Neue Perspektive für das Wilbers-Gelände am Oberen Bahnhof

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Archivbild/Sören Müller

Grimma. Das Grundstück an der Ecke Leipziger Straße und Lausicker Straße schlummert seit Jahren im Dornröschenschlaf. Nun bewegt sich was!

Auf dem rund 3,8 Hektar großen Areal hat sich in dieser Zeit dichter Bewuchs ausgebreitet. Ende des letzten Jahres kaufte die Stadt das Gelände, welches nun fit für die Zukunft gemacht wird. „Die Fläche gegenüber dem Finanzamt bietet viel Raum, um die Aufenthaltsqualität für Nutzerinnen und Nutzer verschiedener Mobilitätsangebote zu erhöhen und den Bahnhofsvorplatz zu entlasten“, so Oberbürgermeister Tino Kießig.

Mit dem neuen Jahr 2026 wurde mit den vorbereitenden Arbeiten gestartet. Das Gelände wird von Unterholz, Aufwuchs und Totholz befreit. Der Bauhof der Stadt Grimma übernimmt die fachgerechte und umweltverträgliche Beräumung, um einen besseren Eindruck des Geländes zu gewinnen; Ersatzpflanzungen folgen.

Entspannung am Bahnhofsvorplatz
Bereits vor Monaten brachte die Stadt einen Bebauungsplan auf den Weg, der das gesamte Bahnhofsumfeld neu ordnen soll. Ziel ist es, die verkehrliche Situation zu verbessern und gleichzeitig städtebaulich wie freiraumplanerisch aufzuwerten. Der vorhandene Platz am Oberen Bahnhof ist begrenzt, das Fahrgastaufkommen steigt. Zu Stoßzeiten erreicht die Bahnhofsstraße ihre verkehrliche Kapazitätsgrenze. Mit Blick auf die geplante S-Bahn-Anbindung ab Dezember 2026 werden neue Lösungen notwendig. Auch die bessere Trennung von Fußgängern, Radfahrern, Bussen und dem Individualverkehr ist vorgesehen. So soll der Verkehr deutlich entlastet und die Sicherheit im Verkehrsraum erhöht werden. Die Sichtachse auf das denkmalgeschützte Empfangsgebäude bleibt weitgehend frei. Zudem ist geplant, den Grünanteil im gesamten Bereich zu erhöhen.

Förderung bewilligt
Für die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes erhält die Stadt Fördermittel aus dem EU-Programm „Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung EFRE 2021–2027 (NiSE)“ sowie aus dem Programm „Nachhaltige Quartiersentwicklung zwischen Bahnhofspark und Broner Ring“. Das Förderprogramm verfolgt das Ziel, das im Südwesten der Kernstadt gelegene Quartier zwischen Oberem Bahnhof und dem ehemaligen Kasernengelände ganzheitlich zu entwickeln. Im Gebiet sind mehrere Einzelmaßnahmen vorgesehen, die sich zu einem stimmigen Gesamtprojekt ergänzen.

Kauf des Wilbers Geländes
Die Stadt Grimma erwarb im Dezember 2025 das brachliegende Areal an der Lausicker Straße gegenüber dem Finanzamt. Das frühere Wilbers-Gelände umfasst insgesamt 26.908 Quadratmeter und besitzt einen strategischen Wert für die künftige Stadtentwicklung. Nachdem die Stadt Grimma bereits eine Teilfläche des Gesamtareals gekauft hatte, bot der Eigentümer der Stadt nun auch die verbleibenden Grundstücke exklusiv zum Erwerb an. Die Kosten werden im Fortsetzungsantrag der Städtebauförderung „Sozialer Zusammenhalt“ angemeldet. Ein Bescheid wird 2026 erwartet. Der Stadtrat hat die notwendigen Mittel freigegeben.