Grimma. Der Spiegel berichtet im November über die mögliche Ursache des Hubschrauberabsturzes im Sommer bei Grimma, doch die Bundeswehr bleibt bei ihrer zurückhaltenden Linie:
Der tödliche Absturz eines Bundeswehr-Trainingshubschraubers Ende Juli im vergangenen Jahr nahe der sächsischen Stadt Grimma war offenbar die Folge eines tragischen Fehlers. Das berichtet zumindest „Der Spiegel“ unter Berufung auf interne Untersuchungsergebnisse der Abteilung General Flugsicherheit der Bundeswehr im November. Demnach schlossen die Experten nach einer gründlichen technischen Analyse einen Defekt an dem Hubschrauber vom Typ EC 135 aus. Stattdessen deuten die bisherigen Erkenntnisse darauf hin, dass der Helikopter im Tiefflug über die Mulde mit den Kufen an ein Stahlseil einer Pegelstation geriet. Die ersten dahingehenden Vermutungen kamen bereits am Tag des Absturzes durch Anwohner auf, das Medienportal-Grimma berichtete damals als erstes über die mögliche Absturzursache.
Das Seil war etwa vier bis sechs Meter über dem Wasser gespannt und wird seit Jahrzehnten an dieser Stelle betrieben. Nach der Kollision verlor der Hubschrauber die Kontrolle, stürzte in den Fluss und der Heckrotor wurde abgetrennt. Die drei Besatzungsmitglieder – eine Soldatin und zwei Soldaten – kamen dabei ums Leben. Nach Angaben der Ermittler waren sie vermutlich sofort tot.
Der Helikopter mit dem Rufzeichen „Stallion 82“ war am Morgen des 29. Juli vom Fliegerhorst Holzdorf in Brandenburg zu einem Trainingsflug gestartet. Gegen 10 Uhr brach der Funkkontakt ab, später wurde das Wrack in der Mulde entdeckt. Warum die Besatzung von der Existenz des Stahlseils nichts wusste, bleibt bislang unklar. Das Hindernis war ortsfest und seit Langem bekannt – ein Umstand, der bei der Flugvorbereitung normalerweise berücksichtigt wird.
Erschwert werden die Ermittlungen durch den Umstand, dass die für Ausbildungszwecke genutzten Hubschrauber nicht mit Flugschreibern ausgestattet sind. Dadurch lässt sich der genaue Flugverlauf nur eingeschränkt rekonstruieren.
Die Bundeswehr verweist unterdessen weiterhin auf den laufenden Untersuchungsprozess und bleibt bei ihrer bisherigen Kommunikation. Es gibt weiterhin kein abschließendes Ergebnis der Untersuchung.












