Sachsen öffnet seine Werkstätten: Kunsthandwerkstage laden zum Entdecken und Mitmachen ein

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Symbolbild/KI generiert

Sachsen wird im April erneut zum Zentrum des europäischen Kunsthandwerks:

Vom 10. bis 12. April öffnen rund 200 Betriebe im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks (ETAK) ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Damit ist der Freistaat erneut das teilnehmerstärkste Bundesland in Deutschland – ein Zeichen für die hohe Bedeutung der Branche in der Region.

Ob Schmuck, Mode, saisonale Dekorationen oder Möbel und Skulpturen – die Vielfalt des sächsischen Kunsthandwerks zeigt sich an diesem Wochenende in Ateliers, Werkstätten und Studios im ganzen Land. Interessierte können nicht nur zuschauen, sondern vielerorts selbst Hand anlegen und kreative Prozesse hautnah erleben.

Das Kunsthandwerk ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Sachsen: Mehr als 1.600 Unternehmen und 1.300 Kleinbetriebe mit rund 10.800 Beschäftigten erwirtschaften jährlich etwa 800 Millionen Euro Umsatz. Entsprechend groß ist auch das Interesse der Politik, die Branche zu fördern. Das sächsische Wirtschaftsministerium unterstützt seit Jahren gemeinsam mit den Handwerkskammern in Chemnitz, Dresden und Leipzig die Durchführung der Kunsthandwerkstage.

Wirtschaftsminister Dirk Panter hebt die gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle der Branche hervor: Das sächsische Kunsthandwerk stehe für Kreativität, Qualität und regionale Verwurzelung. Gleichzeitig entwickle es Traditionen weiter und bringe innovative Ideen hervor. Besonders für junge Menschen biete das Format eine wertvolle Gelegenheit, kreative Ausbildungsberufe kennenzulernen und direkt mit Handwerkerinnen und Handwerkern ins Gespräch zu kommen.

Auch ein Blick auf die Zahlen aus dem Vorjahr unterstreicht die Bedeutung der Veranstaltung: 210 Betriebe nahmen teil – fast ein Drittel aller deutschlandweiten Teilnehmenden. Zwei Drittel der beteiligten Unternehmen konnten dabei Verkäufe erzielen, neue Kontakte knüpfen oder konkrete Anfragen generieren.

Die Europäischen Tage des Kunsthandwerks finden jährlich in 24 Ländern statt und vernetzen Kreativschaffende über nationale Grenzen hinweg. In Deutschland beteiligen sich neben Sachsen neun weitere Bundesländer an dem Aktionswochenende.

Über das Kunsthandwerk hinaus ist die Kultur- und Kreativwirtschaft insgesamt ein zentraler Pfeiler der sächsischen Wirtschaft. Rund 81.000 Menschen arbeiten in diesem Bereich, verteilt auf etwa 9.800 Unternehmen und 16.000 Kleinbetriebe. Mit einem Jahresumsatz von 4,78 Milliarden Euro trägt die Branche etwa zwei Prozent zum Gesamtumsatz der sächsischen Wirtschaft bei – und liegt damit knapp hinter dem Maschinenbau.

Die Kunsthandwerkstage zeigen somit nicht nur die kreative Vielfalt Sachsens, sondern auch die wirtschaftliche Stärke einer Branche, die Tradition und Innovation miteinander verbindet – und dabei zunehmend auch den Nachwuchs in den Blick nimmt.