Borna. Ein sogenannter „Dooring“-Unfall hat am Sonntagabend in Borna zu schweren Verletzungen eines Radfahrers geführt. Der
Vorfall ereignete sich am 29. März 2026 gegen 18:15 Uhr an der Kreuzung Roßmarktsche Straße / Grabenstraße.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war eine 18-jährige Autofahrerin mit ihrem Fiat 500 stadteinwärts unterwegs und hielt am Straßenrand an. Beim Öffnen der Fahrertür übersah sie einen in gleicher Richtung fahrenden 50-jährigen Radfahrer. Dieser prallte gegen die plötzlich geöffnete Tür, stürzte und zog sich dabei schwere Verletzungen zu.
Eine Rettungsdienstbesatzung versorgte den Mann noch vor Ort und brachte ihn anschließend in ein Krankenhaus. Die Verkehrspolizei hat die Ermittlungen aufgenommen – unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen die junge Autofahrerin.
Dooring: Unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr
Der Unfall ist kein Einzelfall. „Dooring“ bezeichnet Zusammenstöße, die entstehen, wenn Autotüren unachtsam in den Verkehrsraum geöffnet werden. Besonders für Radfahrende stellt dies eine erhebliche Gefahr dar: Oft bleibt ihnen keine Zeit, um zu bremsen oder auszuweichen. Die Folgen reichen von Stürzen mit leichten Verletzungen bis hin zu schweren oder lebensbedrohlichen Unfällen.
Ein einfacher Griff kann Leben retten
Verkehrsexperten betonen, dass solche Unfälle meist leicht vermeidbar sind. Eine zentrale Rolle spielt die Aufmerksamkeit der Autofahrenden – insbesondere beim Aussteigen.
Als besonders wirksam gilt der sogenannte „Holländische Griff“. Dabei öffnen Fahrerinnen und Fahrer die Tür nicht mit der naheliegenden Hand, sondern mit der gegenüberliegenden. Auf der Fahrerseite bedeutet das: Die rechte Hand wird genutzt. Dadurch dreht sich der Oberkörper automatisch, und der Blick fällt in den Seitenspiegel sowie über die Schulter – genau dorthin, wo sich herannahende Radfahrer befinden könnten. Zusätzlich bleibt der Blick in den Rückspiegel unerlässlich, um auch schnellere Radfahrende rechtzeitig wahrzunehmen.












