Erste Hilfe leisten – alles Wichtige zusammengefasst

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Symbolbild/pixabay

Unfälle lassen sich im Leben nicht vermeiden. Wer Glück hat, der ist von einem Unfall nicht direkt selbst betroffen, sondern wird nur Zeuge eines solchen. Wann der Moment kommt, in dem es auf die eigene Hilfe ankommt, das weiß zuvor niemand. Was aber jeder weiß, der einen Unfall aus nächster Nähe erlebt, ist der Umstand, dass fortan jede Sekunde zählt und jede Entscheidung genau auf die Waagschale gelegt wird.

Dabei macht es keinen großen Unterschied, ob es sich um einen lebensbedrohlichen Unfall handelt oder um eine kleinere Verletzung im privaten Haushalt. Die Opfer eines Unfalls oder eines Missgeschicks brauchen Hilfe und diese muss man leisten, dazu ist man nicht nur gesetzlich verpflichtet, auch die Moral verlangt danach.

Dabei versteht sich von selbst, dass Hilfe nicht gleich Hilfe ist. Wäre das medizinische Verständnis angeboren, das es bei Verletzungen oder Erkrankungen brauchen würde, dann würde die Geschichte der Medizin anders aussehen. Leider ist es so, dass der menschliche Körper außerordentlich komplex ist und die Art des Unfalls zu ganz bestimmten Verletzungen führt, die auf die korrekte Art und Weise versorgt werden müssen. Mit dem Stoppen von Blutungen oder dem Ruhigstellen des Opfers ist es zumeist bei einem Unfall noch nicht getan. Wer als Ersthelfer auftritt, der muss zudem dafür sorgen, dass die Sache, von der die Gefahr ausgeht, beseitigt wird. Oftmals muss das Opfer geborgen werden und im Anschluss braucht es eine schnelle und vor allem korrekte Sicherung der Unfallstelle. Selbst damit ist noch nicht Schluss, denn bei Unfällen, die nach einem Ersthelfer verlangen, ist es mit der Erstversorgung des Opfers noch nicht getan. Das Ziel ist es zumeist, den Zustand des Opfers zu stabilisieren und eine Verschlimmerung der Verletzungen zu vermeiden.

Grundsätze der Ersten Hilfe
Das Opfer ist nach einem Unfall zumeist panisch oder steht unter Schock. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, in diesen Momenten selbst zu einem Ruheherd zu werden. Wer sich für wenige Sekunden konzentriert, der macht keine Fehler und kann sich eine Strategie als Ersthelfer zurechtlegen. Die Ruhe und die Sicherheit, die man ausstrahlt, wirken sich ebenfalls positiv auf das Opfer aus. Noch mehr Stress und Panik kann dieses nämlich auf keinen Fall brauchen. Wer Zuversicht ausstrahlt, sämtliche Schritte überlegt ausführt und dabei dem Opfer auch noch gut zureden kann, der trägt damit wesentlich zur Verbesserung der Lage bei.

Schaden verhindern
Der erste Grundsatz zur Ersten Hilfe beschäftigt sich mit der Sicherung des Unfallortes. Viele Ersthelfer vergessen dabei, dass sie zuerst an die eigene Sicherheit denken müssen. Natürlich muss man als Ersthelfer hin und wieder an seine Grenzen und darüber hinaus gehen, doch es ist leichtsinnig, wenn man sein Leben und seine Gesundheit derart riskiert, dass man selbst schneller als man denkt zum Opfer wird und die Situation für andere Helfer damit nochmals deutlich erschwert wird. Schaden lässt sich als Ersthelfer auf unterschiedliche Art und Weise verhindern. Wenn die Sache, von der die Gefahr ausgeht, in unmittelbarer Nähe ist, so muss der Versuch einer Bergung unternommen werden. Eine Gefahr, wie etwa ein Feuer, kann unter Umständen auch gelöscht werden. Wichtig ist bei diesem Grundsatz aber immer, dass es entscheidend ist, dass man als Ersthelfer bei Kräften bleibt und nicht selbst zum Opfer wird. Nur so lässt sich die Situation lösen.

Die Ruhe bewahren
Die Ruhe bewahren – das klingt angesichts eines Unfalls leichter gesagt als getan. Nicht jeden lässt es kalt, wenn man Blut sieht oder mit einer unübersichtlichen Situation konfrontiert wird. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man noch einmal kurz in sich geht, bevor man sich ans Werk macht und die Sache angeht. Indem man sich sammelt und sich selbst und den Raum wahrnimmt, gelingt es einem, den Druck in dieser Situation besser auszuhalten. Es kommt in diesen Momenten auf einen an und es ist ein Glück, dass man in der Nähe ist und dem Opfer helfen kann. Während der Ersthelfer kurz zur Ruhe kommt, muss der Versuch unternommen werden, die Gedanken in eine Reihenfolge zu bringen. Sobald sich diese nämlich überschlagen, bricht schnell Panik aus und es besteht die Gefahr, dass man selbst in eine Art von Schockstarre verfällt. Die eigene Ruhe ist das entscheidende Merkmal guter Erster Hilfe. Eine Hilfe, die korrekt geleistet wird, ist besser als möglichst schnelle Hilfe, bei der Schritte übersehen werden oder bei der Fehler gemacht werden.

