Gemeinsam Zeichen setzen! Aufruf des Oberbürgermeisters

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Grimma/Leipzig. Am Montag den 12. Januar plant die Organisation „LEGIDA“, ein Ableger der PEGIDAorganisation aus Dresden, einen Abendspaziergang in Leipzig. Treffpunkt ist 18:30 Uhr der Parkplatz am Haupteingang der RedBullArena. Zahlreiche Gegenaktionen sind ebenfalls geplant, unter anderem auch unterstützt von Bürgermeistern des Landkreises.

 

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Was genau ist eigentlich LEGIDA?

LEGIDA = Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes

Die Organisationen verstehen sich als „Bürgerbewegung patriotischer Menschen der gesellschaftlichen Mitte, denen Fremdenhass, Rassismus und Extremismus fremd sind.“ Allerdings liest sich das veröffentlichte Positionspapier doch eher wie eine teilweise Homage der nationalistischen Parteien vor 1945. „Eine öffentliche Abgrenzung zur NPD und anderen Neonazi-Gruppen sowie die klare Ausgrenzung derer Anhängerschaften fanden bisher nicht statt. Und wird wohl auch kaum folgen, denn das Gedankengut ist teilweise identisch.“ Schreibt beispielsweise die Leipziger Internet Zeitung, welche sich mit LEGIDA ausführlich befasst hat. (http://www.l-iz.de/Politik/Sachsen/2015/01/Legida-veroeffentlicht-Thesenpapier-Teil-1-Reines-Blut-Reiner-Boden-58967.html)

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Unter dem Motto: „Leipzig- stellt sich quer. Für Weltoffenheit und Toleranz, gegen Islamophobie und Rassismus.“ Will man in Leipzig gegen LEGIDA ein Zeichen setzten und für ein weltoffenens Leipzig und Sachsen werben an denen der Oberbürgermeister  Leipzigs Burkhard Jung, sowie zahlreiche bekannte Personen des öffentlichen Lebens der Region teilnehmen werden, auch Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger will für ein offenes Sachsen werben und ruft die Grimmaer auf gemeinsam in Leipzig ein Zeichen zu setzen.

„Liebe Grimmaerinnen und Grimmaer,

mit großem Interesse aber vielleicht auch mit zunehmend großer Betroffenheit verfolgen wir alle die Geschehnisse um die sogenannte Pegida-Bewegung jeweils Montagabend in Dresden. Unbestritten ist dabei, dass der bisherige Umgang der in Dresden politisch Verantwortlichen mit der Pegida-Bewegung wenig glücklich erscheint. Das bisher praktizierte Ignorieren oder das einfach in die rechte Ecke Stellen all derer, die sich der Pegida-Bewegung allmontaglich anschließen, ist der falsche Weg. Ängste resultieren zum größten Teil aus Unkenntnis, sollten aber trotzdem ernst genommen werden. Insofern ist es zwingend geboten, sich inhaltlich mit den Gründen des Phänomens Pegida auseinanderzusetzen.

Am gestrigen Montag fand wieder eine Pegida-Montagsdemo in Dresden statt. Und wieder ist festzustellen, dass es in Dresden nicht gelungen ist, der Pegida-Bewegung Einhalt zu gebieten. In ganz Deutschland, vielleicht sogar darüber hinaus, wird Dresden und damit ganz Sachsen zunehmend als Heimat und Ausgangspunkt der Pegida-Bewegung und der mit ihr verbundenen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit  wahrgenommen. Daraus resultiert für uns alle in Sachsen ein erheblicher Imageverlust mit aus meiner Sicht noch gar nicht abschätzbaren negativen Konsequenzen im Bereich der politischen Wahrnehmung aber auch im Bereich der Wirtschaft und des Tourismus.

Nunmehr soll als Ableger der Dresdner Pegida-Bewegung am kommenden Montag, den 12.01.2015 in Leipzig eine Legida-Montagsdemonstration stattfinden. Spontan ist deshalb unter den Bürgermeistern unseres Landkreises die Idee entstanden, als ländlicher Raum um Leipzig Flagge zu zeigen für ein weltoffenes und tolerantes Leipzig bzw. Sachsen. Unsere Stadt als Teil der Region Leipzig ist im Positiven wie im Negativen mit den Dingen, die in Leipzig geschehen, verbunden.

