Demografischer Wandel erreicht Kindertageseinrichtungen

Sinkende Geburtenzahlen zeigen Wirkung in Kinderkrippen und Kindergärten – Landeszuschüsse fließen in besseren Personalschlüssel

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Symbolbild/pixabay

Sachsen. Der demografische Wandel ist inzwischen deutlich in Sachsens Kindertageseinrichtungen angekommen.

Nach aktuellen Zahlen des Statistisches Landesamt wurden im März 2025 landesweit 311.949 Kinder in Kitas betreut – rund 7.500 weniger als ein Jahr zuvor. Auch die öffentlich geförderte Tagespflege verzeichnete einen Rückgang. Das Sächsisches Staatsministerium für Kultus reagiert darauf mit einer strategischen Neuausrichtung: Freiwerdende Landesmittel sollen gezielt die Qualität der Betreuung verbessern.

Die Entwicklung kommt nicht überraschend. „Mit jedem Kind weniger verliert Sachsen etwas Zukunft“, sagte Kultusminister Conrad Clemens. Prognosen zufolge werden bis 2040 rund 25 Prozent weniger Kinder an den Grundschulen erwartet. „Diese Entwicklung spüren wir zuerst in den Kinderkrippen und Kindergärten“, so Clemens.

Weniger Kinder, leicht sinkender Personalbestand

Parallel zu den rückläufigen Kinderzahlen ist auch die Zahl der Beschäftigten in sächsischen Kindertageseinrichtungen leicht gesunken. Waren 2024 noch 44.317 Menschen angestellt, lag die Zahl 2025 bei 43.256. Hintergrund ist die gesetzliche Kopplung des Personalbedarfs an die Zahl der betreuten Kinder.

Gleichzeitig nutzt das Land die finanziellen Spielräume, die durch sinkende Betreuungszahlen entstehen. Seit August 2025 fließen freiwerdende Landeszuschüsse in eine Verbesserung des Personalschlüssels in Kindergärten. Nach Angaben des Kultusministeriums stehen dadurch landesweit rund 210 zusätzliche Vollzeitstellen zur Verfügung – umgerechnet etwa 260 Fach- und Leitungskräfte bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 32 Stunden.

„Weniger Kinder darf nicht weniger Qualität bedeuten – im Gegenteil“, betonte Clemens. Ziel sei es, insbesondere die Schulvorbereitung im Kindergarten zu stärken.

Zusätzliche Verstärkung für Kinderkrippen ab 2026

Der eingeschlagene Kurs soll fortgesetzt werden. Aufgrund weiter sinkender Betreuungszahlen ist zum 1. August 2026 eine zusätzliche Schlüsselverbesserung in den Kinderkrippen geplant. Auch hier rechnet das Land mit rund 210 Vollzeitkräften beziehungsweise etwa 260 zusätzlichen Fach- und Leitungskräften.

Hohe Betreuungsquote bleibt

Die Kindertagesbetreuung in Sachsen wird weiterhin gemeinschaftlich von Land, Kommunen und Eltern finanziert. Der Landeszuschuss liege aktuell bei 3.510 Euro pro Kind und Jahr, bezogen auf eine tägliche Betreuungszeit von neun Stunden. Trotz des demografischen Rückgangs bleibe die Nachfrage hoch: 96,8 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen im Freistaat Sachsen besuchen eine Kindertageseinrichtung oder werden von einer Tagespflegeperson betreut. Ob das auch in Zukunft gewährleistet werden kann, bleibt unklar, denn Kommunen müssen mittlerweile erste Kitas schließen.