Die Absicherung
In vielen Ratgebern für die Erste Hilfe wird auf die Absicherung hingewiesen. Das ist auch gut so, denn auch wenn man als Ersthelfer den Willen haben sollte, direkt zum Opfer zu eilen und diesem zu helfen, so ist es weitaus wichtiger, sich zuerst um die Absicherung der Unfallstelle zu kümmern. Vor allem bei Verkehrsunfällen kann der Unfallort, im Besonderen, wenn dieser an einer schlecht einzusehenden Stelle ist, eine große Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer, das Opfer und einen selbst bedeuten. Unmittelbar, nachdem man am Unfallort angekommen ist, muss zuerst die Lage eingeschätzt werden. Je nach Beurteilung der drohenden Gefahren muss im Anschluss dafür gesorgt werden, dass korrekt auf die Unfallstelle hingewiesen wird. Auf Autobahnen kann es deshalb sogar sein, dass das Warndreieck bis zu 400 Meter vor der Unfallstelle platziert werden muss. Was nie vergessen werden darf, sind die Warnwesten. Diese zieht der Ersthelfer unmittelbar bevor mit der Hilfe begonnen wird, an. Die Sichtbarkeit des Unfalls minimiert Gefahren deutlich und sorgt zudem dafür, dass sich schnell weitere Ersthelfer finden.

Hilfe rufen
Ist die Gefahrensituation möglichst beseitigt und das Opfer stabil, so muss möglichst schnell Hilfe gerufen werden. Das Ziel der Ersten Hilfe ist es, das Oper derart zu versorgen, dass dieses so sicher und stabil wie möglich ist, bis die professionelle Hilfe eintrifft. Wenn der Ersthelfer Hilfe anfordert, so gilt wieder der Grundsatz, die Ruhe zu bewahren. Genau Informationen und hilfreiche Hinweise sind hier wieder wichtiger als die Geschwindigkeit. Außerdem sollte es bis zu diesem Zeitpunkt bereits gelungen sein, das Opfer zu stabilisieren. Doch worauf kommt es beim Absetzen eines Hilferufes genau an? Wer sich vielleicht an seinen Erste-Hilfe-Kurs erinnert, dieser wurde spätestens vor der Führerscheinprüfung abgelegt, weiß von den sogenannten W-Fragen. Diese Fragen stehen für die Informationen, die professionelle Helfer brauchen, um mit dem richtigen Personal in der schnellstmöglichen Geschwindigkeit am richtigen Ort anzukommen. Wo, was, welche, wie viele und warte – das sind die fünf Fragen, die es zu beantworten gilt. Die Reihenfolge ist zumindest bei den ersten vier Fragen egal, wichtig ist, dass eine möglichst genaue Beschreibung der Situation vor Ort erfolgt. Dass der Ort möglichst genau mitgeteilt werden muss, das versteht sich von selbst, die Leitstelle will darüber hinaus wissen, wie viele Personen am Unfall beteiligt sind und wer welche Verletzungen davongetragen hat. Zum Schluss kommt es vielleicht noch zu Rückfragen, auf die man auf jeden Fall warten sollte.

Niemand wird zurückgelassen
Als Ersthelfer steht man genauso wie die Sanitäter, die Polizei oder die Helfer von der Feuerwehr in der Pflicht. Auch wenn bereits Hilfe gerufen wurde oder die Situation gar nicht mehr so schlimm aussieht, dürfen Opfer niemals allein gelassen werden. Dabei ist es vollkommen egal, ob man einen wichtigen Termin verpasst oder die Verabredung im Regen stehen lassen muss. Bei einem Unfall hat jeder das nötige Verständnis für die Lage, in der man sich befindet und es versteht sich von selbst, dass man die nötige Nächstenliebe aufbringt, um die Situation zu einem guten Ende zu führen. Der Dank für die selbstlose Tat, die man als Ersthelfer vollbringt, ist einem dann gewiss.