Wir sollten es deshalb als unsere Pflicht empfinden, die zu unterstützen, die in Antwort auf die geplante Legida-Bewegung in Leipzig für ein weltoffenes Leipzig bzw. Sachsen demonstrieren wollen. Sollte es uns gemeinsam nicht gelingen, der Legida-Bewegung in Leipzig Einhalt zu gebieten, wäre auch unsere Region beschädigt.

Deshalb lassen Sie uns gemeinsam, nicht gegen Legida, sondern für ein offenes, tolerantes Sachsen, am Montag nächster Woche wieder auf die Straße gehen. Jeder kann mit seiner Anwesenheit bei der Montagsdemo in Leipzig belegen, dass wir Sachsen weltoffen und tolerant wie alle anderen Deutschen sind. Unterstützt und begleitet wird unsere Grimmaer Gruppe von der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping sowie den Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Die Linke) und Svend-Gunnar Kirmes (CDU).

Die Welt ist nicht schwarz-weiß, eine Kombination, die gemischt bekanntermaßen braun ergibt, wie es uns manche mit plakativen Sprüchen glauben machen wollen, sondern bunt.

Ich möchte Sie deshalb alle auffordern und bitten, mit nach Leipzig zu fahren. Geplant ist folgender Ablauf geplant

17.00 Uhr         Friedensgebet in der Nikolaikirche

17.45 Uhr         Sternmarsch zum Waldplatz

18.30 Uhr         Kundgebung

Zu den Einzelheiten verweisen wir auf den von Herrn Christian Wolff gefertigten „Aufruf zum 12. Januar 2015“, den wir als Anlage beigefügt haben nebst der Liste der Unterstützer.

Für all diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, eigenständig nach Leipzig zu fahren, stehen zwei Busse zur Verfügung. Diese starten am Montag, den 12.01.2015, 16.00 Uhr auf dem Grimmaer Markt. Die Rückfahrt nach Grimma ist gegen 20.30 Uhr geplant.  Zur weiteren Organisation bitten wir um Anmeldung für die Busse im Büro des Oberbürgermeisters unter der Telefonnummer 03437/9858102.“ (ausgebucht)

 Infos zur Veranstaltung auch auf Facebook

Quelle Aufruf: Pressemitteilung der Stadt Grimma vom 06.01.2015

Aufruf zum 12.01.2015

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5 Kommentare

  1. Ja, der Landkreis hat beim Thema Integration von Asylbewerbern ja jede Menge Nachholbedarf. Also weg mit den Gemeinschaftsunterkünften in Ortsrandslage und her mit der Integration in kommunale Prozesse und Veranstaltungen. Gebt den Leuten eine Arbeit in der Gemeinde und eine eigene Wohnung!

  2. Nach Bahren kommt aller 2 tage die Polizei, da werden wir bestimmt nach leipzig zu so einem Müll fahren!! DER Berger sollte sie lieber mal um die Probleme seiner Bürger kümmern diese falsche Mensch!!!!

  3. @Herr Neumann: Und WER bezahlt den ganzen Spass, den Sie sich so vorstellen mit eigenen Wohnungen. Wieviel haben SIE denn schon gespendet ? Was glauben Sie, woher das Geld kommen soll für die Pseudo-Flüchtlinge aus Nordafrika, was glauben Sie wohl ??? Einfach nur dumm, nur dumm !

  4. Und schon ist das Problem mit der Unterbringung schlagartig gelöst, jeder der in den Bus steigt kann doch dann auch ein oder zwei Asylbewerber aufnehmen und somit ein Zeichen setzen.
    Eine bessere Methode zur Integration gibt es doch nicht, sie könnten sich um eure Kinder kümmern und nebenbei ihre Kultur den Kindern näher bringen.

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