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Montag, 19 Juni 2017 11:44

Comeback mit 48 - Grimma beendet Saison als Ligadritter

Gab mit 48 (!!!) Jahren sein Comeback über 90 Minuten in Sachsens höchster Spielklasse – Grimmas Co-Trainer Ingmar Nehring (rechts)  Gab mit 48 (!!!) Jahren sein Comeback über 90 Minuten in Sachsens höchster Spielklasse – Grimmas Co-Trainer Ingmar Nehring (rechts) Foto: Karsten Hannover

Glauchau/Grimma. Auch im letzten Spiel der Sachsenliga-Saison 2016/17 gelang es dem FC Grimma wiederum nicht auf dem Punktekonto noch einmal anschreiben zu können.

Mit der 0:2 (0:2)-Niederlage beim VfB Empor Glauchau kassierten die Muldestädter die vierte Pleite in Folge – dennoch wird man die Serie auf dem 3. Tabellenrang mit 50 Punkten abschließen. Über die 90 Minuten war zwar auch in Westsachsen mehr möglich, doch wenn man nach einem katastrophalen Start gerade mit dieser aus der Not geborenen Mannschaft die sich bietenden Möglichkeiten nicht nutzt, darf man sich über eine Niederlage nicht beschweren. Glauchau riss ebenfalls keine Bäume aus, doch bestrafte der VfB Empor die anfänglichen Grimmaer Unzulänglichkeiten resolut.

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So beenden die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe nach 30 Spielen die Serie mit dem Bronzeplatz. Nach einer sensationellen Hinrunde ging der Elf jedoch im letzten Drittel der Saison aufgrund dramatischer Verletzungsprobleme merklich die Luft aus, so dass man im Kampf um den Oberliga-Aufstieg nicht mehr eingreifen konnte. Nichtsdestotrotz hat die Elf gezeigt, zu welch Leistungen sie imstande ist zu leisten, so dass man der Truppe letztlich doch für eine gute Saison gratulieren kann.
Zu den Langzeitverletzten Rico Engler, Robert Schabram, Mirko Jentzsch, Kevin Wiegner gesellten sich ebenfalls noch die bereits im Urlaub weilenden Mirko Dietrich, Stefan Maruhn und der privat verhinderte Bence Szepesi, so dass Trainer Daniel Wohllebe aufgrund der drastischen Personalprobleme erneut große Sorgenfalten auf der Stirn hatte. Aufgrund dessen musste Co-Trainer Ingmar Nehring mit 48 (!!!) Lenzen noch einmal über 90 Minuten in der Innenverteidigung die Töppen schnüren und gab knapp neun Jahre nach seinem letzten Sachsenliga-Spiel (07.06.2008, 2:3-Niederlage des Bornaer SV in Görlitz) sein Comeback in Sachsens höchster Spielklasse. Dafür gilt dem Grimmaer Assistenztrainer absolute Hochachtung und riesengroßer Respekt! Dass neben dem Ersatztorhüter und einem A-Juniorenspieler auch noch Cheftrainer Daniel Wohllebe als Spieler auf der Reservebank Platz nehmen musste, zeigt das Grimmaer Personaldesaster umso mehr.