Delegieren und als Vorbild voranschreiten
Wer als Erster an einer Unfallstelle ist, der hat so lange die Kontrolle über die Situation, bis weitere Helfer, vielleicht mit mehr Erfahrung und Kenntnissen, hinzustoßen. Gerade bei Unfällen, die im nahen Umfeld zu Menschenansammlungen passieren, erklären sich erstaunlich wenige zur Hilfe bereit. Die Gründe dafür sind vollkommen unterschiedlicher Natur. So kann es etwa sein, dass mögliche Helfer nicht im Mittelpunkt stehen möchten. Die Gruppendynamik führt dazu, dass sich niemand angesprochen fühlt. Es ist immer angenehmer nicht zu helfen und einfach mit dem normalen Leben weiterzumachen, als einzuschreiten und sich an die Situation zu binden. Ist man allerdings bereits als Ersthelfer in einer Situation involviert und beobachtet man, dass sich niemand dazu bereiterklärt, ebenfalls zu helfen, so muss man delegieren. Das geht im Fall einer Notsituation nur dann, wenn man die Gruppe teilt und jeden Einzelnen als Individuum anspricht. Wer sich bei der Suche nach Hilfe an die gesamte Gruppe der Schaulustigen oder Umstehenden wendet, der hat kaum Chancen auf Erfolg. Die Gruppe schließt sich zusammen und verdeckt dabei die Befürchtungen des Einzelnen. Als Ersthelfer ist es also entscheidend, dass die Gruppe genau nach fähigen Helfern, entsprechend der Aufgaben, die es zu erledigen gilt, sondiert wird. Ist diejenige Person gefunden, so muss diese direkt angesprochen werden. Hierbei darf ruhig im Imperativ gesprochen werden, denn die angesprochene Person muss sich der Situation klar sein und selbst muss man unmissverständlich klarmachen, dass die Erste Hilfe Pflicht ist und keine freiwillige Entscheidung.
Natürlich kennt der Ersthelfer nicht den Namen der Personen, die zur Hilfe hinzugezogen werden sollen. Deshalb bedient man sich der optischen Merkmale. Trägt jemand eine Kappe, so spricht man ihn direkt an und identifiziert ihn klar an seiner Kappe und anderen Merkmalen, die ihn vom Rest der Gruppe unterscheiden.
Das führt dazu, dass sich der Rest der Gruppe, der nicht angesprochen wurde, von der angesprochenen Person absondert. Dieses Verhalten ist bereits seit Schulzeiten bekannt und leider die einzige Möglichkeit, um Umstehende schneller zur Ersten Hilfe zu bewegen.

Die Rettungskette – mit System zur effektiveren Hilfe
Bei einem Unfall dominieren oftmals das Chaos, die Panik, Unwissenheit und Angst – genau deshalb ist es eine der wichtigsten Aufgaben des Ersthelfers, ein System in die zerfahrene Situation zu bringen. Das gelingt am besten, wenn man sich an die bestmögliche Rettungskette hält und diese vor dem Einschreiten an die Situation anpasst.
Die Rettungskette setzt sich aus fünf einzelnen größeren Punkten zusammen. Nicht alle davon sind die Aufgabe des Ersthelfers, doch dieser ist der kausale Punkt, der überhaupt dafür sorgt, dass die Kette ausgelöst wird und in Gang kommt. Die ersten drei Punkte der Kette, die in ihrem letzten Punkt im Krankenhaus mit der bestmöglichen Versorgung des oder der Opfer endet, liegen vollständig in der Verantwortung des Ersthelfers. Hier ist die Einhaltung der vorgegebenen Reihenfolge entscheidend, denn sie garantiert die größtmögliche Sicherheit für die Opfer und auch für alle beteiligten Ersthelfer.
Der Ersthelfer tritt wie eine Führungskraft mit Vorbildfunktion auf und bereitet alles auf das Eintreffen der professionellen Hilfe vor. Im ersten Glied der Rettungskette geht es, wie weiter oben bereits angesprochen, um das Absichern der Unfallstelle und um den Selbstschutz. Hierzu muss die Situation genau beurteilt werden. Ist der Ersthelfer erst einmal zum Opfer vorgedrungen, so sind eine weitere Sicherung des Ortes und zusätzlicher Selbstschutz nicht mehr möglich. Mit dem ersten Glied der Rettungskette wird also dafür gesorgt, dass der Ersthelfer möglichst ungestört und sicher Hilfe leisten kann.

Das zweite Glied der Rettungskette setzt sich aus den Sofortmaßnahmen an der Unfallstelle und dem Notruf zusammen. Welche Art von Hilfe geleistet werden kann, das hängt vom Zustand des Opfers und den Verletzungen ab, aber auch vom Ort des Geschehens, vom vorhandenen Verbandsmaterial und den Kenntnissen des Ersthelfers. Sollte es am nötigen Wissen mangeln, so muss sich der Ersthelfer daran erinnern, dass jede Art von Hilfe besser ist als keine Hilfe. Oftmals reicht es schon, dem Opfer zur Seite zu stehen und diesem gut zuzusprechen, um diesem während der Wartezeit auf professionelle Hilfe zu helfen. Während des zweiten Kettenglieds ist es die Aufgabe des Ersthelfers, die negativen Auswirkungen der Verletzung auf den Körper des Opfers zu stabilisieren.

Das dritte Kettenglied widmet sich der Zeit zwischen dem Absetzen des Notrufs und dem Eintreffen der Helfer. In dieser Zeit kann es nötig sein, weitere Maßnahmen zu ergreifen, da sich der Zustand des Opfers zu verschlechtern droht. Selbst, wenn kein aktives Handeln mehr von einem gefordert wird, gilt es in diesem Fall wachsam zu sein. Auch wenn sich das Unfallopfer laut eigener Aussage besser fühlen sollte, muss der Zustand regelmäßig kontrolliert werden. Beim Eintreffen der Sanitäter muss diesen Auskunft gegeben werden und eventuell kann man diesen bei der Bergung oder weiteren Maßnahmen noch vor dem Abtransport behilflich sein.

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