Landkreis beantwortet Fragen zu Grimmaer Projekten

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Grimma/Kössern/Golzern. Jüngst kam die Frage auf ob Grimma vom Landkreis Leipzig benachteiligt wird und warum zb. der Abriss der Papiermühle in Golzern, die Sanierung des Jagdhauses Kössern oder die Bearbeitung von Hochwasserförderanträgen so schleppend voran gehen. Wir haben nachgefragt und freundlicherweise folgende Antworten bekommen:

 Golzern: Warum gelingt es nicht die Papiermühle Golzern, trotz Umsiedlung und grünem Licht von der Landestalsperrenverwaltung und aus Dresden, abzureißen? Warum wurde jetzt eine Bearbeitung des Antrags auf Bewilligung des Abriss erneut verlängert mit Frist mit bis zu 2 Jahren?

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Der Landkreis teilte uns diesbezüglich mit: „Der Landkreis ist untere Denkmalbehörde. Die Entscheidung zum Abriss der Papierfabrik Golzern muss der Landkreis im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalschutz treffen. Nach der Einschätzung des Landesamtes ist der Abriss wegen der Bedeutung dieses Industriedenkmals nicht genehmigungsfähig. Der Landkreis müsste nach geltendem Recht den Abriss derzeit ablehnen. Um eine Lösung zu finden wurde abgestimmt, dass die beteiligten Ministerien (Inneres und Umwelt) eine gesetzliche Regelung initiieren, die es erlaubt bei einer sog. „Nichtverteidigbarkeit“ eines Denkmals bei Hochwasser einen Abriss zu ermöglichen. In dieser Situation macht es keinen Sinn einen ablehnenden Bescheid zu erlassen. Daher wurde die Entscheidung zum Abriss bis zum 31.10.2014 ausgesetzt. Diese Hintergründe sind der Stadt Grimma auch bekannt.“

Kössern: Im Jagdhaus wurden bei der Sanierung im Dachstuhl Urinflecken einer geschützten Fledermausart gefunden. Baustopp und Prüfungen waren die Folge. Wie ist der Stand?

Der Landkreis teilte uns diesbezüglich mit: „Das Baugeschehen am Jagdschloss Kössern wird durch die dort lebenden Fledermäuse mitbestimmt. Während der Wochenstube wurden 25 Exemplare der Großen Mausohr gezählt. Von der Langohrfledermaus waren zumindest die Rufe zu hören. Für die Sanierung des Jagdhauses Kössern war Baubeginn der 23.07.2014, die Arbeiten wurden zum Schutz der streng geschützten Fledermäuse wie folgt organisiert:  Zunächst sollten Fundament und Fassade in Angriff genommen werden und das Gerüst bis maximal Traufhöhe errichtet werden. Ab Anfang September, dem vermuteten Ende der Wochenstube, konnte der Dachbereich eingerüstet werden. Weil sich auch nach der Wochenstube noch Tiere im Quartier befinden, werden die Einflugschneisen frei gehalten. Im Dachinnern wird gebaut. Dabei sind Arbeitsbereich und Quartier durch Abhängungen getrennt, um störende Lichteinflüsse gering zu halten.“

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Hochwasseranträge (Beseitigung von Flutschäden): Förderbescheide wurden im Zuge von Hochwasserschäden nicht bearbeitet  oder nur schleppend bearbeitet? Ein Mitarbeiter soll wohl nun dafür interne Konsequenzen erhalten haben?

Der Landkreis teilte uns diesbezüglich mit: „Alle etwa 291 Fördermittelanträge der Privatleute, der Unternehmen und der Landwirtschaft aus Grimma waren zeitnah bearbeitet worden. Die Bearbeitung der 72 Fördermittelanträge für die kommunale Infrastruktur war z.T. schleppend verlaufen. Hier gab es im Haus auch die entsprechenden Konsequenzen. Von den bislang 72 durch die Stadt Grimma eingereichten Anträge ruhen zwei auf Wunsch der Stadt. Bis auf sieben Anträge, die z.T. kurz vor dem Abschluss stehen, sind alle Anträge bearbeitet.“

Ob der Landkreis seine Worte hält wird Up to date in Grimma/News natürlich weiterhin verfolgen. Sollte es weitere Informationen geben so wird der Artikel aktualisiert.

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