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Trotz dieser extrem negativen Vorzeichen mussten die Gäste die Begegnung in Glauchau jedoch nicht unbedingt verlieren. Allerdings ging der Start komplett in die Hose. Bereits nach zwei Minuten stand Empor-Torjäger Hölzel nach einem Diagonalball allein vor Jan Evers und ließ dem Grimmaer Schlussmann mit einem platzierten Schuss keine Chance – 1:0 (2.). Wenig später erhöhten die Gastgeber gar auf 2:0. Nachdem sich Schad auf der linken Seite gut durchsetzen konnte, sah dieser den besser postierten Hölzel, welcher vor dem Tor abermals eiskalt blieb und die Führung verdoppelte (12.). Die Wohllebe-Schützlinge brauchten einige Zeit um sich davon zu erholen. Erst nach gut 20 Minuten kamen die Gäste besser ins Spiel, so dass man sich auch erste Möglichkeiten erspielen konnte. Den Auftakt machte Robin Brand mit einem Distanzschuss, doch konnte er Seyfarth im Empor-Gehäuse damit vor keine Probleme stellen (19.). Zwei Minuten später hätte jedoch der Anschlusstreffer fallen müssen. Seyfarth, von Oliver Kurzbach attackiert, schlug die Kugel genau in die Füße des lauernden Brand, der jedoch vor dem Tor zu unkonzentriert blieb und den Pass zum mitgelaufenen Christoph Jackisch viel zu ungenau spielte (21.). Allerdings blieben die Probleme in der Grimmaer Hintermannschaft unübersehbar. Nach einer schnellen Glauchauer Freistoßausführung lief Sprunk über halbrechts allein auf Evers zu, doch strich sein Schuss über den Querbalken (23.). Bei einem Versuch von Proh aus der Drehung fehlten nur die berühmten Zentimeter (30.). Doch auch der FC hatte durchaus weitere Möglichkeiten um der Partie Spannung zu verleihen. Sehr gut von Brand eingeleitet, lief Jackisch allein auf Seyfarth zu, doch blieb der Empor-Schlussmann in diesem Duell der Sieger (24.). Solche Gelegenheiten müssen einfach erfolgreich abgeschlossen werden, wenn man die Chance haben will etwas mitzunehmen! Etwas an der Präzision fehlte es dann sowohl bei einem Freistoß von Michel Schwarz als auch bei einem Drehschuss von Jackisch – beide Male fehlten die nötigen Zentimeter (36., 43.).
Zwar versuchten die Gäste in der zweiten Hälfte die Partie noch in die gewünschte Richtung zu lenken, doch fehlte es doch deutlich an der Durchschlagskraft im Offensivbereich. Weiterhin prägten viel zu viele Unzulänglichkeiten das Grimmaer Spiel, ebenso wurden sich viel zu oft mit Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt. Glauchau tat nicht mehr als nötig und stand defensiv kompakt und hatte mit den Angriffsbemühungen des FC keinerlei Probleme. Einzig ein Schuss von Toni Ziffert verirrte sich in Richtung Gehäuse der Gastgeber, doch fehlte hier ein ganzes Stück (67.). Auf der Gegenseite brauchte Evers nach einem Dropkick von Sprunk nicht eingreifen, da die Kugel über das Ziel segelte (50.). Es entwickelte sich fortan mehr und mehr eine Begegnung zwischen den Strafräumen. Glauchau verwaltete geschickt, Grimma fand keine Mittel. Auch als die Gäste ihre Defensive etwas lockerten, sollte nicht der gewünschte Druck auf die Glauchauer Hintermannschaft aufgebaut werden. Vieles blieb stereotyp, ohne echte Ideen. Stattdessen hätten die Einheimischen in der Endphase die Partie endgültig entscheiden können, als Rothe allein auf Evers zulief, der Grimmaer Keeper allerdings eine höhere Niederlage verhinderte (84.). Auf der Gegenseite blieb den Gästen ebenfalls der Anschlusstreffer verwehrt. Ein Freistoß von Jackisch zischte um Haaresbreite am Gehäuse vorbei (86.), ein Drehschuss von Brand zischte ebenfalls über den Querbalken (89.).

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Fazit: Eine nicht unverdiente Grimmaer Niederlage, da man anfangs schläfrig agierte und später die Möglichkeiten nicht zu nutzen vermochte. So ist es natürlich schwer zu punkten. Im Lager des FC ist man nun froh, dass die Saison endlich vorbei ist und man in der kommenden Serie neu angreifen kann. Die Personallage wird sich definitiv entspannen und dann wird man wieder erfolgreich sein. Dennoch ein großes Kompliment für diese Saison. Platz drei ist – auch aufgrund den personellen Problemen im letzten Saisondrittel – aller Ehren wert. Vielleicht wäre bei einem kompletten Kader letztlich mehr möglich gewesen, doch über Konjunktiv und hätte, wäre, wenn braucht man letztlich nicht reden! Die Situation ist so, wie sie ist!
Text: Tom Rietzschel

 

VfB Empor Glauchau – FC Grimma 2:0 (2:0)
Glauchau: Seyfarth – T. Wagner (ab 81. Strauß), Fischer, Tiepelt, Thiam – Pfau (ab 85. F. Vogel) – Sprunk, Weise, Schad – Hölzel (ab 70. Rothe), Pfoh – Trainer: Weiß
Grimma: Evers – B. Wagner, Tröger, Nehring, Ziffert – Schwarz, Konzok – Kurzbach, Brand, Radig – Jackisch – Trainer: Wohllebe
Schiedsrichter: Rüdiger (Görlitz) – Schiedsrichter-Assistenten: Wolter (Görlitz), Weickelt (Neugersdorf) – Tore: 1:0, 2:0 Hölzel (2., 12.) – Gelbe Karten: keine – Reservebänke: Einert (Tor) – Bache (Tor), Uebe, Wohllebe – Zuschauer: 239 im Sportpark Meeraner Straße zu Glauchau

geschrieben von Tom Rietzschel/FC Grimma
Aufrufe: 1891 mal angeschaut Letzte Änderung am Montag, 19 Juni 2017 11:49

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