Ballonfahreranfänge in Grimma

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Foto: pixabay

Grimma.  Es war der 3. April 1910 als der damalige Besitzer der Grimmaer Seifenfabrik, Kurt Held, seine erste Ballonfahrt startete.

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Von dieser Fahrt war er so begeistert, dass er sich dem Bitterfelder Verein für Luftschiffahrt anschloss. Seine erste Fahrt war gleichzeitig die Jungfernfahrt des Ballons „Delitzsch“, der bereits bei der zweiten Fahrt schwer verunglückte und seine vier Insassen, den Überlieferungen nach, in den Tod riss. Da Held auch die Leitung des damaligen Schützenvereins in Grimma übernahm, gab es schon 1911 zum Schützenfest einen Ballonaufstieg.

Dafür wurde damals eine provisorische Gasleitung gelegt und zwar von der hiesigen Gasanstalt von der Hennigstraße ( Heute Friedrich-Oettler-Straße) bis zum Schützenhaus (heute Volkshausplatz).  Der Ballon „Delitzsch II“, der unter anderem aus den Resten des Unglücksballons „Delitzsch“ gemacht wurde, brauchte mehrere Stunden um fahrbereit befüllt zu werden. Etwa 20 Husaren hielten den Ballon dann noch an Ort und Stelle.  An der einzigsten Fahrt, die letztlich in der Nähe von Finsterwalde (Lausitz) endete, konnte Held jedoch aufgrund einer Verletzung nicht wie geplant teilnehmen. Für ihn sprang Fritz Heyde, der Inhaber des damals bekannten Textilgeschäftes in Grimma ein. Von dieser Fahrt war er wie Held einst so begeistert, dass er sich bei den weiteren Fahrten immer wieder beteiligte. Ein Jahr später organisierte Held zur Einweihung des Marktbrunnens wieder  Ballonaufstiege in Grimma. Mit der Zeit bildete sich in Grimma ein regelrechter Kreis von Ballonbegeisterten. So wurden in den folgenden Jahren teilweise weite Strecken im Ballon zurückgelegt.

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Eine Fahrt führte beispielsweise von  Bitterfeld bis nach Brälanda in Schweden. Dabei flogen sie etwa 780 Kilometer weit. Insgesamt dauerte diese Fahrt knapp 15 Stunden, etwa acht davon über offener See.
Held beteiligte sich auch beim Luftschiffertag in Leipzig und erreichte im Oktober 1913 im Ballon „Niederschlesien“ den 2. Preis bei einer sogenannten Wettfahrt. Mitte Mai 1914 nahm er seine letzte Fahrt in Friedenszeiten auf, diese ging von Bitterfeld aus bis in die Eifel. Bis zum Kriegsausbruch 1914 dokumentieren die Aufzeichnungen mindestens 24 Fahrten.

Dabei legte er insgesamt etwa 4500 Kilometer zurück. Durch den Kriegsbeginn endeten die Aufzeichnungen. Heute finden allerdings einmal im Jahr im Oktober wieder die Airlebnistage auf den Nerchauer Muldewiesen statt. Dieses Ballonspektakel ist eine der größten Ballonfahrveranstaltungen der Region.

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