Der Landkreis Leipzig treibt die Weiterentwicklung seines Rettungsdienstes voran. In der Kreistagssitzung am 26. November 2025 entschieden die Kreisrätinnen und Kreisräte über zentrale Maßnahmen zur Modernisierung der notfallmedizinischen Versorgung – von der Fortschreibung des Bereichsplanes bis zur Ausschreibung der Leistungen ab 2028.
1. Fortschreibung des Bereichsplanes Rettungsdienst beschlossen
Um eine flächendeckende und leistungsfähige rettungsdienstliche Versorgung sicherzustellen, werden die Strukturen im Rettungsdienst regelmäßig geprüft und angepasst. Grundlage der aktuellen Entscheidungen ist ein im Jahr 2024 erstelltes Sachverständigengutachten, das mehrere Optimierungsvorschläge unterbreitet hatte. Nach einem Kreistags-Workshop und einem Grundsatzbeschluss im Juni 2025 lag nun die erste Fortschreibung des Bereichsplanes zur Abstimmung vor – und wurde angenommen.
Damit können ab dem 1. Januar 2026 insbesondere folgende kurzfristige Maßnahmen umgesetzt werden:
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Schließung einer einsatztaktischen Versorgungslücke im Raum Bad Lausick durch die Einrichtung eines rund um die Uhr verfügbaren Rettungstransportwagens (365/7/24).
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Fortsetzung der Erprobung von drei Sonderkrankenkraftwagen an den Standorten Wurzen, Grimma und Borna – insgesamt 107 Wochenstunden.
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Anpassung der Vorhaltezeiten im Krankentransport auf künftig 582 Wochenstunden.
Bereits am 20. Oktober 2025 hatte sich der Bereichsbeirat Rettungsdienst für die Umsetzung ausgesprochen. Auch mit den Kostenträgern konnte für den Zeitraum vom 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2027 eine Einigung erzielt werden.
Ausschreibung für Rettungsdienstleistungen 2028–2032 startet
Neben der Bereichsplanung stand eine weitere richtungsweisende Entscheidung auf der Tagesordnung: die Ausschreibung der Rettungsdienstleistungen für die Jahre 2028 bis 2032. Seit dem 1. Januar 2021 werden diese Leistungen von drei DRK-Organisationen erbracht. Die öffentlich-rechtlichen Verträge laufen jedoch zum 31. Dezember 2027 aus.
Das Vergabeverfahren für die neue Leistungsperiode soll als offenes Verfahren mit juristischer Fachbegleitung durchgeführt werden. Entscheidende Grundlage ist die Neufassung des Bereichsplanes für die Zeit von 2028 bis 2034, in dem Standorte, Einsatzbereiche, Vorhaltedauern sowie die Anzahl der Fahrzeuge (Rettungswagen, Notarztfahrzeuge, Krankentransportwagen) verbindlich festgelegt werden. Der Plan setzt die Empfehlungen des Sachverständigengutachtens von 2024 umfassend um.
Mit einem Mindestauftragsvolumen von rund 324 Millionen Euro gehört das Verfahren zu den größten Vergabeprojekten des Landkreises. Um die hohe juristische Komplexität rechtssicher zu bewältigen, soll die Ausschreibung fachlich begleitet werden. Die Kostenträger des Rettungsdienstes haben signalisiert, die Finanzierung dieser externen Unterstützung zu übernehmen.
Stärkung der Versorgungssicherheit
Mit den Beschlüssen stellt der Kreistag entscheidende Weichen für ein zukunftsfähiges Rettungssystem im Landkreis Leipzig. Die Umsetzung der kurzfristigen Verbesserungsmaßnahmen ab 2026 sowie die frühzeitige Vorbereitung des Vergabeverfahrens sichern sowohl die aktuelle Versorgung als auch die langfristige Stabilität und Qualität des Rettungsdienstes.
Die nächsten Schritte liegen nun in der detaillierten Umsetzung des fortgeschriebenen Bereichsplanes und der Vorbereitung der europaweiten Ausschreibung.











