euro beziffert.
Auch hier wurden die Ermittlungen wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion aufgenommen.

Brand eines Mercedes
Gegen 2:35 Uhr löschte die Feuerwehr in Engelsdorf einen am Straßenrand abgeparkte Mercedes CLK 200. Dieser war auf unbekannte Art und Weise in Brand geraten. Erste Hinweise deuten auf den Einsatz von Pyrotechnik. Es entstand Sachschaden in Höhe von circa 10.000 Euro.

Der Großteil der Bevölkerung im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig feierte friedlich den Jahreswechsel von 2025 zu 2026. Die Polizeidirektion Leipzig wünscht allen ein gesundes und friedliches Jahr und hofft darauf, dass 2026 mehr Zusammenhalt, mehr gegenseitige Achtung und mehr Gemeinsinn die zentralen Bausteine sind, damit es sicherer wird.