Die bedeutsamsten Weihnachtsgeschenke – selbstgemacht, statt nur gekauft

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Symbolbild/pixabay

Irgendwie ist in den letzten Jahrzehnten doch alles größer, teurer und umfangreicher geworden – und der Trend Richtung Verbrauch hört einfach nicht auf. Vor allem an besinnlichen Tagen wie Weihnachten, aber auch an ehemals kleineren Feierlichkeiten wie Nikolaus oder Ostern wird dies so offensichtlich wie nie. Quantität besticht plötzlich Qualität – etwas, von dem wir uns im Rausch und der Geschwindigkeit des momentanen Alltags gerne doch etwas distanzieren wollen.

Tschüss, Konsumkarusell
Die Ausgaben eines durchschnittlichen deutschen Haushalts pro Monat haben sich in den letzten 30 Jahren von 867€ auf 1,718.13€ mehr als verdoppelt – und das einschließlich des Einbruchs verschuldet durch die globale Pandemie 2020. Preise steigen, sicher, doch auch unser Verhalten als Verbraucher hat sich immer mehr dahin entwickelt, neu zu kaufen, statt zu reparieren. Und mit dem Überfluss und der Bequemlichkeit durch Online-Lieferdienste und Co., auch irgendwie kaum verwunderlich und irgendwie verständlich. Und dabei verlieren wir zu einfach aus den Augen, wie schnelllebig, anstrengend und mitreißend das Ganze sein kann – vor allem zur Weihnachtszeit.

Vor allem der, der gerne schenkt, hat ganze Listen voll Freunde und Familie, an die gedacht werden soll. Wem gefällt was, was ist mein Budget, schaffe ich es, alles pünktlich zum Heiligabend auch eingepackt unterm Baum zu haben? Ist die Post wieder überfordert, ergibt mein Geschenk überhaupt Sinn? Was ist der Mehrwert für den Beschenkten – und schenke ich nur des Schenkens wegen?

Hallo, Individualität
Häufig artet es doch in eine der zwei Extreme aus; entweder es gibt Geschenke en masse, oder „wir schenken uns nichts“. Aber was, wenn der Mittelweg, wie so oft, der Schönste ist? Ein bedachtes, selbstgemachtes oder zumindest individuelles Geschenk als Zeichen dessen, dass sich Gedanken gemacht wurden, wird immer zwischen allem anderen herausstechen. Unterm Strich geht es nämlich in erster Linie nie um das Geschenk selbst – sondern die Geste. Das Wissen, dass man jemand anderem wichtig genug ist. Doch wenn dann das Geschenk ausdruckslos, unpersönlich und willkürlich ist, verblasst die Geste schnell ebenfalls. Studien belegen ebenfalls, dass Zeit und Unternehmungen wesentlich wertvoller sind als materielle Gegenstände – doppelt Grund also, sich Geschenken in diesem Jahr vielleicht von einem anderen Winkel zu nähern. Eine Verabredung, Ausflug, Kurs – oder vielleicht sogar das gemeinsame Erstellen von einem Geschenk sind Überlegungen wert.

Herunterfahren in der Alltagshektik
Und zusätzlich zu dem Wissen, dass die Geschenke von Herzen kommen und für den Beschenkten etwas Besonderes sein werden, hilft es auch dem eigenen Wohlbefinden. Sich mal wieder auf sich selbst besinnen, handwerklich oder künstlerisch aktiv werden. Den Alltag stoppen. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich ja ein ganz neues Hobby? Vielleicht findet sich ein verstecktes Talent im Umgang mit Werkzeugen für Filigranes wie Seitenschneider, Zangen und Pinzetten beim Herstellen von Schmuck? Oder ein Talent für Tierporträts und dem Umgang mit Aquarell? Vielleicht wurde es auch endlich mal wieder Zeit, sich Momente für das Schreiben von Kurzgeschichten oder Gedichten zu nehmen? Oder vielleicht war es auch einfach mal wieder Zeit, sich in die Küche zu stellen und hunderte von den eigenen Lieblingsplätzchen zu backen. Oder den leckersten Glühwein für alle zu kochen.

Am Ende geht es um die gemeinsam erlebte Zeit. Fokussieren wir uns darauf, die Feiertage miteinander zu genießen, statt sich, wie im Rest des Jahres, in der Konsumspirale gefangen zu sehen.

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