Welche europäische Fußballliga ist die beste?

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Symbolbild/pixabay

“Das Runde muss in das Eckige” – an der Wahrheit des durch Sepp Herberger berühmt gewordenen Ausspruchs lässt sich beim Fußball auch 45 Jahre nach dem Tode des legendären Nationaltrainers und Weltmeisters von 1954 nicht rütteln. Doch wer das Ei am besten im Netz versenkt, ist eine andere Frage.

Rein subjektiv gesehen, werden sich die meisten Fans spontan für ihren Club oder ihre Spitzenliga entscheiden, aber objektiv gibt es Maßstäbe, die mit dem Gefühl wenig zu tun haben.

Unbestritten ist, dass die deutsche Bundesliga weiterhin zu den besten Fußballoberhäusern Europas zählt, was auch durch Sportwetten deutlich wird – umso besser wenn es Wettboni gibt! Trotz des blamablen Ausscheidens der Nationalelf bei der Weltmeisterschaft 2022 im vergangenen Winter in Katar sind die Bundesliga-Vereine jederzeit torgefährlich.

Was die Zahl der Treffer bei den Begegnungen um den Landestitel angeht, kommt keine andere europäische Spitzenliga an die 1. Bundesliga heran. Rein statistisch gesehen fielen in den deutschen Arenen in den ersten 15 Spieltagen der Saison 2022/2023 pro Match im Durchschnitt 3,19 Tore, und es gab pro Spiel 25,8 Schüsse aufs Tor. An 2. Stelle, was die Anzahl der Treffer angeht, lag in dem Zeitraum die französische Ligue 1 mit 2,96 Toren pro Begegnung.

An der hohen Quote der Bundesligaclubs hat auch der Verlust von Superstar Robert Lewandowski nicht viel geändert, der seit dem Sommer 2022 nach acht Jahren beim Rekordmeister Bayern München für den FC Barcelona in der spanischen La Liga kickt und dort weiterhin in fast jedem Spiel für mindestens ein Tor gut ist.

Die statistisch gesehen erfolgreichste europäische Liga ist laut der 5-Jahres-Wertung der UEFA unangefochten seit mehreren Jahren die englische Premier League. Die Wertung, bei der die Ergebnisse der Clubs in der Champions League und der Europa League unter die Lupe genommen werden, ist ausschlaggebend für die Platzvergabe bei den kommenden Europapokalsaisons.

Die englischen Clubs waren allerdings nicht immer so dominierend. Noch 2019/2020 lagen nur wenige Punkte zwischen den spanischen, den deutschen und den englischen Clubs.

Die anschließend stark abgesackten Bundesligavereine, die in diesem Jahr mit Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Eintracht Frankfurt gleich vier Clubs im Achtelfinale der Champions League haben, konnten sich damit aber in der UEFA-5-Jahres-Wertung wieder auf den 2. Platz hochkämpfen.

Die Dominanz der Premier League lässt sich unter anderem auch mit dem vorhandenen Geld erklären. Auf der Liste der 10 reichsten Fußballclubs der Welt standen 2021 insgesamt 5 Vereine von der Insel. Den höchsten Umsatz erzielte in jener Saison Manchester City, aber auch Manchester United, der FC Liverpool, der FC Chelsea und Tottenham Hotspur schafften es in die Top-Ten der reichsten Teams.

Deutschlands einziger Vertreter in dem Ranking ist weiterhin der FC Bayern München, der es 2021 auf den dritten Platz im Umsatz brachte.

Wie die Vereine mit dem Geld umgehen, ist je nach Club sehr verschieden. Den teuersten Einkauf für 2022/2023 leistete sich der englische FC Chelsea, der 121 Millionen Euro für Enzo Fernandez ausgab. Weitere 80,4 Millionen Euro war dem Verein der Einkauf von Wesley Fofana wert, und für Mykhaylo Modrig zahlte Chelsea 70 Millionen Euro.

Manchester United blätterte für Antony 95 Millionen Euro und für Casemiro 70,65 Millionen Euro hin.

Den wohl besten Einkauf machte Manchester City. Mit dem 21 Jahre alten Norweger Erling Haaland, dessen Transfer dem Club 60 Millionen Euro wert war, haben sie einen der derzeit weltbesten Spieler unter Vertrag genommen.

Der deutsche Rekordmeister Bayern München, der prinzipiell eher zurückhaltend einkauft und bevorzugt auf hausgemachte Talente setzt, gab 67 Millionen Euro für Matthijs de Ligt und 32 Millionen Euro für Sadio Mané aus.

Der Senegalese Mané, der 2022 das erfolgreichste Jahr seiner sportlichen Karriere hatte, musste allerdings zum Winterbeginn die bitterste Pille schlucken, als er wegen eines bis heute nicht ausgeheilten Sehnenrisses die Teilnahme an der Weltmeisterschaft verpasste.

Bei dem alljährlich von Fans bestimmten Wettbewerb Goal50, bei dem die 50 besten Kicker ausgezeichnet werden, war Mané der einzige Bundesligaspieler, der es 2022 in die Top Ten geschafft hatte.

Als bester Spieler des vergangenen Jahres in den europäischen Ligen wurde Lionel Messi gewählt, nachdem er mit der argentinischen Nationalmannschaft in Katar den ersten Weltmeistertitel in seiner illustren Karriere geholt hatte. Messi, der bei Paris St Germain unter Vertrag steht, hat unter anderem 4 Champions League-Titel, 7 Ballon d’ Or und 7 Goldene Schuhe gewonnen.

Auf den 2. Platz bei Goal50 kam sein Pariser Mannschaftskollege Neymar aus Brasilien, der 2022 unter anderen Erfolgen in 14 Spielen in der Ligue 1 insgesamt 20 Tore geschossen hatte.

Erling Haaland wurde auf den 3. Platz gewählt, nachdem er mit 18 Treffern in nur 13 Spielen für Manchester City die Fußballwelt ins Staunen versetzt hatte.

Auf Platz 4 landete Karim Benzema, der auch dank eines Hattricks gegen Paris St Germain mit Real Madrid den Titel in der Champions League holte. Außerdem wurde der 35-Jährige als ältester Kicker seit 1954 mit dem Ballon d’ Or ausgezeichnet.

Mit gerade mal 24 Jahren hat der auf Platz 5 gelandete Franzose Kylian Mbappé bereits 2018 einen Weltmeistertitel und nun einen Vizeweltmeistertitel verbucht. Hinzu kam 2022 ein weiterer Landesmeistertitel mit Paris St Germain und ein 4. Goldener Schuh in der Ligue 1.

Auch wenn die Bundesligakicker damit momentan nicht konkurrieren können, brauchen sich die deutschen Clubs nicht zu verstecken. Kicker wie Dortmunds Jude Bellingham, dem erst 17 Jahre alten Mathys Tel von Bayern München und dem derzeit verletzten Dortmunder Youssoufa Moukoko, der gerade rechtzeitig für seine WM-Premiere 18 Jahre alt geworden war, werden ebenfalls glänzende Zukunftschancen vorhergesagt.

Welche die beste europäische Liga ist, hängt von der Betrachtungsweise ab. Was sicher ist, ist eine weitere Weisheit von Sepp Herberger: Das nächste Spiel ist immer das schwerste, egal, in welcher Liga gekickt wird.

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