Teamgeist – mehr als nur ein sportliches Phänomen

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Symbolbild/pixabay

Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist einzigartig. Das Gefühl, zu agieren, im Wissen, dass auf die anderen in einer Gruppe Verlass ist, ist kaum zu beschreiben.
Niemanden wundert es, dass gerade in Ländern, deren Bewohner als weniger emotional gelten, die Vereinskultur seltsame Formen annimmt. In Deutschland, aber auch in Skandinavien sind Vereine und die aktive Teilnahme an deren Aktivitäten oftmals Ausreden für die Suche nach sozialen Kontakten. Gewissermaßen lässt sich von einer Institutionalisierung des Gemeinschaftsgefühls sprechen. Das muss nichts Schlimmes sein, ganz im Gegenteil leben Vereine eine Kultur der Offenheit, die sich dem Gemeingut widmet.

Wer die Vereine stärkt, der stärkt die Gemeinde
Aktionen, wie die Spendenaktion der Raiffeisenbank Grimma kommen zwar auf den ersten Blick nur einzelnen Vereinen und Institutionen zugute, doch die Wirkung, die diese aufgrund der finanziellen Unterstützung entfalten, wirkt sich im Folgenden auf die gesamte Gemeinde und die Region aus.

Wie groß die Anziehungskraft von Vereinen ist, das zeigt sich im Besonderen beim Sport. So mancher Verein hat Zehntausende von Mitgliedern und Millionen Fans weltweit. Dabei ist gerade beim Sport erstaunlich, welche Ausprägungen die Leidenschaft annehmen kann. Wer sich die WM 2022 Wettanbieter anschaut, der erkennt, dass Sport, insbesondere der Fußball, weit mehr ist als Merchandise und Stadiontickets. Die Leidenschaft, die in Wetten auf die Mannschaften in internationalen Turnieren mündet, beginnt tatsächlich im Kleinen, bei den lokalen Vereinen, die harte Arbeit leisten und den Sport wahrscheinlich noch ein Stück weit mehr leben als der Fan, der sich alle zwei oder vier Jahre selbst zum Experten erklärt und gebannt vor dem Fernseher hängt.
Welche Kraft sich aus dem Teamgeist, aus dem Zusammengehörigkeitsgefühl noch ergibt, das zeigt sich in der Region anschaulich an Schkortitzer Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. In und mit der Gemeinschaft helfen, das haben sich viele Vereinigungen zum Motto gemacht.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl nach Hause tragen
Wer bereits in jungen Jahren Teil einer Gemeinschaft oder eines Vereins ist, der lernt sorgsam mit anderen umzugehen. Nicht umsonst versuchen Schulen in ihren pädagogischen Konzepten die Dynamiken des Vereinslebens in gewissen Zügen aufzugreifen. Die Hilfe bei Schulstress kommt am besten aus der Gemeinschaft der Schüler selbst. Die Gemeinschaft selbst erkennt Stärken und Schwächen einzelner und versucht diese im Sinne der Allgemeinheit so einzusetzen, dass jeder davon profitiert.

Wie stark ein gut organisierter Sportverein ist und welches Potenzial ein solcher hat, Krisen durchzustehen, das ist mittlerweile auch Unternehmen aufgefallen. Mittlerweile versuchen Start-ups von Vereinen zu lernen. Wie mit Hierarchien umgegangen wird, was Verantwortung bedeutet und wie die Last gleichmäßig verteilt wird, das zeigt sich gerade der Gemeinnützigkeit wegen am Beispiel des Vereins. Der Einzelne, die Gemeinde und die Gesellschaft profitieren so sehr davon, dass anhand des Beispiels Deutschlands gesagt werden kann, dass die Vereine und damit der gelebte und organisierte Teamgeist eine der wichtigsten und stärksten Säulen der Demokratie sind.

Ein neuer Blick auf das Vereinswesen
Natürlich gibt es aufgrund mancher kurioser Vereine hin und wieder Grund, über das Vereinswesen zu lachen, doch im Grund sollte es ernst genommen werden, denn es fängt so manche Person auf, macht sie zu einem Teil der Gesellschaft und lässt sie ihre Leidenschaften ausleben, selbst, wenn diese noch so witzig oder seltsam sein sollten. Das gelingt keiner anderen Institution.

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